Stand: 08.11.2019 23:47 Uhr

Lufthansa-Streik: Auch am Freitag viele Flugausfälle

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Viele Lufthansa-Maschinen bleiben auch heute am Boden, Zehntausende Passagiere sind betroffen.

Wegen des Streiks der Flugbegleiter sind in Hamburg am Freitag insgesamt mehr als 60 Starts und Landungen abgesagt worden, betroffen waren Flüge von und nach Frankfurt. Zwischen Hamburg und München sollten vereinzelt Flüge stattfinden. In Hannover mussten fast alle der planmäßigen 16 Flieger in Richtung Frankfurt und München gestrichen werden. Von Bremen aus fliegt die Lufthansa sonst täglich zwölf Mal ab - elf Verbindungen fielen am Freitag aus. In Münster/Osnabrück wurden zwölf Starts und Landungen gestrichen.

Laut Sonderflugplan der Lufthansa sollten am Freitag weltweit rund 600 Flüge ausfallen. Auch nach Streik-Ende werden für Sonnabend noch einige Absagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind. Außerdem wird mit größerem Andrang gerechnet, weil viele Passagiere wegen der Streiks auf Sonnabend ausgewichen seien.

Schlichtungsverfahren? Oder weitere Streiks?

Am Donnerstag hatten sich Lufthansa und Ufo darauf verständigt, an diesem Wochenende Gespräche über ein Schlichtungsverfahren in dem Tarifstreit aufzunehmen. Ein Ufo-Vertreter erklärte, bis dahin werde die Gewerkschaft von einer Ausweitung des Streiks absehen. Am Freitag kündigte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies an, sollten die Gespräche nichts Substanzielles ergeben, werde weiter gestreikt: "Am Wochenende muss Fleisch an den Knochen." Sollten beide Seiten verbindliche Vereinbarungen finden, "können wir am Montag verkünden, die Streiks sind ausgesetzt". Anderenfalls "werden wir eben verkünden, dass es eine massive Ausweitung geben muss".

Schon am Donnerstag Flugausfälle - Entspannte Lage auf Airports

Bereits am Donnerstag waren bundesweit Hunderte Flüge wegen des Streiks ausgefallen. Die Lage an den Flughäfen blieb dennoch weitgehend entspannt, weil die Arbeitsniederlegung einige Tage zuvor angekündigt worden war. Die meisten Passagiere hätten sich über den Status ihrer Flüge erkundigt und seien dementsprechend gut informiert, sagte eine Sprecherin des Hamburger Flughafens.

Umbuchen oder auf die Bahn umsteigen

Betroffene Reisende sollten sich vorab auf der Lufthansa-Internetseite informieren, ob ihr Flug wie geplant stattfindet. Kunden können ihren gebuchten Flug kostenlos umbuchen oder auf innerdeutschen Strecken die Bahn nutzen. Eine Entschädigung soll es für Passagiere, die vom Streik betroffen sind, nicht geben.

Flüge in Rostock-Laage nicht bestreikt

Am Flughafen Rostock-Laage fanden die Lufthansa-Flüge von und nach München wie geplant statt, wie NDR 1 Radio MV berichtete. Denn von dort fliegt nach Angaben einer Flughafen-Sprecherin die Lufthansa CityLine, die nicht vom Streik betroffen ist.

Höhere Spesen und Zulagen gefordert

Ufo fordert für etwa 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie einen besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Arbeitsverträge. In dem Tarifkonflikt geht es aber auch um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt die Vertretungsbefugnis für das Kabinenpersonal hat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 07.11.2019 | 16:20 Uhr

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