Stand: 06.02.2015 17:28 Uhr

Länder wollen Drohnenflüge kontrollieren

Ein Octocopter hebt ab. © NDR Foto: Eberhard Giese
Drohnen machen sich auch Kriminelle zunutze. Deshalb wollen die Bundesländern nun über Maßnahmen beraten. (Themenbild)

Paketversand per Luftfracht oderAufnahmen aus der Vogelperspektive: Immer mehr Drohnen tauchen am Himmel von Norddeutschland auf. Anders als die vom Militär eingesetzten Fluggeräte sind die handelsüblichen Drohnen zwar völlig harmlos. Doch mittlerweile haben auch Kriminelle die Flieger für sich entdeckt: Als Transportmittel. Erst im Dezember scheiterte der Versuch, ein Drogenpaket und ein Handy in das Untersuchungsgefängnis in der Hamburger Innenstadt zu schmuggeln. Zwar sei in Schleswig-Holstein ebenso wie in Niedersachsen noch kein Fall von Drogenschmuggel mit einer Flugdrohne bekannt. "Aber das ist ein Risiko, das wir uns vor Augen halten", sagt Marika Tödt, Sprecherin im niedersächsischen Justizministerium. "Unsere Bediensteten werden bereits jetzt im Erkennen von unbemannten Flugkörpern geschult." Für die Überwachung von Gefängnissen wurden in Niedersachsen bereits sogenannte "drone tracker" vorgestellt. Diese Geräte können den Luftraum mithilfe von Schall oder Wärmebild überwachen. Damit könnten die Vollzugsanstalten ausgestattet werden, so das Justizministerium.

Idee: Führerscheine für Drohnenpiloten

Die Justizressorts der Bundesländer wollen deshalb nun reagieren. Die jeweiligen Staatssekretäre kommen dazu Anfang Mai in Bremen zusammen. Auch dort gab es im vergangenen Jahr einen Schmuggelversuch in einem Gefängnis. Helmut Spahn, einst Sicherheitsexperte des Deutschen Fußballbundes, hat Ideen für Maßnahmen gegen den wilden Flugverkehr: "Man könnte sich vorstellen, dass es ähnlich wie bei Waffen eine Besitzkarte oder eine Art Führerschein geben muss."

Ohne Erlaubnis droht Bußgeld

Reglementierungen gibt es bereits: Wer beispielsweise in Niedersachsen eine Drohne in Betrieb nehmen möchte, braucht dafür eine sogenannte Aufstiegserlaubnis. Diese kostet 150 Euro. Wer keine Erlaubnis hat, muss mit einem Bußgeld rechnen. Das bekam im Dezember auch ein Drohnenpilot in Mecklenburg-Vorpommern zu spüren, wo dieselbe Regelung gilt. Der Mann hatte ohne Erlaubnis Luftaufnahmen mit seiner Drohne gemacht. Zudem sackte das Fluggerät beim Hafenfest in Ueckermünde (Landkreis Vorpommern-Greifswald) mehrfach ab, nur knapp über die Köpfe der Passanten. Bei der Polizei gingen mehrere Anzeigen ein, die Flugeinlage kam dem Fotografen teuer zu stehen: Er musste 1.500 Euro Bußgeld zahlen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 06.02.2015 | 17:28 Uhr

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