Stand: 04.04.2020 09:27 Uhr

Kontaktverbot im Norden: Was ist noch erlaubt?

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Für alle, die draußen unterwegs sind, gilt: In der Öffentlichkeit soll stets auf einen Mindestabstand von 1,5 Meter geachtet werden.

Die umfassenden Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit, auf die sich die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Bundesländer und Kanzlerin Angela Merkel am 22. März verständigt haben, werden verlängert. Sie gelten nun bundesweit mindestens bis zum 19. April - und damit auch für die Ostertage. Wie die Regelungen im Einzelnen aussehen, kann von Land zu Land durchaus unterschiedlich sein. NDR.de gibt eine Übersicht über die Lage in den Ländern.

Bußgelder im Norden

Um die Kontaktsperre durchzusetzen, verabschiedeten Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Bußgeldkataloge. Niedersachsen arbeitet ebenfalls an eigenen Bußgeldregelungen. Geldstrafen sollen zum Beispiel verhängt werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten wird, oder wenn ein Gewerbe trotz der geltenden Verbote öffnet.

Kontaktsperre: Wie sind die Regeln im Norden?

NDR Info -

Es steht das zweite Wochenende der Coronavirus-Krise mit Kontaktsperre bevor. Was in den norddeutschen Bundesländern erwartet wird und noch erlaubt ist, zeigen unsere Reporter.

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Auf die Mitbewohner kommt es an

Auf die Frage, ob nun eine "Kernfamilie" oder ein gemeinsamer Haushalt von den "vorübergehenden Kontaktbeschränkungen" ausgenommen sind, hat Hamburg - wie auch Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern - eine klare Linie. Demnach sind nur Personen, die zusammen wohnen, von den Kontaktbeschränkungen ausgenommen.

Wörtlich heißt es in der Hamburger Allgemeinverfügung: "Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine sowie in Begleitung von Personen gestattet, die in derselben Wohnung leben, oder einer weiteren Person, die nicht in derselben Wohnung lebt."

Mindestabstand von 1,5 Meter

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Joggen im Freien - wie hier am Maschsee in Hannover - ist weiterhin erlaubt - aber nur alleine, zu zweit oder mit Mitbewohnern.

Grundsätzlich gilt nun bundesweit: Personen müssen an öffentlichen Orten einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, es sei denn, dass die örtlichen oder räumlichen Verhältnisse dies nicht zulassen. Auch in Bussen und U-Bahnen sollte auf den Mindestabstand geachtet werden, wo es möglich ist.

Auch in Betrieben und bei beruflichen Dienstleistungen soll in Hamburg - sofern es möglich ist - der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. In Niedersachsen sind die Betreiber von Verkaufsstellen und Ladengeschäften verpflichtet, einen Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen den Kunden sicherzustellen, zulässig ist lediglich eine Person auf 10 Quadratmetern.

Mit mehreren Kindern zur Notbetreuung

Es gibt einige Ausnahmen zu den Kontaktbeschränkungen: So darf man auch mit Kindern aus anderen Familien zusammen unterwegs sein, wenn man sie beispielsweise zur Notbetreuung in der Schule oder Kita bringt. Ansammlungen im öffentlichen Raum sind auch zulässig, wenn sie für die Berufsausübung notwendig sind - zum Beispiel für die Berichterstattung von Journalisten.

Ausnahmen für Apotheken und Waschsalons

Die Kontaktbeschränkungen gelten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen auch nicht für Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Abhol- und Lieferdienste, Banken, Postfilialen, Reinigungen, Waschsalons, Getränkemärkte, Wochenmärkte, Tierbedarfsgeschäfte, den Zeitungsverkauf, Großhandel und für Werkstätten (Autos und Fahrräder). Hamburg nennt darüber hinaus noch Bau- und Gartenmärkte, Apotheken, Drogerien sowie Sanitätshäuser. In Schleswig-Holstein dürfen auch Hofläden geöffnet bleiben.

In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern dürfen Baumärkte derzeit Waren vor Ort nur noch an gewerbliche Kunden verkaufen. In Niedersachsen durften Baumärkte am 4. April allerdings wieder für Privatkunden öffnen.

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Kein Grillen, kein Picknick

In Hamburg muss nun auch beachtet werden: Das Zubereiten und der Verzehr von Speisen an öffentlichen Orten in Hamburg ist untersagt. Dies gilt insbesondere für das Grillen und Picknicken. Diese Regelung gilt nicht für Wohnungslose.

Hamburg: Alle Feiern sind untersagt

Geburtstagsfeiern mit Gästen dürfen momentan in Hamburg nicht stattfinden. Wörtlich heißt es: Die Veranstaltung von Feierlichkeiten in Wohnungen oder anderen nicht-öffentlichen Orten ist untersagt. Zuvor hatte Hamburg Feierlichkeiten wie Hochzeiten mit bis zu 100 Personen noch erlaubt.

Die Regeln im Überblick:

1. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

2. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter 1. genannten Personen ein Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten.

3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.

5. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.

6. Gastronomie-Betriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.

8. In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.

9. Diese Maßnahmen sollen mindestens bis zum 19. April gelten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 03.04.2020 | 14:00 Uhr

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