Ehemals politisch Verfolgter in Albanien. © ARD Foto: Andrea Beer

Kommunistische Hoxha-Diktatur - Albaniens Verfolgte

Sendung: NDR Info Hintergrund | 12.07.2021 | 20:33 Uhr | von Andrea Beer
25 Min | Verfügbar bis 12.07.2022

Bis 1991 unterdrückte die Hoxha-Diktatur Menschen in Albanien. Viele politisch Verfolgte warten bis heute auf Entschädigung und Respekt.

Auch 30 Jahre nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes von Enver Hoxha sind die gesellschaftlichen Gräben in Albanien tief. Die Vergangenheit ist keineswegs aufgearbeitet. Etwa 100 000 Menschen waren in Gefängnissen und Lagern der Willkür der kommunistischen Diktatur ausgesetzt. Drohende Exekution, Folter, willkürliche Haftverlängerungen und Zwangsarbeit waren Alltag. Rund 20 000 Familien von Angehörigen wurden enteignet, verbannt und interniert.

Geraubtes Eigentum hat bisher niemand zurückbekommen. Verbände ehemals politisch Verfolgter haben mühsam Entschädigungen und das Recht auf Akteneinsicht erkämpft. Entschädigungen werden nur in Raten ausbezahlt. Viele haben noch nichts erhalten. Auch in den Schulen findet keine Aufarbeitung der Hoxhazeit statt. In Schulbüchern wird das Thema nur auf wenigen Seiten behandelt.

Viele kommunistische Eliten glitten von der Diktatur in die Demokratie. Täter von damals, sowie ihre Töchter und Söhne, sitzen heute in Universitäten, dem Parlament und haben hohe Posten in der der Justiz. Politisch Verfolgte werden angefeindet und ihre Anliegen nach finanzieller Unterstützung im Alltag, mehr Respekt und Anerkennung, unterdrückt.

Ehemals politisch Verfolgte in Albanien. © ARD Foto: Andrea Beer

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