Stand: 06.07.2020 17:49 Uhr

Kommentar: Shoppen ohne Maske? Unverantwortlich!

Ist die Zeit reif für eine Lockerung oder ein Ende der Maskenpflicht? Ein entsprechender Vorstoß von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe erntet viel Kritik. Zu Recht - denn die Maske mag vielen Menschen nicht gefallen, ist aber sinnvoll.

Ein Kommentar von Birgit Schmeitzner, Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio Berlin

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Birgit Schmeitzner findet es unverantwortlich, auf die Maskenpflicht zu verzichten.

Schöner Shoppen ohne Maske - wer das denkt, hat den Schuss noch immer nicht gehört. Oder verschließt seine Augen vor einer ganz einfachen Wahrheit: Corona hat uns weiter im Griff. Es gibt derzeit weder eine Impfung noch Medikamente, die uns immun machen oder heilen könnten. Bis sich das ändert, müssen wir auf die wenigen Mittel setzen, die uns zur Verfügung stehen, um uns und die Menschen um uns herum so gut es geht zu schützen. Es gilt das "AHA-Prinzip": Abstand halten, Hygiene-Regeln einhalten und eben Alltagsmaske tragen - und zwar immer dann, wenn das mit dem Abstandhalten nicht funktioniert.

Mehr Geschäft ohne Maske?

Dass der Einzelhandel über zu wenig Umsatz klagt, ist nur zu verständlich. Da geht es um Existenzen. Dieses winzig kleine Virus lähmt unser Wirtschaftssystem. Konsum ist plötzlich gar nicht mehr so wichtig. Und die Unsicherheit, wie wir das überstehen können, ist enorm. Es ist aber reichlich kurzsichtig, sich vom Wegfall der Maskenpflicht mehr Geschäft zu erhoffen. Diejenigen, die bewusst Maske tragen (auch wenn die vielleicht auch mal nervt), kommen dann eben aus Sorge vor einer Ansteckung nicht mehr in den Laden.

Infektionsgefahr besteht weiter

Und auch das Argument "Wir haben wenig Fälle und können deswegen lockerlassen" zieht nicht. Mit der gleichen Logik könnte man sagen: "Ich lass das jetzt mal mit der Verhütung sein, ist ja nichts passiert bisher." Die Infektionsgefahr hat sich nicht verzogen, sie ist weiter eine Realität, mit der wir umgehen müssen - und zwar verantwortungsvoll.

Anders als US-Präsident Donald Trump, der die Maske politisieren wollte, frei nach dem Motto: Wer sie verächtlich beiseitelegt, der ist Team Trump. Doch so einfach können auch Trump und seine Anhänger ihre Augen nicht verschließen vor den inzwischen 130.000 Corona-Toten in den USA.

Masken verlangsamen die Ausbreitung

So eine Stoffmaske vor Mund und Nase mag mitunter lästig sein. Bei der Gelegenheit: Chapeau an die Chirurgen, die das im OP klaglos stundenlang aushalten und ihre Arbeit machen. Es gibt einen Grund, warum Ärzte, Pfleger und Krankenhausmitarbeiter uns alle immer wieder bitten, Masken zu nutzen. Diese Masken können dabei helfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Inzwischen haben wir genügend Erfahrungsberichte gehört, gesehen und gelesen, um zu wissen: Eine Infektion kann verheerende Folgen für den Menschen haben. Das zu verhindern, sich um die eigene Gesundheit und die der anderen zu sorgen, sollte jedem das ein wenig getrübte Einkaufsvergnügen wert sein.

 

Anmerkung der Redaktion: Liebe Leserin, lieber Leser, die Trennung von Meinung und Information ist uns besonders wichtig. Meinungsbeiträge wie dieser Kommentar geben die persönliche Sicht der Autorin/des Autors wieder. Kommentare können und sollen eine klare Position beziehen. Sie können Zustimmung oder Widerspruch auslösen und auf diese Weise zur Diskussion anregen. Damit unterscheiden sich Kommentare bewusst von Berichten, die über einen Sachverhalt informieren und unterschiedliche Blickwinkel möglichst ausgewogen darstellen sollen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kommentar | 06.07.2020 | 17:08 Uhr

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