Eine Weltkugel (schematisiert) und eine Spritze mit Impfstoff. © dpa picture alliance Foto: Klaus Ohlenschläger

Kein Impfstoff für alle. Warum die globale Verteilung scheitert

Sendung: NDR Info Hintergrund | 11.02.2021 | 20:35 Uhr | von Anne Demmer - Marc Engelhardt - Dunja Sadaqi
15 Min | Verfügbar bis 11.02.2022

Beim Wettrennen um Impfstoffe haben reiche Staaten Entwicklungsländer ausgebootet. Die WHO klagt an: Moralisches Versagen!

Wir sind eine Welt, und alle Menschen auf dieser Welt sind vom Coronavirus gefährdet. Nur Impfungen rund um den Globus können diese Gefahr eindämmen, vielleicht sogar bannen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat deshalb einen Plan für eine faire globale Verteilung von Corona-Impfungen aufgestellt. Alle Staaten der Welt sollten in einen gemeinsamen Fonds (Covax) einzahlen. Mit diesem Geld sollte gebündelt Impfstoff für alle eingekauft werden. Schon jetzt, wenige Wochen nach Beginn der weltweiten Impfungen ist klar: Dieser Plan ist gescheitert.

Die Industriestaaten beanspruchen einen Großteil der Impfdosen für sich, zu Lasten der ärmeren Länder in Afrika oder Lateinamerika. Produktionsengpässe verschärfen die Situation. Menschen in Entwicklungsländern müssen sich beim Impfen weit hinten anstellen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus spricht es deutlich aus: „Die Welt steht vor einem moralischen Versagen katastrophalen Ausmaßes, und der Preis dafür werden Menschenleben und Existenzen in den ärmsten Ländern der Welt sein.“

Das Logo der WHO, schematisierte Menschen und eine Spritze mit Impfstoff. © dpa picture alliance Foto: Pavlo Gonchar

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Durch Impfstoffkäufe der Industriestaaten wird der Plan der Weltgesundheitsorganisation unmöglich gemacht. mehr