Stand: 07.04.2020 09:23 Uhr

Keller: "Es geht darum, Solidarität zu zeigen"

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Die Corona-Bonds könnten der Wirtschaft wieder Schwung geben, meint Ska Keller.

Die Grünen-Fraktionschefin im EU-Parlament, Ska Keller, hat die Eurogruppen-Finanzminister dazu aufgefordert, in der Corona-Krise ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Keller sagte auf NDR Info, man brauche jetzt ein Signal der Zusammenarbeit. Die Grünen-Politikerin sprach sich für sogenannte Corona-Bonds aus, um stark von der Corona-Pandemie getroffene Länder zu unterstützen. Die gemeinsamen Anleihen seien ein temporäres Instrument, das die derzeitige Ausnahmesituation mildern würde. Damit könnte der Wirtschaft wieder Schwung eingehaucht werden, so Keller.

Die von der Bundesregierung favorisierten Hilfen über den Euro-Rettungsschirm ESM lehnt die Grünen-Politikerin dagegen ab. Dieses Instrument bringe für Länder, die es in Anspruch nehmen, ein hartes Stigma mit sich. Zudem seien dessen Konditionen nicht immer vorausschauend. Man müsse eine Lösung finden, die alle mittragen können, sagte die Europa-Politikerin.

EZB nicht die Krisenlösung überlassen

Dass die stärkeren Länder für etwas garantieren und etwas mehr zahlen müssen, sei gerechtfertigt. "Wenn wir die Krisenlösung der Europäischen Zentralbank überlassen, dann ist das auch kein gutes Instrument", sagte Keller auf NDR Info.

Es sei gerade sehr dringend, dass Europa zusammensteht. Die entscheidende Frage sei, ob man gemeinsam Wege aus der Krise sucht oder ob jeder es für sich alleine regelt.

Wir funktionieren "Corona-Bonds"?

Die in der aktuellen Debatte "Corona-Bonds" genannten Gemeinschaftsanleihen würde so funktionieren: Mit fest verzinsten Wertpapieren leihen sich EU-Staaten gemeinsam Geld an Finanzmärkten, das direkt in die jeweiligen Haushalte flösse. Für Zinsen und Rückzahlung haften alle gemeinsam. Hoch verschuldete Staaten könnten so zu günstigeren Konditionen an frisches Geld am Kapitalmarkt kommen als alleine. Italien, Spanien und andere Länder sehen darin ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Deutschland und andere fürchten indes, für bereits hoch verschuldete Staaten wie Italien mithaften zu müssen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 07.04.2020 | 07:20 Uhr

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