Der Buckingham Palace in London - mit der Fahne auf Halbmast wegen Prinz Philips Tod im April 2021 © Aaron Chown/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Aaron Chown

Hamburg und Haiti Classics: London - eine Welt 1982 und 2021

Sendung: Zwischen Hamburg und Haiti | 01.05.2021 | 09:30 Uhr | von Werner Lansburgh, Thomas Spickhofen, Juliane Eisenführ
25 Min | Verfügbar bis 01.05.2022

Von Werner Lansburgh und Thomas Spickhofen, ARD London. Moderation: Juliane Eisenführ

In der Sendereihe "Zwischen Hamburg und Haiti" bekannte Autor Werner Lansburgh im Jahre 1982 unverblümt seine Liebe zu der britischen Hauptstadt. In seinem Feature über London bilanzierte er seine Erfahrungen dort kurz und knapp mit den Worten: "Gut, dass es London gibt." Thomas Spickhofen, seit fünf Jahren ARD-Korrespondent im Studio London, widerspricht ihm auch knapp 40 Jahre später nicht. Der Blick auf die britische Hauptstadt steht diesmal im Zentrum der "Haiti-Classics". Juliane Eisenführ nutzt dafür das Archiv der traditionsreichen Sendereihe.

Das gedrängte Zusammenleben in London ist gut erträglich

Werner Lansburgh, 1912 in Berlin geboren, 1933 aus Deutschland geflohen, weil er Jude war, schließlich erfolgreicher Schriftsteller ("Dear Doosie") beschrieb 1982 das zivilisierte und rücksichtsvolle Miteinander in London. Es sei, als umgebe ein Luftkissen jede einzelne Person in der Millionenstadt - und mache damit das Zusammenleben selbst im größten Gedränge gut erträglich.

Im Gespräch mit Juliane Eisenführ stimmt Thomas Spickhofen der Beobachtung zu - und sagt wie Werner Lansburgh: Nach nur wenigen Tagen in London sagt man allenthalben "Sorry". Oft schon, bevor irgendein Unheil passiert ist. Obwohl London in den vergangenen Jahrzehnten weitergewachsen ist, scheint der Umgang miteinander in der Metropole fast unverändert rücksichtsvoll und offen zu sein. Doch eine einstige Ikone existiert in Thomas Spickhofens London kaum noch: Der Bobby. Der unbewaffnete, "bewusst mitbürgerliche" - wie es Werner Lansburgh formulierte - Ordnungshüter ist aus dem Stadtbild so gut wie verschwunden. Angesichts von Terrorgefahr und einem größeren Sicherheitsbedürfnis gehören nun "normale" Polizisten zum Alltag…

Doch eine weitere Tradition haben Werner Lansburgh und Thomas Spickhofen gleichermaßen erlebt: Die Einladung auf eine "nice cup of tea" in der Nachbarschaft. Symbol für die Offenheit im Zentrum des einstigen britischen Weltreichs - und Labsal für  jede heimatlose Seele.

Die Tower Bridge führt über die Themse in London © Yui Mok/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Das Erlebnis London - die Metropole 1982 und 2021

Schriftsteller Werner Lansburgh erzählt 1982, warum London für ihn die großartigste Stadt Europas ist.Thomas Spickhofen, ARD London ergänzt - aber er widerspricht nicht. mehr