In der Nacht fällt Schnee auf eine mit Laternen beleuchtete Straße in Grambin bei Ueckermünde. Frische Autospuren sind auf der Fahrbahn zu sehen. © Christopher Niemann Foto: Christopher Niemann

Glatte Straßen: Viele Unfälle durch Eis und Schnee im Norden

Stand: 13.01.2021 23:40 Uhr

Glatte Straßen durch Schnee und Hagel haben in ganz Norddeutschland zu zahlreichen Unfällen geführt. Ein Mensch kam ums Leben, es gab mehrere Schwerverletzte. In einigen Städten fuhren am Mittwochmorgen keine Busse.

In der Nacht wurden mehrere Autobahn-Abschnitte zeitweise wegen Glätte-Unfällen gesperrt. Auch am Vormittag gab es noch Sperrungen. Die A21 war am späten Mittwochnachmittag noch wegen Reinigungssarbeiten verengt. Die aktuelle Lage auf den Straßen in Norddeutschland erfahren Sie jederzeit im NDR Verkehrsservice.

Schleswig-Holstein: 50 Unfälle - A21 zeitweise gesperrt

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Ein VW Lupo liegt auf dem Dach in einem Seitengraben einer Landstraße. © Arne Jappe Foto: Arne Jappe

A21 nach mehr als zwölf Stunden wieder freigegeben

Am Mittwochmorgen war ein Lkw wegen Glätte gegen einen Baum gestoßen. Der Lkw musste mit einem Spezialkran geborgen werden. mehr

Allein in Schleswig-Holstein krachte es seit Dienstagabend rund 50 Mal, wie die Polizei mitteilte. Besonders betroffen war der Süden des Bundeslandes. Dort zählten die Einsatzkräfte 20 Unfälle mit insgesamt zwei Schwerverletzten. Landesweit gab es außerdem mehrere Leichtverletzte. Die Autobahn 21 wurde nach einem Unfall mit einem Lastwagen bei Bad Oldesloe in Fahrtrichtung Süden gesperrt. Am späten Abend war die rechte Fahrspur wegen Reinigungsarbeiten noch gesperrt. Der Lkw sei auf der schneeglatten Fahrbahn ins Schleudern geraten, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei. Das Fahrzeug blieb quer auf der Autobahn stehen. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Ebenfalls leicht verletzt wurden zwei Polizisten, deren Streifenwagen sich auf der A7 bei Bad Bramstedt überschlug.

Wegen der Glätte stellte das Unternehmen Autokraft den Busverkehr in Eckernförde, Heide und Husum teilweise ein.

18-Jähriger stirbt bei Verkehrsunfall in MV

In Mecklenburg-Vorpommern gab es bei insgesamt 20 Unfällen mindestens sechs Verletzte und einen Toten. Ein 18-jähriger Autofahrer kam durch einen Unfall auf glatter Straße ums Leben. Der Mann war auf einer Landstraße nahe der Stadt Süderholz (Landkreis Vorpommern-Rügen) vermutlich zu schnell gefahren, wie die Polizei mitteilte. Das Auto kam von der Fahrbahn ab, krachte in mehrere Leitplanken und in einen Baum. Während der 30 Jahre alte Beifahrer schwer verletzt überlebte, starb der Fahrer noch am Unfallort. In Zierzow südlich von Parchim rutschte ein Linienbus in einen Graben. Der Bus war ohne Fahrgäste unterwegs und auch der Fahrer blieb unverletzt.

A19 in Mecklenburg-Vorpommern zweimal zeitweise gesperrt

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Mecklenburg-Vorpommern, Kaeselow: Ein Auto fährt auf einer mit Schnee und Eis bedeckten Straße. (13.01.2021) © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Zahlreiche Unfälle bei Schnee und Glatteis in MV

Mehrere Menschen wurden dabei verletzt, ein junger Mann kam ums Leben. Außerdem landete ein Linienbus im Graben. mehr

Von Blitzeis betroffen war die Autobahn 19 zwischen Röbel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und Wittstock (Brandenburg). Die Strecke war nach einem Unfall zeitweise gesperrt, ebenso bei einem weiteren Unfall im selben Landkreis auf der A19. Nördlich von Malchow war ein mit Sauerstoffflaschen beladener Lastwagen von der Straße abgekommen. Der Fahrer wurde in eine Klinik gebracht. Die B105 am Ortsausgang Grevesmühlen (Landkreis Nordwestmecklenburg) musste nach einem ähnlichen Lkw-Unfall zwischen Neu Degtow und Waldeck ebenfalls vorübergehend gesperrt werden. Der 31 Jahre alte Fahrer wurde eingeklemmt, er kam schwer verletzt in ein Krankenhaus. Weitere Unfälle gab es in Neustadt-Glewe und an der Autobahnabfahrt Kavelstorf.

Niedersachsen: Mann lebensgefährlich verletzt

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Eine Unfallstelle auf der A27

Glätte in Niedersachsen führt zu mehreren schweren Unfällen

Bei Gifhorn wurde ein 26-Jähriger lebensgefährlich verletzt. Auf der A7 bei Bispingen wurde eine Polizistin angefahren. mehr

Bei Gifhorn in Niedersachsen rutschte ein Autofahrer mit seinem Wagen auf glatter Straße in den Gegenverkehr und wurde lebensgefährlich verletzt. Der 26-Jährige sei vermutlich zu schnell gefahren, teilte die Polizei mit. Der Fahrer eines entgegenkommenden Autos wurde bei dem Zusammenprall leicht verletzt. Auf der Autobahn 7 bei Bispingen (Heidekreis) wurde eine Polizistin schwer verletzt, als sie gerade einen anderen Unfall aufnahm. Der Fahrer eines Kleintransporters geriet ins Schleudern, als er die Unfallstelle passierte, und fuhr in das Heck des Polizeiwagens, dabei wurde die Beamtin erfasst.

Mehrere Unfälle auf A27

Hagelschauer und Glatteis führten im Landkreis Cuxhaven zu mehreren Unfällen auf der Autobahn 27. Zwischen den Anschlussstellen Uthlede und Schwanewede kam es in Richtung Bremen laut Polizei zu Unfällen, bei denen insgesamt vier Autos, zwei Kleintransporter und ein Lastwagen beteiligt waren. Die A27 wurde daraufhin in dem Bereich in Richtung Bremen für rund drei Stunden gesperrt. Auch auf der Gegenfahrbahn krachte es mehrmals. Es entstand insgesamt ein Schaden in sechsstelliger Höhe.

Hamburg: Schneematsch auf den Straßen

Auch in Hamburg behinderte Schnee und Eis den Verkehr. Bürgersteige, Radwege und Straßen waren am Morgen mit Schneematsch überdeckt. Der Winterdienst der Stadtreinigung war im Einsatz, weil der Schnee teilweise auf der Straße gefror. Laut Polizei passierte auf Hamburgs Straßen aber nur wenig.

Wettervorhersage: Weiter Glätte möglich

In der Nacht zu Donnerstag gibt es weiter gebietsweise Schnee, an der Küste teils Schneeregen. Die Temperaturen sinken dann auf plus 1 bis minus 4 Grad und es kann erneut glatt werden. Und auch für die kommenden Tage rechnet der Deutsche Wetterdienst mit überfrierender Nässe und leichten Schneeschauern.

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Ein Radfahrer überquert eine mit Schneematsch bedeckte Straße in Hamburg-Niendorf. © dpa Foto: Kay Nietfeld

Verkehrsmeldungen für Norddeutschland

Staus, Baustellen und Gefahren-Hinweise: aktuelle Meldungen zum Verkehr für Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. mehr

Kranich steht auf einer Wiese © NDR Foto: Frank Bauer aus Waren

Wie wird das Wetter?

Hier finden Sie das aktuelle Wetter und die Vorhersage für ganz Norddeutschland. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 13.01.2021 | 06:30 Uhr

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