Stand: 28.06.2020 16:16 Uhr

Gewitter im Norden sorgen für Abkühlung

Feuerwehrleute pumpen im Stadtteil Lohbrügge Wasser von einem Parkplatz. © dpa-Bildfunk Foto: Daniel Bockwoldt
Feuerwehrleute pumpten im Hamburger Stadtteil Lohbrügge Wasser von einem Parkplatz.

Pünktlich zum Start der Schulferien in Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich die Norddeutschen über die erste hochsommerliche Phase des Jahres gefreut. Abkühlung gab es aber am Sonnabend in einigen Regionen Norddeutschlands durch teils kräftige Gewitter. Im Norden Schleswig-Holsteins sorgten Starkregen und Gewitter für etwa 115 Einsätze der Feuerwehr. Im Bereich Flensburg, Harrislee und Kappeln waren Gullideckel hochgekommen sowie viele Keller und Garagen vollgelaufen. Verletzt wurde niemand. Laut Deutschem Wetterdienst wurde dort auch die größte Regenmenge in Norddeutschland gemessen: In einer Stunde fielen etwa 47 Liter Regen pro Quadratmeter.

Auch in Hamburg hatte die Feuerwehr nach einem Unwetter viel zu tun, vor allem mit umgestürzten Bäumen. Sie rückte zu 45 Einsätzen aus. Vereinzelt seien auch Keller vollgelaufen, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. Der Schwerpunkt sei im Bezirk Bergedorf gewesen. Auch in der Hansestadt wurde niemand verletzt. 

Kreis Rostock: Haus brennt nach Blitzeinschlag nieder

Ein reetgedecktes Haus im Kreis Rostock wurde von einem Blitz getroffen und brannte komplett nieder. Wie die Polizei in der Nacht zu Sonntag mitteilte, fiel auch eine angrenzende Scheune in Elmenhorst-Lichtenhagen den Flammen zum Opfer. Die Bewohnerin verließ das Haus bei dem Brand am Samstagabend rechtzeitig und blieb unverletzt. Das Haus war 1822 errichtet worden. Der Schaden wird auf 750.000 Euro geschätzt.

Auch der Nordwesten Niedersachsens betroffen

Starke Regenschauer und Wind haben am Sonnabend auch für Verkehrsprobleme im Nordwesten Niedersachsens gesorgt. Im Landkreis Oldenburg, in Rastede (Landkreis Ammerland) und in Ostfriesland wurden Straßen überflutet. Die Feuerwehr im Kreis Leer rückte zu rund 20 Einsätzen aus, teilte ein Sprecher mit. In den meisten Fällen ging es dabei um Wasserschäden. Zum Teil seien Keller vollgelaufen oder Wasser drohte von der Straße in Gebäude zu laufen. Die Feuerwehren hätten Pumpen eingesetzt und Wasserabflüsse in den Straßen wieder frei gemacht. Zudem seien mancherorts Bäume oder Äste abgebrochen. Auch im Landkreis Aurich hatten die Rettungskräfte viel zu tun.

Zur Siebenschläfer-Zeit wird's kühler

Die Gewitter leiteten einen Wetterwechsel ein: Zu Wochenbeginn sinken die Tagestemperaturen auf 18 bis 23 Grad bei wechselhaftem Wetter mit Sonne und Wolken.

Das sei auch insofern bedeutsam, weil in der kommenden Woche die Siebenschläfer-Phase ansteht - jene Tage Ende Juni und Anfang Juli, deren Wetter mit einiger Wahrscheinlichkeit genau so ist, wie es auch in den sieben Wochen danach wird. "Bei einer Trefferquote von etwa 70 Prozent ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Sommer nicht durchweg heiß, sonnig und trocken wird", prognostizierte DWD-Meteorologe Christian Paulmann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 28.06.2020 | 12:00 Uhr

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