Drei Personen sitzen im Wartebereich der Bundesagentur für Arbeit hinter einem Aufsteller mit dem Logo der Agentur. © dpa bildfunk Foto: Larissa Schwedes

Erstmals wieder weniger Arbeitslose als im Vorjahresmonat

Stand: 01.06.2021 10:30 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai in drei norddeutschen Ländern gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich gesunken. Nur in Hamburg blieb der Rückgang verhaltener.

Die Corona-Fallzahlen gehen seit Wochen deutlich zurück - nun folgt diesem Trend auch der Arbeitsmarkt mit stärker rückläufigen Arbeitslosenzahlen, als es bislang in diesem Frühjahr der Fall war. Bundesweit betrug die Arbeitslosenzahl im Mai laut Bundesagentur für Arbeit 2,687 Millionen. Das sind 84.000 weniger als im April und 126.000 weniger als im Mai 2020. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. Nachdem im April in allen norddeutschen Ländern noch mehr Menschen arbeitslos gemeldet waren als im April 2020, wurden im Mai im Vergleich mit dem Vorjahresmonat weniger Arbeitslose registriert. Allerdings fällt der Rückgang unterschiedlich stark aus.

Niedersachsen: 4,6 Prozent weniger Arbeitslose als vor einem Jahr

In Niedersachsen waren im Mai 249.606 Menschen arbeitslos gemeldet, knapp 12.000 oder 4,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Erstmals seit Beginn der Pandemie liegt die Arbeitslosenzahl damit wieder unter dem Niveau des Vorjaresmonats. Die Quote sinkt von 5,9 auf 5,7 Prozent. Herausfordernd sei die Lage auf dem Ausbildungsmarkt, sagte Shirin Khabiri-Bohr, stellvertretende Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit: "Die Betriebe suchen weiterhin händeringend Auszubildende. Auch Jugendliche mit weniger gutem Schulzeugnis haben inzwischen bessere Chancen denn je, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden." Gut 47.000 angebotenen Ausbildungsplätzen stehen nur gut 39.000 Bewerberinnern und Bewerber gegenüber.

Schleswig-Holstein: Größter Rückgang im Jahresvergleich im Norden

92.043 Frauen und Männer waren im Mai in Schleswig-Holstein ohne Job gemeldet. Das sind rund 3.500 weniger als im April und 5.200 weniger als im Mai 2020. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt damit 5,3 Prozent - der Spitzenwert unter den norddeutschen Ländern. Die Arbeitslosenquote sinkt von 6,1 Prozent auf 5,8 Prozent. Im Mai 2020 betrug sie 6,2 Prozent. "Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen: Die Frühjahrsbelebung hat im Mai stark angezogen", sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann. Insbesondere die Einrichtung von Modellregionen und weitere Lockerungen der Corona-Regeln hätten dazu beigetragen, dass die Zahl der Arbeitslosen aller Alters- und Personengruppen im Vormonatsvergleich gesunken sei.

Mecklenburg-Vorpommern: "Belebung weiterhin verhalten"

Im Nordosten waren im Mai 66.399 Menschen arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 1.200 oder 1,7 Prozent im Vergleich zum Mai 2020. Die Arbeitslosenquote sinkt zum Vormonat geringfügig auf 8,1 Prozent. "Die Frühjahrsbelebung ist Corona-bedingt weiterhin verhalten", sagte Haupt-Koopmann. Sie rechne allerdings fest damit, dass vor allem in den Tourismus-Regionen sinkende Inzidenzen und weitere Öffnungsschritte zu einer spürbar positiven Belebung des Arbeitsmarktes in den kommenden Sommerferien führen.

Hamburg: Schlusslicht bei der Frühjahrsbelebung

In Hamburg waren im Mai knapp 83.895 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Quote von 7,8. Die absolute Zahl ging gegenüber dem Vorjahresmonat um 531 Personen zurück. Das entspricht 0,6 Prozent, sodass Hamburg bei der Frühjahrsbelebung auf dem letzten Rang landet. Der Vergleich mit der Zeit vor der Corona-Pandemie macht die Auswirkungen besonders deutlich: Vor zwei Jahren - im Mai 2019 - gab es in der Hansestadt über 19.000 Arbeitslose weniger. Arbeitsagentur-Chef Sönke Fock erwartet, dass sich die Zahl mit Impfungen, weiteren Lockerungen im Handel sowie dem Gastgewerbe auch weiter nach unten bewegt. Vor allem im Tourismus dürfte die Beschäftigungsnachfrage im Sommer wieder anziehen, wenn Restaurants mehr Gäste bedienen dürfen und Gäste auch privat in Hotels übernachten. Zunächst werde die Belebung aber wohl nur in kleinen Schritten erfolgen, da die Unternehmen erst Kurzarbeit abbauen, bevor sie neu einstellen.

 

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NDR Info | Aktuell | 01.06.2021 | 10:00 Uhr

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