Stand: 15.08.2022 18:10 Uhr

Energiekrise: Gasumlage liegt bei 2,4 Cent pro Kilowattstunde

Auf Gaskunden kommen ab Herbst wegen einer staatlichen Umlage an Importeure Preissteigerungen zu - es wird zunächst aber nicht so teuer wie befürchtet. Die Höhe der staatlichen Gasumlage wird bei 2,419 Cent pro Kilowattstunde liegen, wie die Firma Trading Hub Europe, ein Gemeinschaftsunternehmen der Gas-Fernleitungsnetzbetreiber, in Ratingen mitteilte. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden betragen die Mehrkosten etwa 484 Euro im Jahr. Falls zusätzlich die Mehrwertsteuer fällig wird, steigen die Kosten auf 576 Euro. Die Bundesregierung will allerdings verhindern, dass diese fällig wird. Das Wirtschaftsministerium war zuvor von einer Spanne von 1,5 bis 5 Cent je Kilowattstunde ausgegangen - 5 Cent hätten in demselben Beispiel Mehrkosten von 1.000 Euro pro Jahr bedeutet. Die Umlage soll vom 1. Oktober dieses Jahres bis zum 31. März 2024 erhoben werden. Sie soll Gasversorgern zugutekommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibende, günstigere Gasmengen aus Russland kaufen müssen. Die Bundesregierung hat erneut Entlastungen zugesichert. "Wenn die Umlage zum 1. Oktober dieses Jahres fällig wird, werden auch weitere Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes bereit sein", sagte die stellvertretende Sprecherin Christiane Hoffmann. Die Koalition sei zu Vorschlägen dazu in der Diskussion.

VIDEO: Gasumlage liegt bei 2,4 Cent pro Kilowattstunde (3 Min)

Habeck: Umlage für Versorgungssicherheit notwendig

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) erklärte, die Umlage sei "bei weitem kein einfacher Schritt", aber notwendig, um die Wärme- und Energieversorgung in den privaten Haushalten und der Wirtschaft aufrechtzuerhalten. "Sonst wäre die Versorgungssicherheit gefährdet." Laut Habeck haben insgesamt zwölf Gasimporteure ihre Ersatzbeschaffungskosten bei Trading Hub Europe angemeldet. Bezogen auf den Umlagezeitraum bis Anfang April 2024 machten diese Gasimporteure 34 Milliarden Euro an Kosten geltend, dies entspricht 90 Prozent der erwarteten Ersatzbeschaffungskosten für diese Zeit. Energiekonzerne wie RWE und Shell wollen die Umlage nicht in Anspruch nehmen.

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NDR Info | Aktuell | 15.08.2022 | 16:00 Uhr

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