Der belebte Nachbarschaftstreff Rebuild in Huntington. © ARD Foto: Julia Kastein

Ein (fast) aussichtsloser Kampf - Opioid-Missbrauch in den USA

Sendung: NDR Info Hintergrund | 09.11.2021 | 20:33 Uhr | von Julia Kastein
25 Min | Verfügbar bis 09.11.2022

Immer mehr US-Amerikaner sterben an einer Überdosis von Opioiden. West Virginia ist zum Drogen-Hotspot geworden - trotz vieler Hilfsangebote.

Mit fast 95.000 Drogentoten haben die USA im vergangenen Jahr einen traurigen Rekord gemeldet. Vor allem der Opioid-Missbrauch nimmt zu. Los ging es Anfang der 2000er Jahre mit dem Schmerzmittel Oxycontin: Hunderttausende Amerikaner schluckten das Opioid auf Rezept und wurden süchtig. Danach stiegen viele auf Heroin und andere Drogen um. Inzwischen ist Fentanyl das Hauptproblem.

Besonders dramatisch ist die Situation in West Virginia und dort in der ehemaligen Hafenstadt Huntington am Ohio River. Früher bekannt als Umschlagplatz für Rohstoffe aus den Appalachen. Jetzt berüchtigt als „Opioid-Hauptstadt“ der USA. Über 10 Prozent der gut 45.000 Einwohner sind laut Schätzungen süchtig. Es gibt eine regelrechte Industrie, um ihnen bei Entzug und Reha zu helfen. Milliarden Dollar wurden investiert. Trotzdem ist die Zahl der Überdosis-Opfer im vergangenen Jahr dramatisch gestiegen. Ein Grund ist die Corona-Pandemie. Für die vielen Süchtigen gibt es in dieser ärmlichen Region mit hoher Arbeitslosigkeit kaum Perspektiven.

Jennifer Chapman vor dem Familien-Center Lily's Place in Huntington. © ARD Foto: Julia Kastein

Ein (fast) aussichtsloser Kampf - Opioid-Missbrauch in den USA

West Virginia ist ein Hot Spot für Drogen. Jeder 10. Bewohner Huntingtons ist drogensüchtig, trotz vieler Hilfsangebote. mehr