Pflanzliche Burgerpatties in einem Tiefkühlregal. © dpa picture alliance Foto: Sven Simon

Der Kampf um die Kuh. Wie die EU über vegane Lebensmittel streitet

Sendung: NDR Info Hintergrund | 13.04.2021 | 20:35 Uhr | von Loll, Anna
26 Min | Verfügbar bis 12.04.2022

Was wir essen, warum wir etwas essen - ob wir zum Beispiel tierische Nahrungsmittel bewusst meiden, vielleicht sogar konsequent ablehnen oder sie als köstliche Delikatesse schätzen - dafür hat jeder, jede von uns eigene, sehr gute Gründe. Doch ‚vegan‘ oder ‚nicht vegan‘ spiegelt nicht nur eine persönliche Lebenseinstellung wider. Es ist auch ein Politikum, mit handfesten wirtschaftlichen Interessen.

2017 hat der europäische Gerichtshof die Begriffe von Milch und Milchprodukten geschützt. Soja- oder Hafergetränke dürfen danach nicht Milch heißen, vegane Ersatzprodukte nicht Käse oder Butter. EU-Parlamentarier wollen den Bezeichnungsschutz noch verstärken. Aktuell verhandeln das Europäische Parlament, die Kommission und der Rat der EU die Details. Im Mai wird das Ergebnis vermutlich vorliegen Dann sollen Hersteller veganer Produkte ihre Ware wahrscheinlich nicht mehr als “cremig” oder “sahnig” bewerben dürfen. Formulierungen wie “Typ Joghurt” oder “wie Butter“ könnten verboten werden.

Bei veganen Fleischersatzprodukten sollen Begriffe wie Burger oder Wurst aber erlaubt sein. Für VerbraucherInnen bedeutet das vor allem eines: maximale Verwirrung am Supermarktregal.