Holzlatten liegen gestapelt aufeinander. © Picture Alliance Foto: Rolf Vennenbernd

Das Holz-Paradoxon – Warum Baupreise durch die Decke gehen

Sendung: NDR Info Hintergrund | 28.06.2021 | 20:33 Uhr | von Anja Nehls
25 Min | Verfügbar bis 28.06.2022

Seit Monaten sind Baumaterialien knapp und teuer. Vor allem Holz. In deutschen Wäldern gibt es mehr als genug. Aber es wird viel exportiert.

Deutschland ist ein waldreiches Land. Das Problem dabei: Der deutsche Wald leidet unter dem Klimawandel, unter Dürre, Stürmen und unter dem Borkenkäfer. Die Folge: Es gibt immer mehr Schadholz, mehr als 170 Millionen Kubikmeter im vergangenen Jahr, so viel wie noch nie. Nur selten geeignet für die Möbelproduktion, aber sehr gut als Baustoff für den Häuserbau zu verwenden. Und weil es derzeit ein Überangebot gibt, verkaufen deutsche Waldbesitzer ihr Holz an Sägewerke vergleichsweise günstig.

Deutsche Bauherren und Baubetriebe spüren davon nichts. Im Gegenteil. Sie müssen seit Monaten satte Preisaufschläge zahlen. Oft sind die gewünschten Baumaterialien gar nicht lieferbar. Die Baupreise schießen durch die Decke. Der Grund: ein Großteil der deutschen Holzproduktion wandert uns Ausland, in die USA oder nach China. Dort ist Holz momentan tatsächlich knapp, und die Kunden sind bereit, entsprechend hohe Preise zu bezahlen. Und deutsche Bauherren müssen sie ebenfalls zahlen, obwohl es hierzulande nicht zu wenig, sondern zu viel Holz gibt. Ein Paradoxon. Muss das so sein? Erste Waldbesitzer rufen zum Verkaufsstreik auf.

In einem Wald im Landkreis Osnabrück stapeln Forstarbeiter Baumstämme. © Archiv Landesforsten Foto: Archiv Landesforsten

Das Holz-Paradoxon – Warum Baupreise durch die Decke gehen

Holz zum Bauen ist knapp. Deutsche Waldbesitzer ärgert das, weil ihre Hölzer vor allem ins Ausland verkauft werden. mehr