Stand: 27.05.2020 11:27 Uhr

Coronavirus in Grafiken: Was sagen die Zahlen?

Seit dem Start der Corona-Pandemie sammeln Behörden Zahlen über bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2, das die schwere Erkrankung Covid-19 auslöst. NDR.de führt hier regelmäßig die neuesten norddeutschen Zahlen des bundeseigenen Robert Koch-Instituts (RKI) für Sie zusammen.

Auf Basis der RKI-Zahlen hat das NDR-Data-Team die Zahl der Genesenen und der aktiven Fälle geschätzt. Der rot markierte Bereich der Grafik zeigt die Zahl der gemeldeten Fälle in Norddeutschland, bei denen nach der NDR-Schätzung die Krankheit noch aktiv ist.

Die folgende Tabelle informiert über die Gesamtzahl von Infizierten, Genesenen und Todesfällen infolge von Corona im Norden.

Verteilung der Coronavirus-Fälle auf die Landkreise

Die folgende Karte zeigt die Corona-Infektionen auf Landkreisebene an. Die Einfärbung beschreibt die Zahl der neuen laborbestätigten Infektionen pro 100.000 Einwohner der vergangenen 7 Tage. Vor dem Hintergrund der Lockerungen der Corona-Maßnahmen hat diese Zahl enorm an Bedeutung gewonnen. Steigt dieser Wert über 50, können die Länder Einschränkungen verhängen. Weitere Detail-Informationen lassen sich per Mouseover oder Antippen (Smartphone) abrufen.

Ähnliche Daten wie in der Karte oben finden Sie auch in dieser Tabelle. Aus Platzgründen sind nur zehn Einträge pro Tabellenblatt zugleich zu sehen. Sie können jedoch weiterblättern. In dem Suchfenster oben links können Sie außerdem nach Landkreisen suchen. Die Tabelle zeigt Landkreise (LK) und kreisfreie Städte (SK) und ist nach Infektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen 7 Tagen sortiert. Mit einem Klick auf eine der Spaltenüberschriften können Sie die Sortierung ändern.

Verlauf nach Landkreis

Die folgenden Grafiken zeigen die kumulierten Verläufe für Infektionen, Genesene und Todesfälle auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte.

Tägliche Neuinfektionen

Im folgenden finden Sie einen Überblick über den Verlauf der Pandemie in den norddeutschen Bundesländern anhand der Zahlen der diagnostizierten Neuinfektionen. Allerdings sind die jeweils neuen Zahlen nicht komplett. Die Behörden melden immer noch neue Fälle nach. Das lässt sich auch am Verlauf der Säulen erkennen: An Wochenenden werden weniger Fälle bekannt, zu Wochenbeginn gibt es einen höheren Ausschlag wegen der Nachmeldungen, die am Sonnabend und Sonntag liegen blieben.

Neue gemeldete Todesopfer

Jeden Tag meldet das RKI auch die Todesfälle. Wenn Patienten sterben, geschieht das in der Regel zwei bis vier Wochen nach dem Ausbruch der Infektion.

Infektionen und Todesfälle pro 100.000 Einwohner

Dort, wo viele Menschen wohnen, gibt es auch mehr Infektionen. Aber wie sieht die Gesamtzahl der Infektions- und Todesfälle aus, wenn man sie auf die Zahl der Einwohner umrechnet? Wissenschaftler sprechen vom sogenannten Inzidenz-Wert. Erst dieser Schritt ermöglicht einen Vergleich.

Auch die Todesopfer lassen sich auf die Bevölkerungszahl umrechnen. Dadurch wird auch hier eine bessere Vergleichbarkeit geschaffen.

Bestätigte Sars-CoV-2-Infektionen im Verlauf

Die Grafik zeigt den Verlauf der kumulierten (aufsummierten) labor-diagnostizierten Fälle in Norddeutschland. Die einzelnen Farben zeigen die fünf Nord-Bundesländer an. Per Mouseover oder Antippen (Smartphone) lassen sich die einzelnen Werte anzeigen.

Bestätigte Covid-19-Todesfälle

Das RKI vermeldete das erste Todesopfer in Norddeutschland Anfang März 2020 in Hamburg. So hat sich die Zahl der Todesopfer seitdem entwickelt:

Bei der Zahl der an Covid-19 Verstorbenen gilt zu beachten: Das RKI zählt alle Todesfälle von Menschen, bei denen eine Infektion mit dem SARS-CoV2-Virus im Labor nachgewiesen wurde. Andere Behörden, zum Beispiel die Behörde für Gesundheit in Hamburg, zählen nur Fälle als Corona-Todesfall, bei denen durch eine Obduktion das Virus als hauptsächliche Todesursache festgestellt wurde.

Fälle nach Alter und Geschlecht

Bei den Infektionen zeigt sich, dass vor allem Menschen mittleren und fortgeschritten Alters betroffen sind. Indem Sie auf den Namen eines jeweiligen Bundeslands tippen, können Sie sich die unterschiedlichen Verteilkurven anschauen.

Außerdem zeigt sich, dass das Geschlechterverhältnis bei den Infektionen nahezu ausgeglichen ist.

Anders sieht es bei den Todesopfern aus: Dort gibt es sowohl bei der Altersverteilung als auch bei der Geschlechterverteilung große Unterschiede.

Haben Sie Fragen und Anregungen? Schreiben Sie uns an data@ndr.de.

Hinweise zu den RKI-Daten

  • Das RKI zählt labor-diagnostizierte Fälle. Die Ausbreitung von Sars-CoV-2 ist also aller Wahrscheinlichkeit nach größer als die bestätigten Infektionsfälle.
  • Wegen des Meldeverzugs tauchen neue Fälle meist Tage später in den Daten auf. Zum Teil werden Fälle, die Wochen zurückliegen, nachgemeldet. Die meisten nachgemeldeten Fälle verteilen sich auf die vergangenen drei bis vier Tage. Vorsicht ist vor allem an Wochenenden und Feiertagen geboten. Letztlich bedeutet das: Abflachende Infektionskurven können ein trügerisches Bild zeichnen.
  • Die Zählung der Todesfälle des RKI kann von der Zählung der Bundesländer abweichen, da Bundesländer wie Hamburg nur Fälle zählen, bei denen Covid-19 als Todesursache festgestellt wurde.
  • Schließlich kann eine veränderte Strategie beim Testen die Zahlen beeinflussen: Je mehr getestet wird, desto mehr Infizierte wird man finden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 31.03.2020 | 21:45 Uhr

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