Stand: 26.03.2020 16:34 Uhr

Coronavirus in Grafiken: Was sagen die Zahlen?

Mehrfach täglich informieren die Behörden montags bis freitags mit aktuellen Zahlen über bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2, das die schwere Erkrankung Covid-19 auslöst. Doch nackte Zahlen sagen zunächst nicht viel darüber aus, wie stark eine Region oder ein Land tatsächlich belastet ist und mit welchem Tempo sich das Virus verbreitet. Zum einen gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer aus. Und wirklich aussagekräftig werden die vorliegenden Daten erst in ihrem zeitlichen Verlauf und zum Beispiel im Verhältnis zur jeweiligen Einwohnerzahl. NDR.de führt hier regelmäßig die neuesten norddeutschen Zahlen auf Basis des Robert Koch-Instituts (RKI) für Sie zusammen.

Wo kommen die Daten her?

Den Daten der Grafiken auf dieser Seite liegen die Analysen des bundeseigenen Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde. Die Gesundheitsämter der einzelnen Länder übermitteln dem RKI die bestätigten Fälle auf elektronischem Weg, daher ist bei diesen Daten auch von elektronisch gemeldeten Fällen die Rede. Als deutsche Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten aktualisiert das RKI die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten pro Bundesland mindestens einmal täglich.

Hinweis: Nach Angaben des RKI werden an den Wochenenden nicht aus allen Ämtern auf Landesebene zuverlässig die neusten Zahlen an die Bundesbehörde übermittelt. Diese werden demnach erst im Laufe der folgenden Tage in die Statistiken einfließen und können auch erst dann ausgewertet und bewertet werden.

Karte: Zahl der Corona-Infektionen in den Landkreisen im Norden

Die jeweils aktuellsten Daten des RKI auf einer Landkarte dargestellt geben Orientierung, wie stark die einzelnen Landkreise in Norddeutschland von der Ausbreitung des Virus betroffen sind. So zeigt sich etwa, dass es besonders dort viele Fälle gibt, wo auch viele Menschen leben, zum Beispiel in Hamburg und auch in Niedersachsen.

Mit einer Darstellung der Infektionszahlen auf Kreisebene lassen sich Verzerrungen vermeiden, die beispielsweise beim Blick auf die Landesebene entstehen können - etwa wenn ein Großteil der Erkrankten nur in einem Teil eines Bundeslandes lebt.

Corona-Infizierte im Norden in Bezug auf Einwohnerzahlen

Zum einordnenden Vergleich der Fallzahlen der einzelnen Bundesländer sind die vom RKI gemeldeten Daten in dieser Grafik anteilig auf die Bevölkerung umgerechnet. Nimmt man die Anzahl der Betroffenen pro 100.000 Einwohner zur Grundlage - in folgenden Grafiken auch als Inzidenz-Wert gekennzeichnet -, lassen sich zumindest numerisch auch Bremen (rund 569.400 Einwohner) und Mecklenburg-Vorpommern (rund 1.609.700 Einwohner) vergleichen.

So zeigt sich, dass sich die Krankheit in den ersten März-Wochen nicht nur in Hamburg stark ausgebreitet hat - also dort, wo die Menschen sehr eng beieinander leben, sondern auch im deutlich kleineren, aber auch urban geprägten Bremen.

Länder-Daten kompakt und Vergleichswerte zum Vortag

Diese Grafik liefert die aktuell vorliegenden Fall- und Verlaufszahlen kompakt nach Bundesland sortiert. Sie weist auch die Vergleichszahlen zum Vortag aus. Im Vergleich zur Gesamtzahl lässt sich an der ein möglicherweise besonders hoher Anstieg ablesen. Ebenfalls angezeigt wird mit dem Inzidenz-Wert, wie viele Corona-Infektionen es derzeit pro 100.000 Einwohner gibt.

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Meldekette: Warum es unterschiedliche Zahlen gibt

Verschiedene Medien veröffentlichen dieser Tage unterschiedliche Zahlen - was zu Verwirrung führen kann. Grund sind die unterschiedlichen Quellen, derer sie sich bedienen. Das Coronavirus ist meldepflichtig, das heißt Ärzte und Labore übermitteln einen bestätigten Fall an das zuständige Gesundheitsamt in dem Landkreis, in dem der Patient seinen Wohnsitz hat. Das Gesundheitsamt wiederum erfasst den Fall elektronisch und gibt die Daten mehrmals täglich gesammelt an das jeweilige Landesgesundheitsamt weiter.

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Zweimal täglich übermittelt die Landesgesundheitsbehörde die gesammelten Falldaten, also die aktuellen Zahlen für das jeweilige Bundesland, an das RKI. Dort ist das Ende der langen Meldekette erreicht. Je nachdem also, auf welcher institutionellen Ebene die Daten abgefragt werden - Kreis- oder Landesebene oder RKI -, hat der vorangegangene Meldeweg inklusive Sammeln und Bündeln der Daten Zeit in Anspruch genommen - was zu Abweichungen in den Fallzahlen führt.

Dass NDR.de hier auf die Daten des RKI zurückgreift, kann zwar eine zeitliche Verzögerung im Vergleich zu Daten einzelnen Landesministerien oder etwa der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bedeuten, die eigenen Angaben zufolge in "Echtzeit" erhebt. Die Methodik der Datenerhebung erfolgt bei der JHU allerdings nicht so transparent wie beim RKI. Zudem garantiert die beschriebene Meldekette bis zum RKI, dass die Daten auf ihrem Weg mehrfach geprüft wurden und bietet damit größtmögliche Validität und Transparenz.

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Aktuell | 25.03.2020 | 21:45 Uhr

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