Stand: 27.04.2020 05:58 Uhr

Corona-Schutzmasken im ÖPNV werden zur Pflicht

Vielerorts in Norddeutschland ist am Montag die Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr in Kraft getreten - vereinzelt gilt sie schon seit einigen Tagen. Wie diese Bestimmungen in den einzelnen Bundesländern umgesetzt werden, variiert.

von Marie Blöcher und Noura Mahdhaoui

Eine Frau mit einer Schutzmaske nutzt den öffentlichen Nahverkehr. © dpa Foto: Sina Schuldt
Von heute an gilt in den meisten Bundesländern eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr.

In Wolfsburg gilt die Maskenpflicht bereits. Nach Angaben der dortigen Verkehrsgesellschaft wurden Fahrgäste ohne Maske bisher nur freundlich gebeten, bei künftigen Fahrten Mund und Nase zu bedecken. Von heute an sei das anders, sagt Sprecherin Petra Buerke. "Fahrer und Kontrolleure kontrollieren beim Einstieg. Fahrgäste ohne Masken werden jetzt nicht mehr befördert", sagt Buerke. "Aber als Service für unsere Kunden bieten wir an verschiedenen Verkaufsstellen Masken für einen Euro an." Die Maskenpflicht in Bus und Bahn tritt nun in allen niedersächsischen Städten in Kraft.

Auch Nahverkehr Schwerin verkauft Masken

Mecklenburg-Vorpommern hatte die Pflicht zum Tragen von Masken schon früh in Betracht gezogen. Die Landeshauptstadt Schwerin sieht sich gut vorbereitet. Wilfried Eisenberg vom Nahverkehr Schwerin erklärte, eine Gruppe von Bürgern mit vietnamesischen Wurzeln habe kostenfrei 1.500 Masken genäht, die dann verteilt worden seien. Vom Land seien 25.000 Masken gekommen. "Die verkaufen wir am Platz der Freiheit und am Marienplatz für zwei Euro das Stück." Eisenberg glaubt, dass sich die neuen Auflagen gut umsetzen lassen werden. "Der Kontrolldienst, der auch Fahrscheine kontrolliert, der überwacht das und wird auch Masken dabeihaben für die, die das vergessen haben."

Anders sieht es in Greifswald aus. Hier sehe sich der Verkehrsbetrieb nicht in der Lage, eigene Kontrollen durchzuführen, erklärte Geschäftsführer Henrik Umnus. "Wir informieren auf den Innenmonitoren in den Bussen sowie auf den Fahrzielanzeigen außen an den Bussen." Wie kontrolliert werden solle, dass die Fahrgäste ihre Masken auch wirklich tragen, werde gerade mit dem Verwaltungsstab der Stadt abgestimmt.

Hamburger Hochbahn will mit Augenmaß vorgehen

Bei der Hamburger Hochbahn rechnet man damit, dass die meisten Gäste die neue Vorschrift von allein befolgen werden. Verstößen wolle man mit Augenmaß begegnen, betonte Sprecher Christoph Kreienbaum: "Wir werden sicher nicht in den ersten Tagen die Leute aus dem Fahrzeug bitten, sondern daran erinnern." Irgendwann werde die Hochbahn aber auch sicher ihr Hausrecht wahrnehmen müssen. Im Extremfall müssten Maßnahmen mit Unterstützung der Polizei durchgesetzt werden. "Das will ich nicht ausschließen, aber sicher nicht in den ersten ein, zwei Tagen."

Lübecker Stadtverkehr setzt auf Eigenverantwortung

In Schleswig-Holstein gilt die Maskenpflicht im Nahverkehr erst ab Mittwoch. In Lübeck sollen die Fahrer dann über Lautsprecher an die Maskenpflicht erinnern. Gerlinde Zielke vom dortigen Stadtverkehr ist zuversichtlich, dass die meisten Fahrgäste den Hinweisen nachkommen werden. Dass auch selbst genähte Masken und Schals ausreichen, mache es leicht, die Vorschrift einzuhalten. Zudem setze man auf das Verantwortungsbewusstsein der Menschen. 

VIDEO: Schutzmasken selber nähen (3 Min)

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 27.04.2020 | 06:20 Uhr

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