Stand: 26.07.2021 10:25 Uhr

Corona-Regeln: Weitere Lockerungen in Norddeutschland

Ein Passant geht über die menschenleere Elbpromenade im Hamburger Hafen. Der Corona-Lockdown mit nächtlicher Ausgangsbeschränkung in Hamburg wird nach Angaben von Bürgermeister Tschentscher über den 18. April hinaus verlängert. © picture alliance/dpa Foto: Marcus Brandt
Diverse Regeln wurden gelockert - auch die Maskenpflicht im Freien.

Auch wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen wieder angestiegen ist, setzen die norddeutschen Bundesländer weiter auf Lockerungen der Maßnahmen. Denn zuvor waren die Inzidenzwerte überall stark gesunken. Die strikten Regeln - etwa in den Bereichen Schule, Kita, Kultur und Sport - wurden entsprechend angepasst. Die "Bundes-Notbremse", die ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 deutschlandweit einheitliche Regelungen vorgab, ist zum 30. Juni 2021 ausgelaufen.

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gelten derzeit - abhängig von der jeweiligen Inzidenz-Lage - unterschiedliche Corona-Regeln. Hier finden Sie einige der wichtigsten Bestimmungen im Überblick:

Niedersachsen

Am Freitag, 16. Juli, ist eine neue Corona-Verordnung in Kraft getreten. Eine wesentliche Änderung betrifft Großveranstaltungen, die ab einer Inzidenz von unter 35 wieder erlaubt sind - unter Auflagen. Diese wie auch die zuvor bereits umgesetzten Lockerungen folgen im Wesentlichen dem Stufenplan des Landes.

Die wichtigsten Lockerungen im Überblick:

Großveranstaltungen: Voraussetzung für Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Besuchenden ist eine Zulassung durch das Gesundheitsamt im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt. Möglich sind sowohl Veranstaltungen unter freiem Himmel als auch in geschlossenen Räumlichkeiten. Die Zahl der Besuchenden ist auf die Hälfte der Kapazität des jeweiligen Veranstaltungsorts beschränkt beziehungsweise bei größeren Lokalitäten auf maximal 25.000 Menschen. Zudem muss das Abstandsgebot eingehalten werden, zum Beispiel durch feste Sitzplätze sowie die Lenkung von Besucherströmen durch den Veranstalter. Auch müssen der Alkoholkonsum eingeschränkt und die Kontaktdaten erhoben werden.

Kontaktbeschränkungen: In allen Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer konstanten Inzidenz unter 35 dürfen sich bereits seit dem 19. Juni zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten treffen - Geimpfte, Genesene, Kinder unter 14 Jahren sowie Begleitpersonen und Betreuungskräfte von Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit werden dabei nicht mitgezählt. Seit dem 21. Juni können sich bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 10 sogar bis zu 25 Menschen in Innenräumen treffen, draußen bis zu 50. Noch mehr Personen dürften dabei sein, wenn alle einen gültigen negativen Corona-Testnachweis haben.

Tourismus: Übernachtungen sind grundsätzlich bis zu einer Inzidenz von 100 im ganzen Land möglich. Voraussetzung ist lediglich ein negativer Corona-Test bei Anreise. Schwimmbäder sind geöffnet. Stadt- und Naturführungen sind uneingeschränkt zulässig. Es gelten weder Abstands- noch Maskenpflicht. Schiffs- , Kutsch-, Bus- sowie Seilbahnfahrten brauchen ein Hygienekonzept. Am Sitzplatz gilt Maskenpflicht, wird der Mindestabstand eingehalten, entfällt sie. Übernachten in Wohnmobilen und Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Flächen ist unabhängig von Inzidenz-Werten möglich.

Gastro: Die Gastronomie kann bei Inzidenzwerten unter 100 drinnen und draußen öffnen. Unter einem Wert von 50 entfällt draußen die Testpflicht, unter einem Wert von 35 ist ein aktuelles negatives Schnelltestergebnis auch im Innenbereich nicht mehr notwendig. Bei geschlossenen Feiern entfallen bei den derzeit niedrigen Inzidenzwerten die Personenbegrenzungen. Bei Feiern ab 25 Personen drinnen und ab 50 Personen draußen müssen nicht vollständig geimpfte oder genesene Personen einen negativen Testnachweis vorlegen. Gäste von Clubs und Discotheken müssen einen Negativtest oder einen Impf- bzw. Genesenennachweis vorlegen. Masken- und Abstandspflicht entfallen.

Einzelhandel: Alle Läden sind wieder geöffnet, die Kundenzahl muss bei stabilen Werten unter 35 nicht mehr begrenzt werden. Liegt der Inzidenzwert unter 50 muss zudem auch nicht extra getestet werden. Auf Wochenmärkten und Einzelhandelsparkplätzen ist vom 21. Juni an die Maskenpflicht entfallen. Seit dem 16. Juli können bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 10 nicht nur die Kunden, sondern auch die Marktleute ihre Mund-Nasen-Bedeckung abnehmen.

Bildung: Die Maskenpflicht auf Schulhöfen endete am 21. Juni. In den Schulgebäuden bleibe die Maskenpflicht jedoch auf Fluren, in Treppenhäusern und auf Toiletten bestehen.

Überall dort, wo in Niedersachsen eine Testpflicht besteht, sind Genesene oder vollständig Geimpfte davon ausgenommen.

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Schleswig-Holstein

Da in Schleswig-Holstein die Inzidenz-Zahlen bundesweit mit am niedrigsten sind, hat das Land im hohen Norden früh die größten Öffnungsschritte gemacht. Seit dem 26. Juli sind die Regeln noch einmal gelockert - es entfällt unter anderem die Testpflicht im Restaurant.

Die wichtigsten Lockerungen im Überblick:

Kontaktbeschränkungen: Es dürfen sich bis zu 25 Personen treffen. Kinder unter 14 Jahren sowie Genesene und Geimpfte werden hierbei weiterhin nicht mitgezählt. Die Begrenzung der Teilnehmerzahl bei "Veranstaltungen mit Gruppenaktivität" (Feste, Feiern, Empfänge usw.) ist aufgehoben.

Tourismus: Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe haben landesweit unter Auflagen geöffnet. Gäste müssen bei der Anreise aber einen negativen Test vorweisen. Die bisherige Folgetestung ist nicht mehr nötig. Tagestourismus ist überall möglich, Kreuzfahrten sind wieder erlaubt. Schwimm-, Spaß- und Freibäder dürfen mit Hygienekonzepten öffnen.

Gastro: Innen wie Außen gibt es keine Testpflicht mehr. Auch die Sperrstunde ist aufgehoben.

Einzelhandel: Alle Verkaufsstellen des Einzelhandels dürfen derzeit öffnen. Es gilt die Maskenpflicht im Laden selbst. Quadratmeterbeschränkungen für Verkaufsflächen gibt es nicht mehr.

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Mecklenburg-Vorpommern

Wegen zeitweise stark gestiegener Inzidenzzahlen wurde im Nordosten am 16. April ein verschärfter landesweiter Lockdown vereinbart. Mittlerweile sind die Zahlen deutlich gesunken und bundesweit mit am niedrigsten.

Die wichtigsten Lockerungen im Überblick:

Kontaktbeschränkungen: Private Treffen mit bis zu 30 Menschen sind möglich (Kinder, Geimpfte und Genesene zählen nicht mit). Familienfeiern in Gaststätten sind mit bis zu 100 Menschen gestattet. Seit dem 25. Juni dürfen Clubs und Diskotheken mit Testpflicht und 50-prozentiger Kapazitätsauslastung wieder öffnen, inklusive Tanzerlaubnis und Alkoholausschank. Großveranstaltungen im Außenbereich sind dann mit bis zu 15.000 Gästen wieder möglich, müssen aber mit einem Hygienekonzept und Tests abgesichert werden. Auch Märkte und Volksfeste können grundsätzlich wieder stattfinden.

Tourismus: Mittlerweile dürfen wieder aus allen Bundesländern Urlauber nach MV kommen, auch Tagestouristen. Es gelten umfangreiche Hygienevorschriften. Seit dem 17. Juni müssen Touristen nur noch einen negativen Test bei der Anreise vorlegen. Die Pflicht, sich jeden dritten Urlaubstag erneut testen zu lassen, entfällt.

Gastro: Die Gastronomie ist landesweit seit dem 23. Mai offen - sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Wer den Innenbereich eines Restaurants betritt, muss einen negativen Corona-Test vorweisen und vorher einen Tisch reservieren. Ausnahmen gibt es bei der Testpflicht für Geimpfte und für Genesene. In Cafés und Restaurants entfällt die Testpflicht - sowohl im Freien als auch im Innenbereich.

Einzelhandel: Die Geschäfte haben wieder auf. Eine Testpflicht gibt es nicht, wohl aber eine Begrenzung der Kundenzahl. Um das zu gewährleisten, gilt die "Korbpflicht": Jede Person muss einen eigenen Korb/Einkaufswagen benutzen, um einkaufen zu gehen.

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Hamburg

Hamburg hatte die Corona-Maßnahmen besonders strikt umgesetzt. Mittlerweile wurden einige Beschränkungen aufgehoben. So gilt die Maskenpflicht in vielen Bereichen nicht mehr. Sogar der Sommerdom darf ab dem 30. Juli wieder stattfinden. Seit dem 2. Juli darf im Stadtpark in den Nächten zum Sonnabend und zum Sonntag kein Alkohol mehr getrunken und auch nicht mitgeführt werden. Grund sind die Krawalle an den Wochenenden im Juni.

Die wichtigsten Lockerungen im Überblick:

Seit dem 2. Juli gelten neue Fristen für die Gültigkeit von Corona-Tests in der Hansestadt: PCR-Testergebnisse können nun 72 Stunden lang vorgezeigt werden, die von Antigen-Schnelltests 48 Stunden.

Kontaktbeschränkungen: Bis zu zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten dürfen sich nun sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien treffen. Private Feiern sind wieder möglich. Bei mehr als zehn Personen gelten Abstands- und Maskenpflicht - ebenso für drinnen eine Testpflicht. Die zulässige Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen liegt bei 100 Menschen in Räumen und bis zu 500 unter freiem Himmel. Seit dem 2. Juli sind nach den neuesten Lockerungen auch Tanzveranstaltungen im Freien wieder erlaubt. Sportveranstaltungen mit festen Sitzplätzen dürfen seitdem mit der Hälfte der Kapazität ("Schachbrettmuster") stattfinden. Indoor-Sport ist mit einer Person je zehn Quadratmeter Fläche erlaubt, ohne Begrenzung der Personenzahl. An Open-Air-Veranstaltungen wie Wettläufen und Radrennen können bis zu 250 Sportler teilnehmen, auf Antrag auch mehr.

Tourismus: Hotels, Pensionen, Hostels und Campingplätze können wieder zu 100 Prozent belegt werden - bisher galt eine Obergrenze von 60 Prozent. Auch Veranstalter von Stadt- und Hafenrundfahrten dürfen ihre Kapazitäten wieder vollständig nutzen. Für die Mitfahrt auf Barkassen oder in offenen Doppeldeckerbussen entfällt die Testpflicht. Kreuzfahrten sind wieder erlaubt.

Gastro: Die Innen-Gastronomie ist unter Auflagen wieder geöffnet. So brauchen Gäste und Mitarbeiter einen negativen Corona-Test und die Besucher müssen feste Plätze haben. Es gelten zudem die üblichen Hygienemaßnahmen wie Maskenpflicht beim Verlassen des Platzes. Ab 23 Uhr gilt für den Innenbereich eine Sperrstunde, der Außenbereich ist davon nicht betroffen. Bars und Kneipen dürfen seit dem 22. Juni wieder Speisen und Getränke an Stehtischen anbieten, allerdings gelten dort eine Testpflicht, die Abstandsregeln und eine Pflicht zur Kontaktnachverfolgung.

Einzelhandel: Alle Läden dürfen wieder öffnen - mit einer Personenzahlbegrenzung, die sich an der Verkaufsfläche orientiert. Die Maskenpflicht gilt weiter, eine Testpflicht gibt es nicht.

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NDR Info | 28.06.2021 | 10:00 Uhr

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