Stand: 18.06.2021 23:37 Uhr

Corona-Regeln: Viele Lockerungen in norddeutschen Bundesländern

Ein Passant geht über die menschenleere Elbpromenade im Hamburger Hafen. Der Corona-Lockdown mit nächtlicher Ausgangsbeschränkung in Hamburg wird nach Angaben von Bürgermeister Tschentscher über den 18. April hinaus verlängert. © picture alliance/dpa Foto: Marcus Brandt
Diverse Regeln wurden gelockert - die Maskenpflicht gilt aber weiter an vielen Orten.

In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen stetig gesunken. Die Bundesländer beschlossen daher einige Lockerungen der strikten Regeln - etwa in den Bereichen Schule, Kita, Kultur und Sport. Ungeachtet dessen gilt weiterhin die "Bundes-Notbremse". Sie schafft - vorerst bis zum 30. Juni - ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 deutschlandweit einheitliche Regelungen.

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gelten derzeit - abhängig von der jeweiligen Inzidenz-Lage - unterschiedliche Corona-Regeln. Hier finden Sie einige der wichtigsten Bestimmungen im Überblick:

Niedersachsen: Lockerungen bei Kontaktregeln

Am Montag, den 21. Juni tritt eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Sie folgt im Wesentlichen dem Stufenplan des Landes.

Die wichtigsten Lockerungen im Überblick:

Kontaktbeschränkungen: In allen Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer konstanten Inzidenz unter 35 dürfen sich bereits vom 19. Juni an zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten treffen - Geimpfte, Genesene, Kinder unter 14 Jahren sowie Begleitpersonen und Betreuungskräfte von Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit werden dabei nicht mitgezählt. Ab 21. Juni können sich bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 10 sogar bis zu 25 Menschen in Innenräumen treffen, draußen bis zu 50. Noch mehr Personen dürften dabei sein, wenn alle einen gültigen negativen Corona-Testnachweis haben.

Tourismus: Übernachtungen sind grundsätzlich bis zu einer Inzidenz von 100 im ganzen Land möglich. Voraussetzung ist lediglich ein negativer Corona-Test bei Anreise. Schwimmbäder sind geöffnet. Stadt- und Naturführungen sind uneingeschränkt zulässig. Es gelten weder Abstands- noch Maskenpflicht. Schiffs- , Kutsch-, Bus- sowie Seilbahnfahrten brauchen ein Hygienekonzept. Am Sitzplatz gilt Maskenpflicht, wird der Mindestabstand eingehalten, entfällt sie. Übernachten in Wohnmobilen und Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Flächen ist unabhängig von Inzidenz-Werten möglich.

Gastro: Die Gastronomie kann bei Inzidenzwerten unter 100 drinnen und draußen öffnen. Unter einem Wert von 50 entfällt draußen die Testpflicht, unter einem Wert von 35 ist ein aktuelles negatives Schnelltestergebnis auch im Innenbereich nicht mehr notwendig. Bei geschlossenen Feiern entfallen bei den derzeit niedrigen Inzidenzwerten die Personenbegrenzungen. Bei Feiern ab 25 Personen drinnen und ab 50 Personen draußen müssen nicht vollständig geimpfte oder genesene Personen einen negativen Testnachweis vorlegen. Gäste von Clubs und Discotheken müssen einen Negativtest oder einen Impf- bzw. Genesenennachweis vorlegen. Masken- und Abstandspflicht entfallen.

Einzelhandel: Alle Läden sind wieder geöffnet, die Kundenzahl muss bei stabilen Werten unter 35 nicht mehr begrenzt werden. Liegt der Inzidenzwert unter 50 muss zudem auch nicht extra getestet werden. Auf Wochenmärkten und Einzelhandelsparkplätzen entfällt vom 21. Juni an die Maskenpflicht.

Bildung: Die Maskenpflicht auf Schulhöfen endet am 21. Juni. In den Schulgebäuden bleibe die Maskenpflicht jedoch auf Fluren, in Treppenhäusern und auf Toiletten bestehen.

Überall dort, wo in Niedersachsen eine Testpflicht besteht, sind Genesene oder vollständig Geimpfte davon ausgenommen.

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Im Vordergrund vor einer Gartenparty wird ein Teller mit Melone gezeigt. © imago-images Foto: ingimage

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Schleswig-Holstein: Weitere Lockerungen in Kraft getreten

Da in Schleswig-Holstein die Inzidenz-Zahlen bundesweit mit am niedrigsten sind, hat das Land im hohen Norden früh die größten Öffnungsschritte gemacht und zum Beispiel den Tourismus wieder ermöglicht.

Die wichtigsten Lockerungen im Überblick:

Kontaktbeschränkungen: In Innenräumen dürfen sich wieder bis zu zehn Personen privat treffen. Die Anzahl der Haushalte ist dabei nicht begrenzt. Feiern ohne feste Sitzplätze sind seit dem 14. Juni mit bis zu 125 Personen drinnen, draußen mit 250 erlaubt - mit entsprechenden Auflagen. Bei solchen Veranstaltungen im privaten Bereich zählen Geimpfte und Genesene nicht mit.

Tourismus: Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe haben landesweit unter Auflagen wieder geöffnet. Gäste müssen bei der Anreise aber noch einen negativen Test vorweisen. Tagestourismus ist überall möglich, Kreuzfahrten sind wieder erlaubt. Schwimm-, Spaß- und Freibäder dürfen mit Hygienekonzepten seit dem 14. Juni öffnen

Gastro: Die Innengastronomie ist für Geimpfte, Geteste und Genesene wieder geöffnet. Im Außenbereich gibt es - neben den allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln - keine Einschränkungen. Eine Sperrstunde entfällt. Auf öffentlichen Plätzen in den Innenstädten sind der Ausschank und der Verzehr von alkoholhaltigen Getränken untersagt.

Einzelhandel: Alle Verkaufsstellen des Einzelhandels dürfen derzeit öffnen. Lediglich die Kundenanzahl in den Läden muss beschränkt werden, es gilt die Maskenpflicht im Laden selbst. Seit dem 14. Juni braucht man vor den Geschäften und auf den Parkplätzen keine Maske mehr tragen.

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Blick auf einen belebten Fußweg mit Straßengastronomie. © picture alliance Foto:  Jonas Walzberg

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Mecklenburg-Vorpommern: Weitere Lockerungen seit dem 11. Juni

Wegen zeitweise stark gestiegener Inzidenzzahlen wurde im Nordosten am 16. April ein verschärfter landesweiter Lockdown vereinbart. Mittlerweile sind die Zahlen deutlich gesunken und bundesweit mit am niedrigsten.

Die wichtigsten Lockerungen im Überblick:

Kontaktbeschränkungen: Private Treffen mit bis zu 30 Menschen sind möglich (Kinder, Geimpfte und Genesene zählen nicht mit). Familienfeiern in Gaststätten sind mit bis zu 100 Menschen gestattet.

Tourismus: Mittlerweile dürfen wieder aus allen Bundesländern Urlauber nach MV kommen, auch Tagestouristen. Es gelten umfangreiche Hygienevorschriften. Seit dem 17. Juni müssen Touristen nur noch einen negativen Test bei der Anreise vorlegen. Die Pflicht, sich jeden dritten Urlaubstag erneut testen zu lassen, entfällt.

Gastro: Die Gastronomie ist landesweit seit dem 23. Mai offen - sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Wer den Innenbereich eines Restaurants betritt, muss einen negativen Corona-Test vorweisen und vorher einen Tisch reservieren. Ausnahmen gibt es bei der Testpflicht für Geimpfte und für Genesene. Im Außenbereich von Cafés und Restaurants gilt keine Testpflicht.

Einzelhandel: Die Geschäfte haben wieder auf. Eine Testpflicht gibt es nicht, wohl aber eine Begrenzung der Kundenzahl. Um das zu gewährleisten, gilt die "Korbpflicht": Jede Person muss einen eigenen Korb/Einkaufswagen benutzen, um einkaufen zu gehen.

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Viren schweben vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia,photocase Foto: rclassen

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Hamburg: Sommerdom findet statt

Hamburg hatte die Corona-Maßnahmen besonders strikt umgesetzt. Mittlerweile gibt es aber auch in der Hansestadt weitreichende Lockerungen. Draußen ist die Maskenpflicht in vielen Bereichen aufgehoben. Sogar der Sommerdom darf ab dem 30. Juli wieder stattfinden. Auf eine Öffnung warten müssen hingegen weiterhin Clubs, Diskotheken und andere Tanzlokale.

Die wichtigsten Lockerungen im Überblick:

Kontaktbeschränkungen: Im Freien können sich wieder bis zu zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten treffen. In Innenräumen bleibt es zunächst unverändert bei maximal fünf Personen. Die zulässige Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen wurde auf 100 Menschen in Räumen und bis zu 500 unter freiem Himmel erhöht. Es gilt eine Testpflicht. 

Tourismus: Hotels, Pensionen, Hostels und Campingplätze können wieder zu 100 Prozent belegt werden - bisher galt eine Obergrenze von 60 Prozent. Auch Veranstalter von Stadt- und Hafenrundfahrten dürfen ihre Kapazitäten wieder vollständig nutzen. Für die Mitfahrt auf Barkassen oder in offenen Doppeldeckerbussen entfällt die Testpflicht. Kreuzfahrten sind wieder erlaubt.

Gastro: Die Innen-Gastronomie ist unter Auflagen wieder geöffnet. So brauchen Gäste und Mitarbeiter einen negativen Corona-Test und die Besucher müssen feste Plätze haben. Es gelten zudem die üblichen Hygienemaßnahmen wie Maskenpflicht beim Verlassen des Platzes. Ab 23 Uhr gilt für den Innenbereich eine Sperrstunde, der Außenbereich ist davon nicht betroffen.

Einzelhandel: Alle Läden dürfen wieder öffnen - mit einer Personenzahlbegrenzung, die sich an der Verkaufsfläche orientiert. Die Maskenpflicht gilt weiter, eine Testpflicht gibt es nicht.

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Wie hoch ist die Inzidenz in meiner Stadt oder meinem Landkreis?

Sinken die Infektionszahlen weiter? Wie hoch ist die Impfquote bei Ihnen zu Hause? Über die Webseite von NDR.de können Sie ab sofort die aktuellen Corona-Zahlen für Ihre Region abrufen. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl ein und erfahren Sie, wie es in Ihrem Landkreis aussieht.

Darüber hinaus können Sie diese Zahlen auch über den Messenger in allen NDR Apps abrufen. Da in manchen Fällen Postleitzahlgrenzen der Deutschen Post die administrativen Landkreisgrenzen überschneiden, kann es in seltenen Fällen zu falschen Landkreiszuordnungen kommen.

"Bundes-Notbremse" gilt ab Inzidenz von 100

Bundesweit gilt noch bis zum 30. Juni das neue Infektionsschutzgesetz. Die darin enthaltende "Bundes-Notbremse" greift, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt drei Tage hintereinander über den Wert von 100 je 100.000 Einwohner steigt. Das bedeutet: Der Bund hat per Gesetz Maßnahmen festgelegt - und Kommunen müssen diese ohne Wenn und Aber umsetzen. Strengere Regeln in den Bundesländern sind jedoch möglich.

Zu den Einschränkungen, die ab einer Inzidenz von 100 in betroffenen Regionen in Kraft treten, zählen folgende Punkte:

  • Kontaktbeschränkungen: Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur mit einer weiteren Person treffen. Das geänderte Bundesrecht sieht aber vor, dass Menschen, deren vollständige Impfung 14 Tage zurückliegt, und alle vollständig Genesenen bei den Kontaktbeschränkungen nicht mitgezählt werden.

  • Nächtliche Ausgangssperre: Von 22 Uhr bis 5 Uhr soll in den betroffenen Kreisen und kreisfreien Städten eine Ausgangssperre greifen. Draußen aufhalten dürfen sich dann nur Personen, die "begründete Ausnahmen" geltend machen können - etwa zwingende berufliche Gründe oder Notfälle. Joggen und Spaziergänge alleine sind bis Mitternacht erlaubt.

  • Einzelhandel: Geschäfte müssen schließen - außer Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien oder Apotheken. Im Einzelhandel ist unabhängig von der Inzidenz das Abholen bestellter Waren ("Click & Collect") sowie bei einer Inzidenz bis 150 das Einkaufen mit Test und Terminbuchung ("Click & Meet") weiterhin möglich. Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie die Gastronomie dürfen nicht öffnen.

  • Schulen: Präsenzunterricht ist nur dann erlaubt, wenn alle Schülerinnen und Schüler mindestens zwei Mal pro Woche getestet werden können. Ab einer Inzidenz von 100 ist nur noch Wechselunterricht gestattet - allerdings nur bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165. Sollte der Wert darüber klettern, müssen Schulen schließen und auf Distanzunterricht wechseln.

  • Arbeit: Im Infektionsschutzgesetz ist die Pflicht zum Homeoffice verankert. Arbeitgeber müssen dies anbieten, "wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen". Ist kein Homeoffice möglich, müssen Arbeitgeber Tests anbieten.

  • Sport: Für Kinder im Alter bis 14 Jahren ist Sport in Gruppen weiter möglich.

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NDR Info | 14.06.2021 | 14:00 Uhr

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