Corona-Regeln: Bund und Länder bereiten strengere Maßnahmen vor

Stand: 01.12.2021 06:25 Uhr

Angesichts der Corona-Lage in Deutschland haben Bund und Länder am Dienstag über weitere Maßnahmen gesprochen. Unter anderem dürfte das erst Ende November beschlossene Infektionsschutzgesetz angepasst werden. Ungeimpften drohen weitere Einschränkungen. Außerdem rückt eine allgemeine Impfpflicht näher.

Die Rufe nach schärferen Regelungen und Beschränkungen waren in den vergangenen Tagen lauter geworden. Grund sind die hohen Infektionszahlen, die starke Belastung der Intensivstationen der Krankenhäuser und die Verbreitung der neuen Omikron-Variante

Details für härtere Maßnahmen sollen nun bis Donnerstag ausgearbeitet werden, um dann zu gemeinsamen Beschlüssen zu kommen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert nach der Telefonschalte der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem designierten Nachfolger Olaf Scholz (SPD) mit den Länder-Chefinnen und -Chefs mitteilte. Laut Hendrik Wüst (CDU), dem Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, geht es um ein "umfangreiches Paket" von Kontaktreduzierungen - etwa Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte auch im privaten Bereich, Einschränkungen für Großveranstaltungen und eine Ausweitung der 2G-Regel im Handel. Zudem soll das erst kürzlich geänderte Infektionsschutzgesetz wieder verschärft werden, damit Länder mit hohen Infektionszahlen im Kampf gegen Corona auch künftig einen angemessenen Instrumentenkasten zur Verfügung haben, um die Krise zu meistern, so Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Scholz: Gesetzgebungsverfahren für allgemeine Impfpflicht soll kommen

Auch die Vorbereitungen für eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland könnten bald beginnen: Scholz kündigte ein Gesetzgebungsverfahren an, das noch in diesem Jahr eingeleitet werden könnte. Darüber sollten die Abgeordneten frei nach ihrem Gewissen ohne Fraktionszwang abstimmen können, sagte Scholz bei Bild TV. Der Noch-Finanzminister begründete das Vorhaben mit dem notwendigen Schutz der Bevölkerung. Auch die von Union und Grünen geführten Länder hatten Schritte hin zu einer allgemeinen Impfpflicht gefordert. Sie könnte den Politikern zufolge ab kommenden Februar greifen.

Bereits zuvor soll es eine einrichtungsbezogene Impfpflicht für Alten- und Pflegeheime geben.

Bundesverfassungsgericht: "Bundesnotbremse" war rechtens

Zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht frühere Corona-Schutzmaßnahmen im Rahmen der im April beschlossenen "Bundesnotbremse" bewertet, die im Juni wieder ausgelaufen war. Demnach waren sowohl Schulschließungen als auch Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zulässig. Die Gerichtsentscheidung könnte den Weg für weitreichende Maßnahmen in der aktuellen Pandemie-Situation ebnen.

VIDEO: Bundesverfassungsgericht: "Bundesnotbremse" zulässig (2 Min)

Zuschauerzahlen für Fußball-Bundesliga sollen begrenzt werden

Die Bund-Länder-Runde beriet laut Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) auch über eine deutliche Reduzierung der Zuschauerzahlen in der Fußball-Bundesliga. Ein Beschluss dazu steht aber ebenso noch aus, er könnte ebenfalls am Donnerstag getroffen werden und bereits am kommenden Wochenende gelten. Auch "Geisterspiele" komplett ohne Zuschauer sind im Gespräch.

Weitere Themen bei der Telefon-Schalte mit den Spitzen von Bund und Ländern waren laut Medienberichten eine mögliche erneute flächendeckende Schließung von Diskotheken, Clubs und Bars, die bundesweite Wiedereinführung der Maskenpflicht an Schulen sowie Ausgangssperren für Ungeimpfte. Auch in diesen Punkten wurden aber noch keine Beschlüsse gefasst.

Auch Apotheker und Zahnärzte sollen künftig impfen

Als einzige Maßnahme bereits konkret vereinbart wurde der Erklärung der Bundesregierung zufolge, den Kreis derer auszuweiten, die Corona-Impfungen vornehmen sollen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zufolge geht es um Zahnärzte und Apotheker.

Bund und Länder wollen bis Weihnachten bis zu 30 Millionen Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen ("Booster") gegen das Coronavirus möglich machen.

Weitere Informationen
Geimpfte in Norddeutschland

Corona-Impfquote: Aktuelle Zahlen zu den Impfungen im Norden

Wie viele Menschen in Norddeutschland haben bislang eine Corona-Impfung erhalten? Aktuelle Zahlen zur Impfquote. mehr

Generalmajor Carsten Breuer wird neuen Krisenstab leiten

Den neuen Bund-Länder-Corona-Krisenstab im Kanzleramt soll Generalmajor Carsten Breuer leiten. Auch das wurde beim Bund-Länder-Gespräch am Dienstag bekannt. Der Krisenstab soll die Lage kontinuierlich begutachten, die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen prüfen und die Impfkampagne weiter in Schwung bringen.

Infektionsschutzgesetz: Die derzeit geltenden bundesweiten Corona-Regeln

Das aktuell geltende Infektionsschutzgesetz, ausgearbeitet von der wahrscheinlich neuen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP, wurde am 18. November vom Bundestag beschlossen und trat am 24. November in Kraft. Das sind die derzeit geltenden Regeln im Überblick:

  • 3G-Regel am Arbeitsplatz und Homeoffice-Pflicht

Am Arbeitsplatz gilt eine 3G-Regel: Büro, Werkstatt und andere Arbeitsstätten dürfen nur von geimpften, genesenen oder getesteten Menschen betreten werden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, entsprechende Nachweise zu kontrollieren und zu dokumentieren - sonst droht ihm ein Bußgeld. Die 3G-Regel gilt auch für vom Arbeitgeber organisierte Transporte von Beschäftigten zu oder von der Arbeitsstätte. PCR-Tests dürfen maximal 48 Stunden alt sein, Antigen-Tests 24 Stunden.

Arbeitgeber müssen laut Paragraf 4 der Corona-Arbeitsschutzverordnung zwei Tests pro Woche anbieten. Einmal pro Woche dürfen sich alle Bürger zudem kostenlos in Bürgerzentren testen lassen. Für weitere Tests könnten auf Arbeitnehmer Kosten zukommen. Weigern sich Beschäftigte, die 3G-Regel einzuhalten, droht den Betroffenen Lohnverlust - und im Zweifelsfall sogar die Kündigung.  

Die zum 1. Juli aufgehobene Pflicht zum Homeoffice tritt wieder in Kraft. Die Beschäftigten müssen das Angebot annehmen - außer wenn die Arbeit zu Hause nicht möglich ist, weil es etwa zu eng oder zu laut ist oder die benötigte Ausstattung fehlt.

  • Testpflicht in der Pflege

In Pflege- und Altenheimen sowie in Behinderten- und Gesundheitseinrichtungen gilt eine Testpflicht für Besucherinnen und Besucher sowie Personal. Wer dort arbeitet und nicht geimpft ist, muss sich täglich testen lassen, geimpfte oder genesene Beschäftigte können auch Selbsttests machen. Besucherinnen und Besucher müssen immer einen tagesaktuellen negativen Test vorweisen.  

  • 3G in Bus und Bahn

In Bussen und Bahnen soll bundesweit die 3G-Regel gelten. Fahrgäste müssen also einen negativen Test vorlegen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Die Regelung gilt auch für Inlandsflüge, hingegen sind Taxen und die Schülerbeförderung ausgenommen. Die Kontrollen bleiben den Verkehrsunternehmen überlassen. Wie beim Schwarzfahren sollen Bußgelder drohen.

  • Was dürfen die Länder, was dürfen sie nicht?

Die Länder bekommen die Möglichkeit, bestimmte Maßnahmen wie Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Verbote von Veranstaltungen in Freizeit, Kultur und Sport aufrechtzuerhalten. Ausgangsbeschränkungen, Reiseverbote, Schul- und Geschäftsschließungen hingegen zählen nicht zu den aufgeführten Optionen im Infektionsschutzgesetz.

Allerdings gilt zumindest bislang eine Übergangsfrist: Falls Länder noch nach der bisherigen Rechtslage tiefgreifendere Maßnahmen anordnen, könnten diese maximal bis zum 15. Dezember in Kraft bleiben.

Hospitalisierungsrate als Orientierungsgröße

Bund und Länder haben bei ihrem Spitzengespräch Mitte November zudem drei Stufen für härtere Corona-Maßnahmen vereinbart. Orientierungsgröße soll dem Beschluss zufolge die für das jeweilige Bundesland ausgewiesene Hospitalisierungsrate sein. Dafür erfasst das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Krankenhausaufnahmen von Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner in einem Sieben-Tage-Zeitraum.

  • Hospitalisierung als Maßstab für 2G, 2G-Plus oder härtere Maßnahmen

Die Länder werden flächendeckende 2G-Regeln in einem Land ab einem Hospitalisierungswert von 3 einführen. Dies gilt etwa für Freizeiteinrichtungen, Veranstaltungen, gastronomische Einrichtungen und körpernahe Dienstleistungen sowie Hotels. Sofern der Schwellenwert an fünf Tagen in Folge unterschritten werde, könne von den Regelungen wieder abgesehen werden.

Bei Überschreiten eines Werts von 6 gilt die 2G-Plus-Regelung: Dann können die Länder in bestimmten Einrichtungen auch für Geimpfte und Genesene zusätzlich Testnachweise oder andere Maßnahmen vorschreiben.

Spätestens bei Überschreiten des Schwellenwerts von 9 sollen die Länder von härteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Einschränkungen und Verboten von Veranstaltungen Gebrauch machen können.

  • Forderung nach Pflege-Bonus

Pflegekräfte sollen wegen der besonderen Belastungen in der Corona-Krise einen erneuten Bonus bekommen. Die Ampel-Koalitionspartner kündigten am 24. November an, dafür eine Milliarde Euro bereit zu stellen. 

  • Verlängerung der Wirtschaftshilfen

Der Bund verlängert die bis Jahresende befristete Überbrückungshilfe III Plus bis Ende März 2022. Verlängert werden soll auch die Neustarthilfe für Solo-Selbstständige. Zudem will der Bund gemeinsam mit den Ländern weitere Maßnahmen zur Unterstützung der von Corona-Schutzmaßnahmen besonders betroffenen Advents- und Weihnachtsmärkte entwickeln. 

Was bedeutet die 3G-Regel?

Nur Geimpfte, Genesene oder Getestete (3G) erhalten Zutritt zu Innenräumen von Behörden und anderen Einrichtungen wie Restaurants, Kinos, Fitnessstudios oder Krankenhäusern. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig getestet werden. Antigen-Schnelltests dürfen in der Regel nicht älter als 24 Stunden sein, PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden.

Corona-Regeln: Regionale Unterschiede in den Nordländern

Hier finden Sie einige der wichtigsten derzeit geltenden Bestimmungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg im Überblick:

Niedersachsen

Seit Mittwoch (1. Dezember) gilt wegen der gestiegenen Hospitalisierungsrate und den hohen Inzidenzzahlen bei den Neuinfektionen in Niedersachsen landesweit die Corona-Warnstufe 2. Damit ist in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens für Innenräume die 2G-Plus-Regel in Kraft getreten: Geimpfte und von Corona genesene Menschen benötigen nun zusätzlich einen negativen Test, Ungeimpfte sind nicht zugelassen. Die Regelung, die auch eine FFP2-Maskenpflicht beinhaltet, gilt unter anderem in der Gastronomie, in Hotels, im Kino, Theater, bei Konzerten sowie anderen Großveranstaltungen und Sportevents, in Diskos und Clubs sowie bei körpernahen Dienstleistungen (Friseure) und auf Weihnachtsmärkten - hier gilt 2G-Plus auch draußen. Für alle anderen genannten Bereiche gilt unter freiem Himmel die 2G-Regel - hier entfällt also für Geimpfte und Genesene die Testpflicht. Ungeimpfte Menschen bleiben aber auch hier außen vor. Ungeimpfte Pflege-Beschäftigte müssen sich weiterhin täglich testen lassen. Darüber hinaus müssen alle Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen im Unterricht eine Maske tragen.

In einer Sondersitzung des Landtags am 7. Dezember soll über mögliche weitere Corona-Maßnahmen beraten werden.

Weitere Informationen
Die Reporterin Kerstin Dausend aus Berlin.
6 Min

2G-Plus ab Mittwoch in Niedersachsen

In MV gelten ab Mittwoch zudem Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Kerstin Dausend über die Erwartungen an den Bund-Länder-Gipfel. 6 Min

Ein Schild mit der Aufschrift "Bei uns gilt 2G - Bitte Perso und Impfausweis zeigen" hängt an einer Gaststätte in Hannover. © dpa-Bildfunk

Corona: Diese Regeln gelten jetzt in Niedersachsen

Das Warnstufensystem ist vom Land verschärft worden. Künftig greift in vielen Bereichen schneller 2G oder sogar 2G-Plus. mehr

Schleswig-Holstein

Das Bundesland Schleswig-Holstein plant eine erneute Verschärfung der Corona-Regeln. Voraussichtlich von Sonnabend (4. Dezember) an wird laut Ministerpräsident Daniel Günther im Einzelhandel die 2G-Regel gelten. Dann dürfen die Händler nur noch Geimpfte und Genesene bedienen. Ungeimpften bleibt nur noch der Gang zum Beispiel in den Supermarkt oder in die Drogerie für Einkäufe zum täglichen Bedarf. Auch weitere Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte sind laut Günther denkbar. Derzeit können sich im Norden - so steht es in der geltenden Corona-Landesverordnung - in Innenräumen bis zu zehn Ungeimpfte treffen.

Der Zutritt zu Gaststätten, zum Sport in Innenräumen und zu Dienstleistungen mit Körperkontakt ist ihnen im Rahmen der auch dort geltenden 2G-Regelung bereits untersagt. Auch touristische Übernachtungen sind nur noch geimpft oder genesen möglich. Ausnahmen gibt es für Friseurbesuche und medizinische und pflegerische Dienstleistungen. Zudem gilt die 2G-Pflicht nicht für Kinder bis einschließlich sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden. Schüler müssen im Unterricht zudem wieder eine Maske tragen.

Seit dem 14. November gilt die aktuelle Verordnung in Schleswig-Holstein. Auch geimpfte oder genesene Besucher und Besucherinnen von Pflegeeinrichtungen müssen demnach einen negativen Corona-Test nachweisen. Genesene und geimpfte Beschäftigte müssen alle drei Tage getestet werden, nicht geimpfte Beschäftigte müssten sich täglich testen lassen.

Weitere Informationen
Schild mit der Aufschrift "Eintritt nach 2G-Regel" © CHROMORANGE Foto: Michael Bihlmayer

Aktuelle Corona-Regeln in SH: 2G und 3G - was wo zu beachten ist

Das Grundprinzip lautet: In der Freizeit gilt drinnen 2G, bei beruflichen Veranstaltungen und für Jugendliche 3G. mehr

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gelten seit Mittwoch (1. Dezember) landesweit schärfere Corona-Schutzmaßnahmen als bislang - dabei sind die Kontaktmöglichkeiten für Ungeimpfte spürbar eingeschränkt. Laut Corona-Landesverordnung dürfen in Innenräumen nur noch maximal fünf ungeimpfte Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen, im Außenbereich zehn. Geimpfte, Genesene und Kinder unter 14 Jahren werden allerdings nicht mitgerechnet. Für den Besuch von Weihnachtsmärkten, die laut Kabinettsbeschluss geöffnet bleiben können, gilt die 2G-Plus-Regelung, also die zusätzliche Testpflicht für den Zugang für Geimpfte und Genesene. In weiten Bereichen des Einzelhandels haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt (2G). Ausnahmen gelten für Geschäfte des Grundbedarfs wie Supermärkte, Apotheken, Buchläden, Tankstellen und Baumärkte. Hotels dürfen nur Geimpfte und Genesene aufnehmen, die sich zudem regelmäßig testen lassen müssen. Ungeimpfte dürfen nur aus beruflichen, dienstlichen oder medizinischen Gründen oder für die Teilnahme an Beerdigungen in Hotels übernachten.

Die Landesregierung senkte zudem die zulässige Teilnehmerzahl für Veranstaltungen: In geschlossenen Räumen dürfen maximal 200 Personen zusammenkommen, im Freien bis zu 1.000.

Die Schulen im Land bleiben schon vom 20. statt vom 22. Dezember an geschlossen. Die Schüler werden für die beiden Tage Arbeiten für zu Hause aufbekommen, sodass sich die Ferien nicht um zwei Tage verlängern. Ziel der Landesregierung bleibe es, trotz der angespannten Infektionslage Kitas und Schulen offen zu halten. Statt der bislang üblichen zwei Corona-Tests pro Woche werde es nach dem Schulstart im Januar drei Tests geben.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, in dem die Zahl der Krankenhauseinweisungen schon seit gut einer Woche über dem Schwellenwert von 9 je 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt, werden nach den Weihnachtsmärkten zum 1. Dezember auch Kinos, Museen und Theater geschlossen.

Bereits seit dem 25. November gilt in Mecklenburg-Vorpommern in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens landesweit eine 2G-Plus-Pflicht. Nur Geimpfte und Genesene mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test haben etwa Zutritt zu Restaurants, Messen, Theatern, Kinos, Schwimmhallen und Fitnessstudios. Die 2G-Plus-Regel gilt auch für den Besuch von Sportveranstaltungen. Ausnahmen sind Friseurbesuche und medizinisch notwendige Behandlungen. Kinder unter sieben Jahren sind von der Regel ausgenommen. Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, gilt in Innenbereichen "nur" die Testpflicht. Clubs und Diskotheken müssen komplett schließen. Unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus müssen außerdem alle Besucher von Pflege- und Altenheimen einen negativen Test vorweisen.

Seit dem 29. November gelten in Mecklenburg-Vorpommern schärfere Regeln an Schulen. Unter anderem soll der Sportunterricht nicht mehr in der Halle stattfinden.

Weitere Informationen
Viren schweben vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia,photocase Foto: rclassen

2G, 2G-Plus und Co.: Die neuen Corona-Regeln in MV

Alles, was Sie über die Corona-Ampel, Testpflicht und 2G in Mecklenburg-Vorpommern wissen müssen. mehr

Hamburg

In Hamburg können Ungeimpfte ab Sonnabend (4. Dezember) nicht mehr im Einzelhandel einkaufen. Mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs dürfen die Läden Kunden dann nur noch nach dem 2G-Modell bedienen, also nur Geimpfte oder Genesene. Das beschloss der rot-grüne Senat am 30. November. In Clubs und Diskotheken soll mit der 2G-Plus-Regel zusätzlich ein negativer Corona-Test vorgelegt werden.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kündigte zudem an, dass in der Hansestadt auch die privaten Kontakte von Ungeimpften eingeschränkt werden sollen. Demnach werden sich nicht geimpfte Menschen aus einem Haushalt ab Sonnabend nur noch mit zwei Mitgliedern eines anderen Haushalts treffen dürfen. Der Senat hat diese Regelung bereits beschlossen. Sie wird aber erst rechtswirksam, wenn eine Bundesverordnung geändert sei, die dem noch entgegenstehe, so Tschentscher.

Wegen der rasant steigenden Corona-Fälle war bereits am 29. November eine Ausweitung der 2G-Regeln in Kraft getreten: Ungeimpfte dürfen seitdem auch mit negativem Testergebnis keine Theater, Kinos sowie weitere Freizeiteinrichtungen mehr besuchen. Auch Hotelübernachtungen können nur noch von Geimpften oder Genesenen gebucht werden. Bereits seit dem 20. November gilt 2G in Hamburg unter anderem in Restaurants und Bars sowie an Glühwein- und Gastro-Ständen auf Weihnachtsmärkten, beim Indoor-Freizeitsport sowie für körpernahe Dienstleistungen.

Ausnahmen - und damit die 3G- oder 2G-Option - gelten weiterhin für Besuche von Friseuren, Fußpflege und medizinischen Behandlungen. Um die Kontrolle der Nachweispflicht zu vereinfachen, sind die Betriebe verpflichtet, digitale Kontrollmöglichkeiten zu nutzen. Die 2G-Regel gilt nun auch für 16- und 17-Jährige, die bislang davon ausgenommen waren. Im öffentlichen Nahverkehr gilt die 3G-Regel. In Geschäften für den täglichen Bedarf gelten Maskenpflicht und Abstandsgebot.

Bereits zum 23. Oktober hatte Hamburg die 2G-Option auf Friseure, andere körpernahe Dienstleistungen und Teile des Einzelhandels ausgeweitet. Corona-Geimpfte und Genesene können teilnehmende Einrichtungen dann ohne Maske nutzen, Ungeimpfte haben keinen Zutritt. 2G gilt beispielsweise bereits für den Winterdom.

Weitere Informationen
Spaziergänger gehen an der Außenalster in Hamburg spazieren. © picture alliance / dpa Foto: Georg Wendt

Corona: Diese Regeln gelten momentan in Hamburg

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten in Hamburg viele Regeln. Ab Sonnabend trten weitere Verschärfungen in Kraft. mehr

Wie hoch ist die Inzidenz in meiner Stadt oder meinem Landkreis?

Sinken die Infektionszahlen weiter? Wie hoch ist die Impfquote bei Ihnen zu Hause? Über die Webseite von NDR.de können Sie ab sofort die aktuellen Corona-Zahlen für Ihre Region abrufen. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl ein und erfahren Sie, wie es in Ihrem Landkreis aussieht.

Darüber hinaus können Sie diese Zahlen auch über den Messenger in allen NDR Apps abrufen. Da in manchen Fällen Postleitzahlgrenzen der Deutschen Post die administrativen Landkreisgrenzen überschneiden, kann es in seltenen Fällen zu falschen Landkreiszuordnungen kommen.

Weitere Informationen
Marylyn Addo bei einer Pressekonferenz vom UKE. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Corona-News-Ticker: UKE-Virologin Addo rät zu Kinder-Impfung

Studien zeigten eine sehr hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfstoffe bei Kindern, so Addo. Mehr Corona-News im Live-Ticker. mehr

Infektionen in Norddeutschland

Coronavirus: Aktuelle Zahlen für den Norden

Wie entwickelt sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen? Und wo im Norden ist die Sieben-Tage-Inzidenz besonders hoch? mehr

Corona-Zahlen für Norddeutschland

Corona: So viele Intensivbetten im Norden sind belegt

Der aktuelle Stand der Belegung in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen. mehr

Eine Zusammenstellung von Bildern: Christian Drosten, eine Flasche Cocid 19 Vaccine, Eine alte Frau bei der ein Corona Test durchgeführt wird. © picture alliance, colourbox Foto: Michael Kappeler

Corona-Chronologie: Die Ereignisse im Norden

Ende 2019 bricht in China eine bis dato unbekannte Lungenkrankheit aus. Wenige Wochen später gibt es den ersten Fall im Norden. mehr

Eine Laborantin sitzt an einem Mikroskop in einem abgedunkelten Labor © Colourbox

Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

Die Corona-Pandemie hat den Alltag massiv verändert. Was muss weiter beachtet werden? Woran wird geforscht? Fragen und Antworten. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachrichten | 30.11.2021 | 20:00 Uhr

Mehr Nachrichten

Marylyn Addo bei einer Pressekonferenz vom UKE. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Corona-News-Ticker: UKE-Virologin Addo rät zu Kinder-Impfung

Studien zeigten eine sehr hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfstoffe bei Kindern, so Addo. Mehr Corona-News im Live-Ticker. mehr