Stand: 18.01.2021 09:17 Uhr

Coronavirus: Aktuelle Zahlen für den Norden

Wie viele Corona-Neuinfektionen gibt es in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen? Gibt es genügend Intensiv-Betten? Welche Altersgruppen haben das höchste Infektionsrisiko? NDR.de liefert Zahlen und Fakten für alle norddeutschen Bundesländer.

Hinweis: Die Infektionszahlen basieren auf den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und sind am Vortag des jeweils angegebenen Datums ans RKI übermittelt worden. Die Werte können von denen anderer Quellen, etwa der Bundesländer, abweichen. Das RKI ist die einzige Stelle, die die Daten aller Bundesländer sammelt, sodass man sie untereinander vergleichbar darstellen kann. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Daten so aktuell wie möglich zu zeigen - ohne dabei den Trend zu verfälschen.

Inzidenzwerte, Todesfälle und aktiv Erkrankte in Norddeutschland

Achtung: Die angegebenen Neuinfektionen während der Feiertage und zwischen den Jahren unterschätzen die Entwicklung der Pandemie vermutlich deutlich und sind nicht mit den Zahlen vor Weihnachten vergleichbar. Denn es wird zurzeit weniger getestet, und nicht alle Gesundheitsämter melden die Daten täglich ans RKI.

Impfungen gegen das Coronavirus

Seit dem 27. Dezember 2020 werden Menschen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gegen das Coronavirus geimpft. Die Impfquote zeigt an, wie viel Prozent der Bevölkerung bereits die erste von derzeit zwei nötigen Impfungen erhalten haben.

Auf einer Extraseite informiert NDR.de über Stand und Ablauf der Impfungen in den norddeutschen Bundesländern.

Intensivstationen: Wie viele Betten belegen Covid-19-Patienten?

Die Zahlen der Neuinfizierten sind im Herbst bundesweit und auch in Norddeutschland wieder stark angestiegen. Auch auf den Intensivstationen werden wieder mehr Covid-19-Erkrankte behandelt.

Mit der Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinische Versorgung benötigen, nimmt auch die Last zu, die die Krankenhäuser zusätzlich zum Regelbetrieb stemmen müssen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat daher ein Melderegister aufgebaut. Auf Basis dieser Daten lässt sich die Bettenauslastung der Intensivstationen tagesaktuell nachvollziehen. Wie die Situation in norddeutschen Krankenhäusern aussieht, lesen Sie hier.

Verlauf der Corona-Pandemie in Niedersachsen, Hamburg, MV und SH

Die Pandemie verläuft nicht überall gleich. In Städten, wo die Menschen näher zusammenleben, ist die Situation oft schwieriger als auf dem Land. Über den tatsächlichen Pandemie-Verlauf in Norddeutschland geben gewichtete Zahlen einen deutlich besseren Aufschluss als absolute Fallzahlen: So leben in Niedersachsen mehr Menschen als etwa in Mecklenburg-Vorpommern. Der direkte Vergleich der Neuerkrankungen würde einen falschen Eindruck vermitteln. Wenn man die Anteile der Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner betrachtet, kann man die Bundesländer dagegen gut vergleichen. Epidemiologen nennen diesen Wert "Inzidenz".

Das Chart zeigt, dass die Zahlen in den Großstädten Hamburg und Bremen sehr viel stärker steigen als auf dem Land. Diese Entwicklung ist wenig überraschend, da die Bevölkerungsdichte in den Städten wesentlich höher ist.

Für ganz Norddeutschland sind die Zahlen seit dem Tiefpunkt im Juli wieder stark angestiegen. Seit Mitte September ist ein starkes Wachstum zu beobachten.

Neuinfektionen: Sieben-Tage-Trend für Norddeutschland*

Die Prozentzahl in der Grafik zeigt, wie sich die Summe der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen im Vergleich zur selben Summe eine Woche zuvor verändert hat. Ist der Wert positiv, liegt die jüngste Sieben-Tage-Summe höher als die über den Vergleichszeitraum eine Woche zuvor. Ist der Wert negativ, gehen die Neuinfektionen zurück.

Alt oder Jung: Wer hat das höchste Infektionsrisiko?

In der ersten Welle der Pandemie infizierten sich vor allem die Ältesten, während Menschen mittleren Alters seltener positiv getestet wurden. Allerdings setzten sich die über 80-Jährigen erst nach einigen Wochen an die Spitze des Infektionsgeschehens. Zuvor hatten sich zunächst mehr Jüngere angesteckt. Dieses Muster wiederholt sich in der zweiten Welle. Mittlerweile haben wieder die Ältesten das höchste Risko, sich zu infizieren - leider oft mit tödlicher Folge. Die ersten Monate des Jahres 2021 werden zeigen, wie schnell und wie stark die Impfung der über 80-Jährigen deren Infektionszahlen drücken kann.

Covid-19-Todesfälle in Norddeutschland

Während Todesfälle zu Beginn der zweiten Welle noch selten waren, schnellt ihre Zahl seit Ende Oktober 2020 in die Höhe. Dieselbe Verzögerung zeigte sich schon während der ersten Welle: Wenn die Neuinfektionen zu steigen beginnen, dauert es noch mindestens 14 Tage, bis auch die Zahl der Covid-19-Opfer wächst. Denn zwischen Infektion und Tod steht ein manchmal mehrwöchiger Kampf mit der Krankheit.

Covid-19-Tote in den Bundesländern

In den norddeutschen Bundesländern ist die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen längst vierstellig. Weil in den Ländern unterschiedlich viele Menschen leben, lässt sich die Covid-19-Sterblichkeit nur anhand des Anteils der Toten pro einer Million Einwohner vergleichen. Die folgende Tabelle gibt diesen Anteil an (Balken), aber auch die absolute Zahl der inzwischen zu beklagenden Toten.

 

VIDEO: Björn Schwentker (NDR Data) erklärt die Coronazahlen (10 Min)

Sieben-Tage-Inzidenz: Wie hoch sind die Werte in den Landkreisen?

Aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen im Herbst haben sich Bund und Länder am 25. November darauf verständigt, dass die Bundesländer abhängig von der Infektionslage entscheiden, ob sie Maßnahmen lockern oder verschärfen. Lockerungen sollen mit einer Inzidenz von weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche möglich sein, bei einer hohen Inzidenz von über 200 Neuinfektionen sind auch noch schärfere Maßnahmen möglich.

Bewegen Sie die Maus (oder den Finger) auf die Kreise, um zu sehen, wie sich der Wert dort entwickelt. Mehr Details liefert die NDR Seite über die Corona-Situation in den Kreisen.

Haben Sie Fragen und Anregungen? Schreiben Sie uns an data@ndr.de.

Hinweise zu den RKI-Daten

  • Das RKI zählt labor-diagnostizierte Fälle. Die Ausbreitung von Sars-CoV-2 ist also aller Wahrscheinlichkeit nach größer als die bestätigten Infektionsfälle.
  • Wegen des Meldeverzugs tauchen neue Fälle meist Tage später in den Daten auf. Zum Teil werden Fälle, die Wochen zurückliegen, nachgemeldet. Die meisten nachgemeldeten Fälle verteilen sich auf die vergangenen drei bis vier Tage. Vorsicht ist vor allem an Wochenenden und Feiertagen geboten. Letztlich bedeutet das: Abflachende Infektionskurven können ein trügerisches Bild zeichnen.
  • Die Zählung der Todesfälle des RKI kann von der Zählung der Bundesländer abweichen, da Bundesländer wie Hamburg nur Fälle zählen, bei denen Covid-19 als Todesursache festgestellt wurde.
  • Schließlich kann eine veränderte Strategie beim Testen die Zahlen beeinflussen: Je mehr getestet wird, desto mehr Infizierte wird man finden.

Weitere Informationen
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