Stand: 25.11.2021 15:37 Uhr

Corona-Impfung und Booster: Für wen, ab wann und wo?

Alle Menschen ab 12 Jahren in Deutschland haben einen Anspruch auf eine Corona-Impfung. Die Ständige Impfkommission hat sich für Impfauffrischungen für alle Erwachsenen ausgesprochen. Wie läuft es mit den Anmeldungen? Wie unterscheiden sich die Prozeduren in den norddeutschen Bundesländern?

Die Corona-Schutzimpfung und auch die Auffrischungsimpfungen sind für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Mittlerweile impfen vor allem Haus-, Fach- und Betriebsärzte - zuvor geschah dies vornehmlich in den Impfzentren der Städte und Gemeinden. Die anfängliche Priorisierung, welche Gruppe also zuerst geimpft werden sollte, ist mittlerweile aufgehoben, weil hierzulande genügend Impfstoff zur Verfügung steht.

Impfangebote auch für Kinder und Jugendliche

Wenige Wochen vor dem Ende der Sommerferien in vielen Bundesländern hatte sich die Ständige Impfkommission (Stiko) am 16. August für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren ausgesprochen. Nach sorgfältiger Bewertung neuer Daten komme man nun zu der Einschätzung, "dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen", begründete das unabhängige Gremium seine Entscheidung. Bis dahin hatte die Stiko Impfungen gegen das Coronavirus lediglich für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen.

Impfungen für Fünf- bis Elfjährige sollen kommen

Bei ihrem Treffen am 18. Dezember haben Bund und Länder zudem beschlossen, dass Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren in der zweiten Dezemberhälfte "nach individueller Beratung und Risikoeinschätzung" rasch eine Impfung angeboten werden soll. Am 25. November 2021 gab die EMA grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer/BioNTech für Kinder ab fünf Jahren. Das Bundesgesundheitsministerium erwartet nach eigenen Angaben bis Mitte Dezember auch die Zulassung des Impfstoffs für Kinder in Deutschland.

Booster-Impfung für alle über 18 Jahren empfohlen

Auch auf eine Impfauffrischung, den sogenannten Booster, hat in Deutschland grundsätzlich jede und jeder ab 12 Jahren Anspruch. In der Regel ist das die dritte Impfung, die man frühestens ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung erhält. Ausnahme: Johnson-&-Johnson-Geimpfte sollten bereits nach vier Wochen erneut geimpft werden, da der Impfschutz bei diesem Vakzin nicht so hoch ist wie nach einer Biontech- oder Moderna-Impfung.

Wer eine Booster-Impfung bekommt, entscheiden letztlich die einzelnen Ärztinnen und Ärzte. Diese halten sich in der Regel an die Empfehlungen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von Bund und Ländern oder der Stiko. Das Experten-Gremium hat sich am 18. November für Auffrischimpfungen für alle Menschen ab 18 Jahren ausgesprochen. Ein entsprechender Beschlussentwurf ist nach Angaben des Gremiums zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen. Daher seien Änderungen noch möglich.

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Diese Impfstoffe stehen zur Verfügung

In Deutschland sind derzeit vier Impfstoffe für die Impfung zugelassen: Die sogenannten mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna und die Vektor-basierten Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson. Die Impfungen mit AstraZeneca laufen in Deutschland allerdings aus, die letzten Dosen konnten am 9. November bestellt werden. Für eine vollständige Immunisierung gegen das Coronavirus sind bei den mRNA-Impfstoffen jeweils zwei Dosen notwendig, die nach der jüngsten Empfehlung der Ständigen Impfkommission im Abstand von drei bis sechs (Biontech) beziehungsweise vier bis sechs Wochen (Moderna) gespritzt werden sollen.

Auffrischungsimpfung für Johnson & Johnson empfohlen

Beim Impfstoff von Johnson & Johnson soll für eine vollständige Immunisierung eigentlich nur ein Piks nötig sein. Die Stiko empfiehlt aber seit Anfang Oktober eine Auffrischungsimpfung, da der Schutz gegen die dominierende Delta-Variante ungenügend sei. Zur Optimierung des Impfschutzes empfiehlt die Stiko nun die Gabe eines mRNA-Impfstoffs ab vier Wochen nach der Einmalimpfung mit Johnson & Johnson.

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Niedersachsen: Impfstationen und mobile Impfteams

Niedersachsen hat am 16. November angekündigt, das Tempo der Impfungen gegen das Coronavirus wieder zu erhöhen. Die Impfangebote sollen deutlich ausgebaut werden, unter anderem mit zusätzlichen Impfsprechstunden in rund 180 Arztpraxen im Land. Auch die Zahl der mobilen Impfteams und Impfstationen in den Kommunen soll erhöht werden.

Die seit Ende Dezember 2020 aufgebauten 50 Impfzentren des Landes wurden zum 30. September 2021 geschlossen. Seit dem 1. Oktober ist der Betrieb auf mobile Impfzentren umgestellt. Lokal gibt es aber Ausnahmen: So wurde etwa in Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) ein neues Impfzentrum in der Fußgängerzone eingerichtet, das mindestens bis März 2022 bestehen bleiben soll.

Das Land betreibt weiter eine Hotline unter (0 800) 99 88 665, die Fragen rund um die Impfung beantwortet. Um einen Termin für eine Impfung oder Auffrischungsimpfung zu vereinbaren, solle man sich an die eigene Hausärztin oder den Hausarzt, eine andere impfbefähigte niedergelassene Ärztin oder Arzt oder an die Betriebsärztin oder -arzt wenden. Auf dem Online-Impfportal können Geimpfte weiterhin ihre digitalen Zertifikate herunterladen. (Stand: 24.11.21)

Alle weiteren Informationen zu Impfungen in Niedersachsen werden auf der Internetseite des Landes veröffentlicht.

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Schleswig-Holstein: Impfaktionen im ganzen Land

Auch im nördlichsten Bundesland begannen mobile Teams Ende Dezember 2020 mit den ersten Impfungen. Anschließend nahmen die ersten Impfzentren den Betrieb auf, der bis Ende September dauerte. In Schleswig-Holstein impfen nun ebenfalls vornehmlich Haus- und Betriebsärzte. Ärztinnen und Ärzte, die eine Corona-Schutzimpfung anbieten, finden Interessierte auf dem Portal der Kassenärztlichen Vereinigung. Außerdem gibt es offene Impfangebote und mobile temporäre Impfstellen, wo ohne Terminvergabe geimpft wird.

Um die Praxen zu entlasten, plant das Land, ab Dezember stationäre Impfstellen einzurichten. Bei den Impfstellen, die in einigen Fällen dort zu finden sind, wo zuvor die Impfzentren waren, wird es laut Gesundheitsministerium die Möglichkeit geben, Termine zu vereinbaren. (Stand: 24.11.21)

Alle weiteren Informationen zu Impfaktionen und mobilen temporäre Impfstellen in Schleswig-Holstein werden auf der Internetseite des Landes veröffentlicht.

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Mecklenburg-Vorpommern: Impfungen in Praxen, Impfstützpunkten und Impfzentren

Erste Ansprechpartner für alle Impfwünsche in MV sind die Hausärztinnen und -ärzte. Von montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr besteht zudem die Möglichkeit, bei der Telefon-Hotline (0385) 202 711 15 Impftermine für ausgewählte Impfstützpunkte zu vereinbaren.

Alle Bürgerinnen und Bürger, die ihre Zweitimpfung vor mindestens sechs Monaten abgeschlossen haben, können in Mecklenburg-Vorpommern eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. Die über 70-Jährigen, die besonders gefährdeten Gruppen und alle mit Johnson & Johnson geimpften Personen genießen Vorrang. (Stand: 24.11.21)

Wo es Sonderimpfaktionen in MV gibt, finden Interessierte auf dem Corona Infoportal. Weitere Informationen zu Impfungen und Terminbuchungen in Mecklenburg-Vorpommern werden auf der Internetseite des Landes veröffentlicht.

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Hamburg: Dezentrale Angebote meist ohne Termin

Mittlerweile können sich alle Hamburger ab zwölf Jahren um eine Corona-Impfung bemühen, dafür gibt es verschiedene Anlaufstellen in der ganzen Stadt. Wichtig dabei ist vor allem: Impfwillige müssen selbst aktiv werden. Von Januar bis September 2021 wurden gut 1,16 Millionen Impfungen im mittlerweile geschlossenen Impfzentrum in den Messehallen vorgenommen. Nun sollen Arztpraxen erste Anlaufstelle für Impfwillige sein. Außerdem wird in Betrieben und Krankenhäusern immunisiert.

Darüber hinaus gibt es verteilt in der ganzen Stadt viele dezentrale Impfangebote - etwa in Kirchen, Moscheen, Schulen, Sportvereinen, kulturellen Einrichtungen, Einkaufszentren oder Beratungsstellen. Für diese Angebote muss in der Regel kein Termin gebucht werden. Auf www.hamburg.de/corona-impfstationen gibt es eine aktuelle Übersicht. (Stand: 24.11.21)

Alle weiteren Informationen zu Impfungen in Hamburg werden auf der Internetseite des Landes veröffentlicht.

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Die folgende Tabelle gibt einen Überblick, wie viel Prozent der Bevölkerung in den norddeutschen Bundesländern bereits geimpft wurden. Das Team NDR Data hat außerdem weitere Informationen zum Thema Corona-Impfen zusammengefasst.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Norddeutschland kompakt | 25.11.2021 | 14:00 Uhr

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