Zwei Männer arbeiten im Dachstock eines Holzhauses. © Colourbox Panthermedia

Blick in die Wahlprogramme: Wohnen

Stand: 23.08.2021 16:04 Uhr

Der Traum vom Eigenheim platzt für immer mehr Menschen. Bauen wird immer teurer. In Großstädten eine bezahlbare Wohnung zu finden - ein Albtraum. Die Parteien sind sich allesamt einig, dass hier etwas getan werden muss. Nur wie bezahlbarer Wohnraum erhalten und geschaffen werden soll, da haben sie ganz unterschiedliche Vorstellungen.

Isabel Reifenrath © ARD
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von Isabel Reifenrath

In allen Wahlprogrammen findet sich zum Thema Wohnen ein Kapitel. Während die Ideen von FDP und AfD auf eine Seite passen, widmen sich Linke, Grüne und CDU dem Thema auf vier bis sechs Seiten, die SPD auf zwei. Sie alle bieten unterschiedliche Lösungen für die Probleme auf dem Wohnungsmarkt.

Explodierende Mietpreise

Gerade in den Großstädten wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Bauen, bauen, bauen ist hier die Devise von Union, SPD, FDP und AfD. Mehr Bauland wollen sie ausweisen und Bürokratie abbauen. Die Union verspricht zusätzliche 1,5 Millionen Wohnungen bis zum Jahr 2025 - konkreter ist keine andere Partei. Die SPD will ein befristetes Mietmoratorium einführen, die Mieten sollen nur noch zum Inflationsausgleich erhöht werden dürfen. Die jetzige Mietpreisbremse soll verlängert werden.

Grüne und Linke versprechen Mietern noch mehr: Die Grünen wollen Mietobergrenzen und die Mietpreisbremse entfristen. Die Linkspartei will neben der Mietobergrenze auch, dass die Mieten auf angespannten Wohnungsmärkten eingefroren werden.

Sozialer Wohnungsbau

Die Linke will 15 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau investieren. Ihr Motto lautet: "Immobilienwirtschaft gemeinnützig machen!" Die Hälfte aller Wohnungen soll in die öffentliche Hand gehen. Die SPD wirbt mit dem Neubau von 100.000 Sozialwohnungen jährlich. Außerdem wollen die Sozialdemokraten eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit einführen. Kommunale Bauflächen sollen nicht mehr an die meistbietenden Unternehmen verkauft werden. Stattdessen sollen generationsübergreifende, alternative und barrierefreie Wohnformen gefördert werden.

Auch die Union will den sozialen Wohnungsbau weiter fördern, wird dabei aber in ihrem Wahlprogramm nicht konkret. Mehr Sozialwohnungen - davon steht bei FDP und AfD nichts. Sie wollen nur mit dem Wohngeld helfen.

Traum vom Eigenheim

Vater, Mutter, Kind und ein eigenes Haus - die Idealvorstellung der AfD. Um den Hausbau und den Wohnungskauf zu erleichtern, soll die Grunderwerbssteuer auf selbst genutzte Immobilien wegfallen - aber nur für Deutsche. Staatliche Wohnungsunternehmen sollen ihren Mietern ihre Wohnungen verkaufen und die Finanzierung soll der Staat mit Bürgschaften ermöglichen.

Im Bau befindliches Haus. © NDR Foto: Dirk Drazewski
Wie kann der Bau des Eigenheims gefördert werden? Die Parteien sind sich uneins.

Die Grünen hatten mit ihren Aussagen zum Eigenheim-Bau eine scharfe Debatte ausgelöst. In ihrem Programm ist die Rede davon, dass für jede neu versiegelte Fläche eine andere entsiegelt werden soll. Statt in die Breite soll in die Höhe gebaut werden. Fördern wollen die Grünen den Kauf eines Eigenheims durch eine Senkung der Grunderwerbssteuer.

Die SPD will jungen Familien Eigentum durch Genossenschaftsanteile und Mietkaufmodelle ermöglichen. Die Union will die Förderung von der Anzahl der Kinder abhängig machen. Je mehr Kinder man hat, desto weniger Grunderwerbssteuer soll man zahlen müssen und mehr Zuschüsse bekommen.

Nachhaltiges und klimafreundliches Bauen

Das Zauberwort ist hier: Holz! Der Kreislauf der Baustoffe soll nachhaltig werden. Die Idee findet sich bei der Union, bei den Grünen und bei den Linken. Wie bisher auch schon, will die CDU auf Nachverdichtung, Aufstockung und Brachlandentwicklung setzen. Bei AfD und FDP findet sich in den Wahlprogrammen nichts zum nachhaltigen Bauen. Die Linke will einen Klimacheck aller Gebäude bis 2025 und energetische Sanierungen - nur sollen immer die Vermieter die Kosten dafür tragen.

Die Grünen wollen, dass die Belastung von Mietern, Vermietern und Staat geteilt wird. Die CO2-Bepreisung aber soll von den Vermietern komplett übernommen werden. Das schreibt die SPD in ihrem Wahlprogramm auch. Die Große Koalition wollte eigentlich, dass sich Mieter und Vermieter die CO2-Bepreisung teilen. Die Union hat sich dann aber doch entschieden, die Vermieter davon zu befreien. Dabei sollten die so motiviert werden, innovative Heizungssysteme einzubauen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 26.09.2021 | 18:00 Uhr

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