Drei Personen sitzen im Wartebereich der Bundesagentur für Arbeit hinter einem Aufsteller mit dem Logo der Agentur. © dpa bildfunk Foto: Larissa Schwedes

Arbeitslosigkeit steigt im Norden nur leicht an

Stand: 02.03.2021 11:00 Uhr

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Februar wegen der Corona-Pandemie saisonuntypisch leicht gestiegen. Auch auf dem Arbeitsmarkt in den norddeutschen Bundesländern machen sich die Folgen der Krise weiter bemerkbar.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Februar bundesweit 2,9 Millionen Menschen ohne Job. Das sind zwar nur 4.000 mehr als im Januar, aber deutlich mehr als unmittelbar zu Beginn der Corona-Pandemie: Im Februar 2020 gab es in Deutschland noch 509.000 weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote blieb im Februar unverändert bei 6,3 Prozent.

Die vom Bund finanzierte Kurzarbeit sei weiterhin eine große Hilfe für den Arbeitsmarkt, erklärte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. Einzelne Branchen spürten aber inzwischen die Folgen des Corona-Lockdowns. In normalen Jahren sinkt die Arbeitslosigkeit in Deutschland im Februar im Vergleich zum Januar leicht, weil erste negative Winter-Effekte um diese Zeit abklingen.

Niedersachsen: Beginn der Frühjahrsbelebung ausgebremst

In Niedersachsen hält der Trend dieses Winters mit einer steigenden Zahl von Arbeitslosen an: Die Arbeitsagentur meldete 269.000 Arbeitslose - das ist ein Plus von 2.000 Job-Suchenden (oder 0,7 Prozent) im Vergleich zum Januar. Verglichen mit Februar 2020 waren im größten Flächenland in Norddeutschland rund 41.000 Menschen mehr ohne Job, was einem Plus von 18 Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote bleibt in Niedersachsen bei 6,1 Prozent. "Normalerweise sinkt die Arbeitslosigkeit im Februar, weil Betriebe dann vermehrt einstellen und die Auftragsbücher voll sind", erklärte Arbeitsagentur-Regionalchef Johannes Pfeiffer. Der Beginn der Frühjahrsbelebung sei aber in diesem Jahr durch die Folgen der Corona-Krise ausgebremst worden.

Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit angezeigt haben, ging den Angaben zufolge zurück. Die Arbeitsagenturen verzeichneten knapp 4.800 Anzeigen für bis zu rund 62.000 Beschäftigte. Im Januar waren es etwa 7.500 Anzeigen für bis zu rund 68.000 Beschäftigte gewesen. Wie viel Kurzarbeit tatsächlich abgerechnet wird, zeigt sich erst nach mehreren Monaten.

Schleswig-Holstein: Fast 15.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

Auch in Schleswig-Holstein nahm die Arbeitslosigkeit im Februar weiter zu. Im nördlichsten Bundesland waren nach Angaben der Arbeitsagentur 99.900 Menschen auf der Suche nach einem Job. Damit stieg die Zahl der Arbeitslosen infolge der Corona-Pandemie im Vergleich zum Februar 2020 um 14.900. Im Vergleich zum Januar waren 1.000 Menschen mehr ohne festen Job. Dieser Anstieg sei untypisch, aber - vor dem Hintergrund der Dauer des aktuellen Lockdowns - geringer ausgefallen als erwartet, so die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann. Die Arbeitslosenquote liegt in Schleswig-Holstein weiterhin bei 6,3 Prozent - das sind 0,9 Prozentpunkte mehr als im Februar 2020.

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Mecklenburg-Vorpommern: Arbeitslosenquote jetzt bei 8,7 Prozent

In Mecklenburg-Vorpommern stieg die Zahl der Arbeitslosen von Januar auf Februar um 900 auf jetzt 71.600. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 8,7 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020 ergab sich ein Zuwachs um 14,2 Prozent (+ 8.900). Auch im Nordosten seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt weiter deutlich sichtbar, so Haupt-Koopmann. Sie wies darauf hin, dass sich im vergangenen Monat deutlich weniger Beschäftigte des ersten Arbeitsmarkts arbeitslos gemeldet haben als noch im Februar 2020. Dazu würden speziell Hotels und Gaststätten beitragen, da sie mit Blick auf mögliche Lockerungen und das erhoffte Ostergeschäft auf Entlassungen verzichten. "Allerdings wäre diese Personalpolitik ohne finanzielle Unterstützung durch Kurzarbeitergeld sowie die Hilfsprogramme des Bundes und des Landes nur in Ausnahmefällen möglich."

Hamburg: "Arbeitsmarkt macht eine Seitwärtsbewegung"

In Hamburg wich die Zahl der Arbeitslosen im Februar nur minimal von der im Januar ab. Im Vergleich "macht der Arbeitsmarkt eine Seitwärtsbewegung, er verändert sich kaum, steigt lediglich um 29 Personen auf 86.962 an", teilte der Chef der Hamburger Agentur für Arbeit, Sönke Fock, mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei die Zahl der Arbeitslosen jedoch deutlich um rund 19.000 (oder 28,4 Prozent) gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt in der Hansestadt wie schon im Januar bei 8,1 Prozent - sie ist aber 1,7 Punkte höher als im Februar vor einem Jahr.

 

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NDR Info | Aktuell | 02.03.2021 | 10:00 Uhr

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