Stand: 19.11.2019 11:22 Uhr

Afrikanische Schweinepest: Was Sie wissen müssen

von Sonja Puhl, NDR.de

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende und anzeigepflichtige Tierseuche. Sie befällt ausschließlich Wild- und Hausschweine. Menschen können sich nicht anstecken. Es besteht aber die Gefahr, dass Menschen die Krankheit verbreiten. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald weist darauf hin, dass "das Virus in nicht gegarten Schweineprodukten längere Zeit, teils über Monate, stabil bleibt, beispielsweise in Haus- oder Wildschweinsalami oder -schinken." Schweine können sich über den Verzehr derartiger Essensreste infizieren. So können sich Wildschweine mit dem Erreger anstecken, wenn sie beispielsweise die Reste von Mettbrötchen fressen, die auf Raststätten in die Natur geworfen wurden. Über Menschen und Fahrzeuge aus Regionen mit Wildschweinpopulation kann der Krankheitserreger dann weitergetragen werden.

Hygienemaßnahmen bei der Wildschweinjagd sind wichtig

Insbesondere Jäger stellen hierbei ein hohes Risiko dar, weil sie mit dem Blut und den Häuten der Tiere in Kontakt kommen. Daher ist es wichtig, die Hygienemaßnahmen bei der Jagd besonders zu beachten. Zu diesen Maßnahmen gehört laut FLI, "die Vermeidung der Kontamination von Kleidung und Fahrzeugen mit Blut von Wildschweinen, das Tragen von Handschuhen beim Aufbrechen sowie die gründliche Reinigung aller Werkzeuge, des Schuhwerks und der Transportbehälter". Unbehandelte Jagdtrophäen aus den betroffenen Ländern (derzeit Belgien, Polen, Baltikum, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Tschechien und Ukraine) würden ebenfalls ein Einschleppungsrisiko darstellen. Das FLI ruft Jäger dazu auf, Proben von tot aufgefundenen Wildschweine abklären zu lassen.

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Hausschweine müssen geschützt werden

Damit sich Hausschweine nicht bei infizierten Wildschweinen anstecken, muss der Kontakt unterbunden werden. Dabei spielen die sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise die wildschweinsichere Umzäunung der Weiden und Ställe eine entscheidende Rolle. Außerdem ist laut FLI das Verfüttern von Speiseabfällen an Hausschweine verboten.

Hier finden Sie die aktuelle Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts zum Risiko des Einschleppens der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland.

Klassische und Afrikanische Schweinepest sind schwer zu unterscheiden

In afrikanischen Ursprungsländern übertragen Lederzecken die Krankheit; in Deutschland erfolgt die Übertragung vor allem durch Blut, Sperma, Sekrete, kontaminierte Kleidung oder Fahrzeuge sowie Fleischerzeugnisse. Das Krankheitsbild der Afrikanischen Schweinepest ist sehr variabel. Hauptsymptom ist sehr hohes Fieber. Ob der Erreger einer Klassischen oder einer Afrikanischen Schweinepest vorliegt, können nur Laboruntersuchungen zeigen. "Bei der Afrikanischen Schweinepest ist die Mortalität sehr hoch", sagte Elke Reinking vom FLI im Gespräch mit NDR.de. Meist würden Haus- und Wildschweine innerhalb von etwa zehn Tagen daran sterben. Die Klassische Schweinepest würden Wildschweine dagegen eher überleben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 19.11.2019 | 12:08 Uhr