Stand: 05.06.2020 20:23 Uhr

Prüfer-Storcks: Abschied in Krisen-Zeiten

Keine weitere Amtszeit - das war für Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) schon länger klar. Bereits kurz nach der Bürgerschaftswahl im Februar dieses Jahres hatte sie ihren Ruhestand angekündigt. Doch statt Ruhe kam erst einmal viel Arbeit - durch die Corona-Pandemie. Wenn am kommenden Mittwoch der neue Senat vereidigt wird, dann hat sie es endlich geschafft. Das sei aber auch mit Wehmut verbunden, sagte sie im Interview mit dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen.

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Selbstbestimmtes Ausscheiden aus der Politik

Prüfer-Storcks geht nicht, weil sie gehen muss, es sei ihr eigener Wunsch, sagt sie nicht ohne Stolz: "Ich glaube, das ist auch schon eine kleine Leistung, dass man in der Politik auch wirklich selbstbestimmt ausscheiden darf." Zudem halte sie es für besser, zu Beginn einer neuen Legislaturperiode auszusteigen, statt mittendrin.

Start mit EHEC, Ende mit Coronavirus

Prüfer-Storcks hatte in ihrer politischen Laufbahn nicht nur den Blick auf die Hansestadt: "Ich wollte immer mitmischen, wenn es darum ging, Gesetze zu erlassen - übrigens auch im Verbraucherschutz. Bei Gesundheits- und Verbraucherschutz ist vieles durch Bundesgesetze geprägt, da kommen Sie nicht weit auf der Landesebene." Und auch im Rest der Bunderepublik war sie als Politikerin bekannt. Besonders durch ihren Start als Gesundheitssenatorin in Hamburg. Dort bekam Prüfer-Storcks direkt eine schwierige Aufgabe. Es ging um den EHEC-Ausbruch in Norddeutschland 2011. "Und jetzt endet es mit einem Virus und einer weltweiten Pandemie. Das waren auch wirklich die größten Herausforderungen, muss ich sagen."

Aus vollem Lauf in den Ruhestand

Die Pandemie habe ihr in den letzten Wochen keinen Raum gelassen, über ihre Zeit nach der Politik nachzudenken. "Also wovon jeder Arzt abraten würde, so aus dem vollen Lauf in den Ruhestand, das passiert jetzt", so Prüfer-Storcks. Ein selbstbestimmtes Leben wolle sie jedoch zurück: "Man ist doch als Politikerin sehr viel gebunden in Gremiensitzungen, das kann man sich alles nicht aussuchen, womit man seine Zeit verbringt. Und diese Souveränität über den eigenen Terminkalender zurückzuerobern, darauf freue ich mich."

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Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) präsentiert Ergebnisse einer Befragung. © picture alliance/dpa Foto: Markus Scholz

Aus persönlichen Gründen: Prüfer-Storcks hört auf

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks verabschiedet sich aus der Politik. Dem neuen Senat werde sie nicht mehr angehören, sagte die SPD-Politikerin zu NDR 90,3. (25.02.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 05.06.2020 | 19:30 Uhr

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