Stand: 08.06.2020 20:26 Uhr  - Hamburg Journal

Fliegen ohne Sichtkontakt: Drohnen aus dem 3D-Drucker

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Mitja Wittersheim und Oliver Zoeller von Beagle Systems basteln an einer ihrer Drohnen, die sie im 3D-Drucker hergestellt haben.

Die Zukunft der unbemannten Luftfahrt für die ganze Welt wird auf einem Tüftel-Tisch in Wandsbek mitgeprägt: Das hoffen zumindest Mitja Wittersheim und Oliver Zoeller. Ihr Start-up soll nach ihren Vorstellungen den Einsatz ziviler Drohnen revolutionieren. Benannt haben sie ihr Unternehmen nach ihrem Bürohund. Beagle Systems heißt die Firma. Der Grund für die Ehre: Der Hund hat alles miterlebt, erzählen die Tüftler: von der ersten Werkstatt in einem ausrangierten Schweinestall in Quickborn, bis hin zum Auslandssemester in Schanghai.

Start-up plant die Zukunft der Drohnennutzung

Hamburg Journal -

Mit ihrer Firma wollen Mitja Wittersheim und Oliver Zoeller den Einsatz ziviler Drohnen revolutionieren. Flüge ohne Sichtkontakt sollen künftig kein Problem mehr sein.

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Bisher auf 500 Meter beschränkt

"Das aktuelle Problem ist, dass Drohnen immer im Sichtbereich des Steuerers sein müssen. Das heißt, der Aktionsradius ist beschränkt auf 500 Meter", sagt Mitja Wittersheim. "Wir wollen diesen Radius erweitern - auf die Reichweite der Fluggeräte." Sein Kollege Oliver Zoeller ergänzt: "Wir haben uns von Anfang gefragt: Was ist die meiste Leistung, die wir bieten können innerhalb aller EU-Regularien - und dabei ohne Sichtkontakt fliegen zu können?"

Vor kurzer Zeit haben sie bundesweit als Erste eine allgemeine Flugerlaubnis für Flüge ohne Sichtkontakt erhalten - in Niedersachsen. Getestet wird deshalb noch direkt hinter der südlichen Hamburger Landesgrenze. Die Baumschule bietet ideale Voraussetzungen, die es so in der eng besiedelten Großstadt kaum gibt. Technisch und rechtlich das Team ab sofort seine Drohnen bis zu 50 Kilometer von hier aus fliegen lassen. Hunderte Hektar können so in Minuten erkundet werden.

Einsatz nicht nur in der Baumschule

Kay Hackmack von der Baumschule Lorenz von Ehren gefällt das. "Wir versprechen uns davon, dass wir eine bessere Aufzeichnung bekommen, wie viel Feuchtigkeit am Boden ist, damit wir unsere Pflanzen besser und einfacher beregnen können." Dadurch könne man viel Geld sparen.

Firmen-Gründer Zoeller hat weitere Märkte im Blick: "Wir wollen sowohl für Netzbetreiber Leitungen abfliegen können als auch für Krankenhäuser Gewebetransporte durchführen."

100 Kilometer Reichweite heißt das Ziel

Beim Flug der Drohnen zeigen Transponder alle anderen Luftverkehrsteilnehmer an. Die Drohnen können automatisch auf diese reagieren und auch gegebenfalls sicher landen oder ausweichen. Die Steuerung erfolgt manuell oder automatisch bei Dateneinsicht über 4G am Laptop. Das Ziel: 100 Kilometer Reichweite bei bis zu 375 Kilometern pro Stunde.

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, produziert das Unternehmen seine Fluggeräte in Wandsbek mit dem 3D-Drucker. Elf davon haben die Macher gekauft. Das macht unabhängig vom Know-How anderer - und Lieferketten. "Der große Vorteil ist die Flexibilität des 3D-Drucks", sagt Wittersheim. "Wir können an einem Tag eine Zeichnung ändern und am nächsten Tag haben wir das fertige Produkt, das wir einbauen und testen können."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 08.06.2020 | 19:30 Uhr

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