Corona: Meine Geschichte - Sebastian Libbert, Gastronom

Stand: 20.06.2021 05:00 Uhr

Wie hat die Pandemie Ihr Leben verändert? Unter dieser Fragestellung begleiten NDR 90,3 und das Hamburg Journal Hamburger und Hamburgerinnen durch die Corona-Zeit. Sebastian Libbert, Betreiber der Oberhafen-Kantine, ist einer von ihnen.

von Ole Neugebauer

Dass Sebastian Libbert lächeln muss, sieht man ihm trotz Maske an: Endlich kann er wieder das machen, was er liebt - Gäste bewirten. Als Betreiber der Oberhafen-Kantine in der Hafen-City machen das meist seine Angestellten. Heute aber lässt er es sich nicht nehmen. Die Außen-Tische vor seinem Restaurant sind voll, die Gäste bestellen Bier, Frikadellen und Grillwurst. "Es ist ein so magischer und schöner Ort, der aber natürlich erst seine Magie bekommt in dem Moment, wo Gäste da sind und das mit uns erleben", sagt Libbert. Nun sei das Leben wieder zurück - und er wieder glücklich.

Sieben Monate lang geschlossen

Das war lange Zeit nicht so: Anfang November 2020 wurde angesichts steigender Corona-Zahlen der Teil-Lockdown ausgerufen, Libbert musste seine geliebte Oberhafen-Kantine schließen. Es begannen Monate der Existenzsorgen. Um das Restaurant über Wasser zu halten, organisierte Libbert Außer-Haus-Lieferungen an Büros. Zeitweise führte er auch die fast 100 Jahre alte Tradition der Kaffee-Klappe aus den den Anfängen der Oberhafen-Kantine wieder ein: Aus einer Kellerluke heraus verkauften er und sein Team Lunch-Pakte zum mitnehmen.

Endlich wieder Touristinnen und Touristen

Betreiber der Oberhafen-Kantine Sebastian Libbert
Sebastian Libbert hinter dem Tresen seiner Oberhafen-Kantine.

Seit er wieder öffnen darf, kommen viele Stammkundinnen und -kunden, die die Oberhafen-Kantine bewusst unterstützen wollen. Dazu mehren sich langsam auch wieder die Touristen. Für Libbert sind sie eine wichtige Einnahmequelle, denn: Vom Normalbetrieb sind er und sein Team trotz Lockerungen noch weit entfernt: "Wir merken, dass noch wahnsinnig viele Leute im Homeoffice sind. Das ist der Grund, warum wir erst ab Donnerstagabend öffnen", erklärt Libbert. "Die Hafencity ist momentan immer noch fast menschenleer, zumindest was Mitarbeiter in den Büros anbelangt."

Hoffnung auf den Sommer, Sorge vor dem Winter

Die Innengastronomie öffnet Libbert derzeit nur bei schlechtem Wetter. Sonst lohnt es sich nicht: Zu klein die Räumlichkeiten, zu umfassend die Hygiene-Vorschriften. Also hofft er auf viele Schönwettertage. Dann verlagert er die Küche nach draußen an den Grill. Jetzt so viel Umsatz machen wie es geht, auch um seine 14 Mitarbeitenden weiterhin halten zu können - das ist das Ziel. An ein schnelles Ende der Pandemie nämlich will Libbert nicht so recht glauben: "Wenn es jetzt gut läuft gehen wir glücklich in den Herbst und hoffen natürlich, dass diese geringen Fallzahlen uns auch durch den Winter tragen. Aber das ist nur eine kleine Hoffnung. Ich glaube, wir werden das leider anders erleben."

Weitere Informationen
Gastronom Sebastian Libbert im Interview.

Ihr Leben in der Pandemie: Der Gastronom

NDR 90,3 und Hamburg Journal begleiten Betroffene durch die Pandemie. Darunter Sebastian Libbert. Der Gastronom wünscht sich nur eines: Eine Perspektive. (27.02.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 21.06.2021 | 19:30 Uhr

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