Stand: 12.06.2020 13:37 Uhr

Corona: Hamburgs Ruderer dürfen nur allein ins Boot

Das Boot liegt direkt am Ufer aufgebockt und bereit für das Rudern auf der Alster. Hoffnungsvoll spannen Werner Glowik und sein Kollege ihr rotes Maßband zwischen den Rollsitzen. Der Vorsitzende vom Landesruderverband überprüft die Abstände im Ruderboot: 136, vielleicht 137 Zentimeter. Da fehlen wenige, aber wichtige Zentimeter - zum Mindestabstand in Hamburg. Denn auch im Rudersport gilt die Abstandsregel von 1,5 Metern. Das heißt: Nur die Ruderboote mit einer Person an Bord dürfen derzeit aufs Wasser. Alle Mannschaftsboote nicht - egal ob Zweier, Vierer oder Achter.

Landesruderverband: "Es gibt keine Argumente"

In Hamburg betrifft das etwa 90 Prozent der Ruderinnen und Ruderer. Glowik kann das nicht verstehen: "Der Deutsche Ruderverband hat gemeinsam mit dem Weltruderverband FISA ein Gutachten erstellt - und es gibt keine wirklichen Argumente." Die Behörde in Hamburg besteht aber bisher noch auf den vorgeschriebenen Abstand. Und das, obwohl die Ruderinnen und Ruderer nicht mit den Gesichtern zueinander sitzen, an der frischen Luft nicht auf einem Fleck bleiben und die Atemluft im Wind verwirbelt.

Andere Bundesländer erlauben Mannschaftboote

In anderen Bundesländern, wie in Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein, können Sportlerinnen und Sportler schon wieder in Mannschaftsbooten zusammensitzen. Hamburgs Ruderinnen und Ruderer fordern, dass zumindest Zweier- und Viererboote freigegeben werden. "Damit hängen wir immer noch hinten dran im Bundesgebiet. Aber das wäre zumindest für die Sportwelt hier in Hamburg ein geniales und wirksames Signal. Auch um den Mitgliedern zu zeigen: Hamburg will wirklich 'Active City' bleiben", meint Glowik. Bis dahin wird der Großteil der Ruderinnen und Ruderer noch auf dem Trockenen sitzen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 11.06.2020 | 19:30 Uhr

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