Stand: 31.08.2018 06:00 Uhr

Was bringt die Elbvertiefung?

von Marc-Oliver Rehrmann, NDR.de
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Die Elbe soll tiefer werden, damit in Zukunft Container-Riesen wie die 396 Meter lange "Marco Polo" den Hamburger Hafen mit mehr Ladung als bislang ansteuern können.

Die Elbe zählt zu den wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands. Für die weltweite Schifffahrt ist vor allem das rund 130 Kilometer lange Stück zwischen der Nordsee und Hamburg bedeutsam. Der geplante Fahrrinnen-Ausbau hat zum Ziel, dass der Hamburger Hafen besser für die neue Generation der Containerschiffe zu erreichen ist. Riesenschiffe mit Platz für mehr als 20.000 Containern wie der Containerfrachter "CMA CGM Antoine de Saint Exupéry" mit einem maximalen Tiefgang von 16 Metern können den Hafen zwar schon heute anfahren - allerdings nicht voll beladen und nur in einem engen Zeitfenster. Deswegen befürchten Reeder und Terminal-Betreiber Standort-Nachteile, sollte die Verbreiterung und Vertiefung der Fahrrinne nicht bald erfolgen.

Mit Flutwelle oder ohne

Nach den Baggerarbeiten sollen Schiffe mit einem tatsächlichen Tiefgang von 13,50 Metern die Unterelbe jederzeit befahren können. Bislang liegt der maximale Tiefgang für eine tideunabhängige Fahrt von Hamburg nach Cuxhaven bei 12,50 Metern.

Die Krux mit den Tiefgängen

Die Tiefgänge von Containerschiffen werden mal für Salzwasser, mal für Frischwasser abgegeben. Als Faustregel gilt, dass im Frischwasser zum Salzwasser-Tiefgang eines Schiffes 30 Zentimeter hinzuzurechnen sind. Die im Artikel genannten Tiefgänge beziehen sich alle auf Salzwasser. Dies ist international so üblich.

Ein besonderer Bereich ist die tideabhängige Fahrt: Nutzen Schiffe die Flutwelle, um den Hamburger Hafen zu erreichen oder zu verlassen, dürfen sie höhere Tiefgänge aufweisen. Schiffe, die von der Nordsee aus mit der Flutwelle einlaufen, dürfen nach der Elbvertiefung einen Tiefgang von bis zu 15,60 Metern (jetzt: 14,80 Meter) haben. Beim Auslaufen gelten wiederum andere Vorgaben, weil die Schiffe dann gegen die Flutwelle anfahren. Die Elbvertiefung soll dazu führen, dass Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 14,50 Metern (jetzt: 13,50 Metern) tideabhängig auslaufen dürfen.

Nach Angaben der Hamburger Hafenbehörde (HPA) ist etwa jede sechste Fahrt eines Seeschiffes tideabhängig.

Elbvertiefung: Wo gebaggert werden soll

Wo wird gebaggert?

Nicht die gesamte Elbe, auch nicht das gesamte Fahrwasser, sondern nur die Fahrrinne wird für den Schiffsverkehr angepasst. Und auch die Fahrrinne wird nicht auf der gesamten Länge zwischen Hamburg und Cuxhaven ausgebaggert: Nach Angaben des Bundes soll die Tiefe der Fahrrinne auf 60 Prozent der Strecke verändert werden. Maximal wird die Fahrrinne um 2,42 Meter vertieft, an anderen Stellen nur um 1,50 Meter oder weniger. An der tiefsten Stelle zwischen Otterndorf und Lühe wird die Fahrrinne nach der Elbvertiefung 19,00 Meter tief sein, in Hamburg-Altenwerder 17,40 Meter. Nur über dem Autobahn-Elbtunnel in Hamburg kann nicht weiter gebaggert werden. Dort bleibt es bei einer Flusstiefe von 16,70 Meter unter Normalnull.

Die Fahrrinne der Unterelbe

In der Elbe macht die Fahrrinne nur einen kleinen Teil der gesamten Flussbreite aus. In Höhe Bützfleth im Landkreis Stade sind dies etwa 24 Prozent, in Höhe Kugelbake in Cuxhaven etwa 2,5 Prozent der Flussbreite.

Die Fahrrinne soll auch breiter werden

Darüber hinaus soll die Fahrrinne zwischen der Störkurve bei Glückstadt und Hamburg um 20 Meter verbreitert werden. Damit können sich hier zwei Schiffe von jeweils 46 Meter Breite zukünftig sicher und leicht begegnen. Bislang ist die Fahrrinne in diesem Bereich 300 Meter breit, beziehungsweise nur 250 Meter kurz vor Hamburg. Zudem ist eine acht Kilometer lange "Begegnungsbox" mit einer Breite von 385 Metern geplant. In diesem Bereich sollen große Container- und Massengutschiffe aneinander vorbeifahren können.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.08.2018 | 06:00 Uhr

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