Weitere Vergabe von Impfterminen für Hamburg

Stand: 02.02.2021 13:21 Uhr

In Hamburg hat es am Montag bei der Vergabe neuer Corona-Impftermine wieder einen Ansturm gegeben. Trotzdem konnte - aufgrund verschiedener Probleme - nur die Hälfte der Termine vergeben werden.

Die restlichen sollen deswegen heute gebucht werden können. Wie üblich müssen Impf-Berechtigte dafür die Telefon-Hotline 116 117 oder die Online-Buchung nutzen. Der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich, hatte am Montag gesagt, bei der telefonischen Buchung sei es von Vorteil, von einer Hamburger Festnetznummer anzurufen. "Dann landen sie auch in einem Hamburger Callcenter." Andere Rufnummern würden hingegen von einem bundesweit operierenden Callcenter bearbeitet.

Änderungen bei der Terminbuchung geplant

Um künftig Probleme bei der Terminbuchung zu vermeiden, kündigte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Mittag auf der Landespressekonferenz drei geplante Änderungen an. Demnach soll künftig bei einer telefonischen Buchung eine Ansage vom Band kommen, sollten aktuell keine Termine mehr verfügbar sein. Außerdem ist eine Reservierungsfunktion beim Online-Buchungsverfahren geplant. Dadurch soll verhindert werden, dass während man seine Daten zur Terminbuchung eingibt, jemand anders einem den entsprechenden Termin wegschnappt. Darüber hinaus sollen - für eine bessere Planbarkeit - die Termine künftig immer donnerstags freigeschaltet werden. Am Montag war es nicht gelungen, 33.500 neue Termine im Impfenzentrum in den Messehallen an über 80-Jährige und Pflegekräfte zu vergeben. Lediglich gut die Hälfte konnte gebucht werden.

Falsche Aussagen bei der Hotline am Montag

Unter anderem gestern war der Frust über die Hotline und die Online-Anmeldung bei vielen Hamburgerinnen und Hamburgern allerdings erneut groß. Bei NDR 90,3 liefen zum wiederholten Mal viele Beschwerden auf. "Heute gibt es keine freien Termine mehr, probieren Sie es morgen wieder" - diese Auskunft bekamen viele schon am Vormittag zu hören, wenn sie die Hotline gewählt hatten. Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg räumte auf Nachfrage ein: Diese Auskunft sei falsch gewesen und beruhte offenbar auf einem Missverständnis in der Telefonzentrale. Richtig sei, dass über den ganzen Tag verteilt Termine freigeschaltet wurden. Genau so hatte es die Hamburger Sozialbehörde im Vorwege auch kommuniziert.

Leonhard: "Sehr unglücklich"

Man sei über die Probleme mit der Hotline auch "sehr unglücklich", sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Abend im Hamburg Journal. Offensichtlich sei die Strategie nicht bei jedem einzelnen Callcenter-Mitarbeitenden angekommen. "Es ist ganz wichtig, dass diesen Mängel jetzt abgestellt werden. Wir sind dazu auch im Gespräch mit der Kassenärztlichen Vereinigung des Bundes und dem Gesundheitsministerium."

Impfen: Online-Buchung ebenfalls schwierig

Probleme gab es am Montag auch bei der Online-Buchung: Wer im Internet einen Impftermin vereinbaren wollte, bekam zwar möglicherweise einen freien Termin angezeigt. Nach der Eingabe der persönlichen Daten konnte der Termin dann aber plötzlich bereits weg sein. Anders als bei vielen anderen Online-Buchungssystemen gab es also kein vorgegebenes Zeitfenster für die Reservierung. Genau das soll nun geändert werden. Wann es so weit ist, ist aber noch nicht bekannt.

Unterschiedliche Angaben zu neuen Impfterminen

Am späten Nachmittag hatte es dann von der Kassenärzliche Vereinigung geheißen, die Termine seien alle vergeben worden, es könnten erst am Donnerstag neue vergeben werden. Allein am Vormittag seien rund 15.000 der für Montag angekündigten 33.500 Termine vergeben worden, sagte auch Sozialbehördensprecher Helfrich.

Werden jetzt andere Vergabe-Methoden geprüft?

Unklar ist, warum es auch weiterhin die Vergabe-Probleme gibt und warum die Anfangsschwierigkeiten noch nicht behoben sind. Grundsätzlich wolle man in Hamburg aber an dem System festhalten. Voraussetzung sei aber die Umsetzung der Verbesserungen und ein stabiles System. "Wenn es sich nicht verbessert, müssen wir Alternativen schaffen", sagte Schweitzer. Die Opposition hatte einen Umstieg auf andere Anbieter ins Spiel gebracht. In Schleswig-Holstein etwa wird die Hotline vom Ticket-Service Eventim organisiert - allerdings verläuft die Terminvergabe auch dort nicht ohne Probleme.

Helfrich appellierte an alle Impfwilligen, den über 80-Jährigen und dem Pflegepersonal den Vortritt zu lassen. Wer nicht zu dieser priorisierten Gruppe gehöre, sollte Abstand davon nehmen, den Terminservice anzurufen. Die Buchung erfolgte telefonisch unter der Nummer 116 117 oder online unter impfterminservice.de.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.02.2021 | 12:30 Uhr

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