Stand: 13.07.2020 10:46 Uhr

Corona-Verstöße: Hamburg nimmt 650.000 Euro ein

Polizisten kontrollieren in Hamburg am Jungfernstieg, ob die Corona-Regelungen eingehalten werden. © imago
Polizisten kontrollieren in Hamburg etwa am Jungfernstieg, ob die Corona-Regelungen eingehalten werden.

Hamburg hat mit Bußgeldern gegen Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen bislang über 650.000 Euro eingenommen. Aus einer Anfrage an den Senat geht hervor, dass es bis Ende Juni knapp 10.000 Anzeigen gegeben hat. Weit über die Hälfte (6.636) davon richtete sich gegen Hamburgerinnen und Hamburger, die mit mehr Personen aus anderen Haushalten unterwegs gewesen sind als erlaubt. Das kann mit einem Bußgeld von bis zu 150 Euro bestraft werden. 

Kontrollen an langen Wochenenden

Vor allem an den langen Wochenenden an Himmelfahrt und Pfingsten hatte die Polizei verstärkt kontrolliert, ob sich die Hamburgerinnen und Hamburger an die Abstandsregeln halten. An belebten Orten wie dem Schanzenviertel, der Alster oder dem Stadtpark war dies oft nicht der Fall.

Teure Spielplatzbesuche

Über 21.000 Euro an Bußgeldern sind zusammengekommen, weil Menschen einen der vorübergehend gesperrten Spielplätze in der Stadt betreten hatten. Das war laut Senat 230 mal der Fall. Ebenfalls gesperrt gewesen sind die Sportanlagen in Hamburg. Aber auch das hat nicht alle davon abgehalten, sich dort aufzuhalten. Für die "verbotswidrige Teilnahme am Sportbetrieb" gab es 259 Anzeigen und Bußgelder in Höhe von 26.908 Euro.

Anzeigen für Geschäftsinhabende

Weitere Anzeigen gab es für Inhaber von Geschäften, weil diese trotz Verbot geöffnet hatten oder die Betreibenden nicht ausreichend sichergestellt haben, dass nur so viele Kundinnen und Kunden rein dürfen, wie es der Mindestabstand erfordert. 

Mindestabstand gilt weiterhin

Zu Beginn der Corona-Krise hatte Hamburg verboten, dass sich mehr als zwei Haushalte in der Öffentlichkeit treffen. Diese Regelung ist in der aktuellen Eindämmungsverordnung gelockert, sodass sich inzwischen zehn Menschen aus zehn verschiedenen Haushalten treffen dürfen. Nach wie vor gilt aber die Einhaltung eines Mindestabstands von anderthalb Metern zueinander.

Muss Grote zahlen?

Ob auch Hamburgs Innensenator Andy Grote ein Bußgeld zahlen muss, wird aktuell noch geprüft. Er hatte nach seiner erneuten Ernennung zum Senator zu einem Stehempfang in ein Restaurant geladen. Nach Angabe der Behörden sollen dabei alle geltenden Corona-Regeln eingehalten worden sein. Der Fall sorgt aber seit Wochen für Diskussionen. Die Oppositionsparteien fordern Grotes Rücktritt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.07.2020 | 10:00 Uhr

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