Stand: 27.08.2020 07:16 Uhr

Verhandlungen über Stellenabbau bei Airbus starten

Ein Airbus-Techniker arbeitet in einem Rumpfsegment in der neuen Strukturmontage der Airbus A320 Familie in Hangar 245 im Airbus Werk in Finkenwerder. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Beim Airbus-Werk in Hamburg sollen rund 2.260 Jobs wegfallen.

Beim kriselnden Flugzeugbauer Airbus beginnen die Verhandlungen mit den Gewerkschaften über den geplanten Stellenabbau. Allein in Hamburg will Airbus jeden sechsten Job streichen, doch die IG Metall kündigt Widerstand an. Betriebsbedingte Kündigungen dürfe es bei Airbus nicht geben: Diese Linie gibt der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, vor. Er stellt sich aber auf harte Verhandlungen in den kommenden Wochen ein.

Vier-Tage-Woche eine Option?

Am Freitag wollen die Gewerkschafter bundesweit ihre Positionen abstimmen, damit sie am Montag bei der ersten Runde mit der Unternehmensführung geschlossen auftreten können. Friedrich spricht sich unter anderem für die Vier-Tage-Woche aus. Ausdrücklich begrüßt die IG Metall, dass der Bund Kurzarbeit bis Ende kommenden Jahres zulassen will. Das helfe auch bei Airbus, meint Friedrich. Das Unternehmen hatte sich da allerdings skeptisch gezeigt.

Längere Kurzarbeit als Chance

Von den deutschlandweit mehr als 5.000 Jobs, die gestrichen werden sollen, könnten nur etwa 1.500 mit einer längeren Kurzarbeit gerettet werden, so Airbus-Vorstandsmitglied Michael Schöllhorn. Allerdings erklärte er auch, dass Hamburg überdurchschnittlich stark von einer neuen Kurzarbeiterregelung profitieren könnte.

Auf Finkenwerder werden vor allem kleinere Flugzeuge aus der A320-Familie gebaut, bei denen die Nachfrage als erstes wieder anziehen dürfte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.08.2020 | 12:00 Uhr

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