Eine Maske liegt auf einem Schultisch. © picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig Foto: Fleig / Eibner-Pressefoto

Untersuchung rekonstruiert Corona-Ausbruch an Hamburger Schule

Stand: 05.10.2021 07:02 Uhr

Wie verlaufen Corona-Ausbrüche an einer Schule? Darüber gibt es in Hamburg jetzt erstmals genauere Informationen, nachdem das Gesundheitsamt Nord nach einem Ausbruch eine Untersuchung in die Wege geleitet hat, bei der Viren-Proben aufwendig untersucht und viele Beteiligte befragt wurden.

Im Herbst letzten Jahres hatte ein Fall für Aufsehen gesorgt: an der Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude waren 33 Schülerinnen und Schüler sowie drei Schulbeschäftigte gleichzeitig mit Corona infiziert. Und es schien klar, dass es erstmals zu einem sogenannten "Super-Spreader-Ereignis" innerhalb einer Hamburger Schule gekommen ist. Eine aufwendige Untersuchung des Gesundheitsamtes Nord hat dies nun bestätigt.

Lehrkraft soll zunächst 23 Schüler angesteckt haben

Laut Bericht der Untersuchung habe ein "Mitglied des pädagogischen Personals" im Unterricht zuerst 23 Schülerinnen und Schüler angesteckt. Die Lehrkraft trug dabei nur eine Baumwollmaske, die Schüler keinen Mundschutz. Weitere Infektionen folgten anschließend, beispielsweise in Pausen.

Andreas Gaertner von NDR 90,3. © NDR Foto: Screenshot
AUDIO: Untersuchung nach Corona-Ausbruch an der Heinrich-Hertz-Schule (1 Min)

Maskenpflicht an Schulen solle vorerst bleiben

Fast 240 Schülerinnen und Schüler und 40 Lehrkräfte mussten damals in Quarantäne. Dazu kamen mehr als 90 Familienmitglieder von Infizierten. Konsequentes Handeln habe mehr Infektionen verhindert, so jetzt das Fazit des Gesundheitsamtes Nord. Und es rät: solange nicht die meisten Schüler geimpft seien, solle es bei der Maskenpflicht in Schulen bleiben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.10.2021 | 06:00 Uhr

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