Tschentscher fordert Klarheit bei Impfstoff-Lieferungen

Stand: 01.02.2021 05:50 Uhr

Hamburg kann im Februar mit fast 100.000 Impfstoff-Dosen rechnen. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) fordert einen nationalen Impfplan.

Im Januar hatte die Stadt 44.000 Impfstoff-Dosen bekommen - die meisten von Biontec/Pfizer und eine kleine Menge von Moderna. Jetzt im Februar werden von beiden Herstellern größere Lieferungen erwartet. Dazu kommt außerdem der neu zugelassene Impfstoff von AstraZeneca. Allein von ihm sollen nach den bisherigen Planungen 35.000 Dosen geliefert werden, sagte Behördensprecher Martin Helfrich auf Nachfrage von NDR 90,3. In diese Zahlen sind die aktuellen Engpässe schon eingerechnet.

Am Sonntagabend wurde zudem bekannt, dass der Hersteller AstraZeneca nach EU-Angaben im ersten Quartal nun doch mehr Impfstoff an die Europäische Union liefern will als angekündigt. Es kämen neun Millionen Dosen hinzu - macht insgesamt 40 Millionen Dosen, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU) am Sonntagabend auf Twitter mit.

Impf-Reihenfolge muss teilweise geändert werden

Allerdings sind nach wie vor wohl alle Liefer-Ankündigungen mit Vorsicht zu genießen - was das Planen weiterhin schwierig macht. Dazu kommt eine weitere Herausforderung: Weil der Impfstoff von AstraZeneca nur an Menschen unter 65 verimpft werden soll, muss die Reihenfolge, die besagt, wer wann dran ist, geändert werden. Daran arbeitet gerade das Bundesgesundheitsministerium.

Tschentscher mahnt zur Eile

Heute kommen Bund und Länder zu einem virtuellen Impfgipfel zusammen - dabei geht es unter anderem um die Frage, wie schneller geimpft werden kann. Tschentscher drängt zur Eile. "Ich bin ein bisschen ungeduldig", sagte er am Sonntagabend im Hamburg Journal. Liefer-Engpässe würden beispielsweise nicht erläutert. Tschentscher forderte Klarheit: "Die Hersteller müssen zuverlässige Aussagen über die Impf-Lieferung machen." Hamburgs Impfpläne müssten Woche für Woche überarbeitet werden, erklärte Tschentscher. Bislang seien die Impfstoff-Lieferungen sehr zögerlich gewesen. "Wir haben ein großes Impfzentrum, aber können es nur in einem kleinen Umfang nutzen", so Tschentscher.

Nach dem Impfgipfel in Berlin will sich Tschentscher am Nachmittag erneut äußern. Wir übertragen die Pressekonferenz in einem Livestream.

Bürgermeister fordert nationalen Impfplan

Zuvor hatte Hamburgs Bürgermeister auf Twitter erklärt, dass es Zeit sei für einen nationalen Impfplan. Nur so könne man das Versprechen einhalten, bis September jedem in Deutschland eine Impfung anbieten zu können.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 31.01.2021 | 19:30 Uhr

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