Tschentscher: "Müssen 2G-Modell wahrscheinlich ausweiten"

Stand: 12.11.2021 21:05 Uhr

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat im Interview mit dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen am Freitag angekündigt, dass der Senat in der kommenden Woche eine Ausweitung des 2G-Modells erörtern wird.

Laut Tschentscher wird das 2G-Modell in Hamburg bereits in 2.000 Einrichtungen umgesetzt - Geimpfte und Genesene können dann das Angebot wahrnehmen, Ungeimpfte nicht. "Dieses Modell - das wollen wir in der nächsten Woche erörtern im Senat - müssen wir wahrscheinlich ausweiten auf die Bereiche, die noch ohne 2G betrieben werden können", kündigte Tschentscher an. Das sei ein weiterer Schritt, um Hamburg vor einer Entwicklung wie in Bayern und Sachsen zu bewahren.

"Risiko für Ungeimpfte sehr viel größer"

Hamburgs Bürgermeister betonte, dass Dinge, die für das tägliche Leben notwendig sind, für Ungeimpfte weiterhin möglich sein würden. "Aber wir müssen schon sehen, dass es in solchen ernsten Zeiten der Corona-Pandemie wichtig ist, dass wir auf die Ungeimpften blicken und sagen, da ist die große Infektions- und Erkrankungsgefahr", so Tschentscher. Auf den Intensivstationen sei zu sehen, dass es zwar auch Impfdurchbrüche gebe, aber zahlenmäßig das Risiko für Ungeimpfte sehr viel größer sei. Deswegen müssten diese mit 2G-Regelungen geschützt werden.

"Lage auf Hamburger Intensivstationen noch stabil"

Nach dem Willen der Ampel-Parteien im Bund soll Ende November die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite auslaufen und ersetzt werden. Auf die Frage, ob der aktuelle Gesetzentwurf dafür ausreichen würde, antwortete Tschentscher, dass er schon vor geraumer Zeit gesagt habe, dass die pandemische Lage nach wie vor da sei. "Wir sind sehr bedroht, das sehen wir jetzt auch in den Krankenhäusern. Vor allem in Thüringen, in Sachsen, in Bayern ist die Lage sehr ernst auf den Intensivstationen. Bei uns ist sie noch stabil."

Das liege an der sehr hohen Impfquote in Hamburg, über 86 Prozent der Erwachsenen seien mittlerweile geimpft. "Das schützt uns," betonte der SPD-Politiker. Außerdem habe Hamburg mit den 2G-Regelungen in riskanten Bereichen ein gutes Schutzkonzept und ein sehr gutes Konzept um Infektionsausbreitung zu verhindern. "Diese Maßnahmen müssen auch aufrechterhalten werden können, wenn sich die bundesrechtliche Lage jetzt ändert", forderte Tschentscher.

Booster-Impfungen nach Stiko-Empfehlung in Hamburg

Mit Blick auf Booster-Impfungen für unter 70-Jährige, die derzeit noch nicht von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen werden, sagte Tschentscher, dass Ärztinnen und Ärzte diese durchaus durchführen könnten. Es sei nur so, dass viele stark auf die Empfehlung der Stiko setzen würden. Wenn die Stiko sagen würde, dass auch 60-Jährige, 50-Jährige oder 40-Jährige mit einer Drittimpfung versorgt werden sollen, dann werde das in Hamburg unmittelbar angeboten, versprach Tschentscher.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 12.11.2021 | 19:30 Uhr

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