Tanzpartys im Freien wieder erlaubt: Die Pläne in Hamburg

Stand: 02.07.2021 00:01 Uhr

Die Pläne für Tanzpartys in Hamburg laufen stockend an. Ab sofort dürfen theoretisch bis zu 250 Menschen draußen wieder gemeinsam tanzen. Bei der Umsetzung gibt es aber gleich mehrere Hürden für die Clubszene.

Vor allem geht es um den Platz. Nur die wenigsten Clubs haben einen Garten oder eine Terrasse, die groß genug sind, damit sich eine Tanzparty draußen lohne, heißt es vom Hamburger Clubkombinat.

Prüfung kann dauern

Für andere freie Flächen müssen die Veranstaltenden eine Sondernutzung bei den Bezirken beantragen - und so was kann dauern. Unter anderem müssen Lärmschutzgutachten und Hygienekonzepte vorgelegt und auch geprüft werden.

Altona macht Vorschläge

Der Bezirk Altona ist vorgeprescht und hat von sich aus mögliche Flächen ins Gespräch gebracht. Zum Beispiel den Parkplatz vor dem Cruise Center. Bezirksamtschefin Stefanie von Berg (Grüne) will sich für die Club-Kultur in Altona starkmachen.

Im Bezirk Mitte will man Anträge ebenfalls wohlwollend prüfen. Von den Flächen, die infrage kommen, sind laut einer Sprecherin allerdings schon einige durch den Hamburger Kultursommer belegt. Der Bezirk Nord kann keine Grünflächen freigeben: Überall gebe es Probleme mit dem Lärm für Anwohnende, heißt es dort auf Anfrage.

Gastronomen fordern Nachtbetrieb

Ein Bündnis von Event-Firmen in Hamburg mit den Namen "Alster in Flammen - Alarmstufe Rot" hat unterdessen vom Senat gefordert, auch den Nachtbetrieb in der Gastronomie wieder zu ermöglichen: "Öffnet die Clubs und Bars - auch drinnen", lautet ihre Forderung. Die Inzidenz in Hamburg sei niedrig und in anderen Bundesländern werde schon wieder drinnen gefeiert - sogar ohne Maske. Damit begründet die Initiative ihre Forderung an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Notfalls Entscheidung vor Gericht

Für den Partybetrieb unter Corona-Bedingungen setzen die Mitglieder auf mehrere Sicherheitsschritte: Gäste würden direkt am Eingang eines Clubs getestet und es gebe eine Kontaktverfolgung per App. Auch in den Clubs könnten die Bewegungen der Feiernden mit Trackern verfolgt werden. So sei hinterher erkennbar, wer sich wie lange nahe gekommen sei. Falls der Senat nicht einlenkt, will die Initiative vor Gericht ziehen. Ein Pilotprojekt mit 70 Gästen und wissenschaftlicher Begleitung ist für den 10. Juli geplant.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.07.2021 | 12:00 Uhr

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