Ein Hörsaal in der Universität Hamburg © picture alliance Foto: Ulrich Perrey

Studieren unter Corona-Bedingungen

Stand: 04.11.2020 16:24 Uhr

An den Hochschulen beginnt die Vorlesungszeit des Wintersemsters. Wegen der Corona-Pandemie finden die meisten Seminare jedoch digital statt, auf Präsenzveranstaltungen wird weitgehend verzichtet.

Eine Frau fährt mit einem Fahrrad an dem Hauptgebäude der Universität Hamburg vorbei. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks
Universiät Hamburg: Vorlesungen und Seminare sollen im Wintersemster nur digital stattfinden.

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen wird auch das Wintersemester an der Universität Hamburg fast ausschließlich digital stattfinden. Wie schon zu Beginn der Pandemie gelte es, Kontakte zu reduzieren, teilte ihr Präsident Dieter Lenzen mit. "Es ist unsere Aufgabe als öffentliche Institution, dazu unseren soweit wie möglich gehenden Beitrag zu leisten." Lediglich Labor- und Schulpraktika könnten unter besonderen Schutzmaßnahmen absolviert werden, ebenso bereits terminierte Klausuren. Vorlesungen und Seminare fänden hingegen digital statt, hieß es. Der Sportbetrieb werde eingestellt, Botanischer Garten, Museen, Sammlungen und Archive würden geschlossen. Nur die Bibliotheken sollen geöffnet bleiben und Studierenden in begrenztem Umfang Arbeitsplätze bieten.

Dutzende Dozenten für Präsenzveranstaltungen

Mehr als 30 Dozenten verschiedener Fakultäten der Universität sprachen sich allerdings gegen ein fast ausschließlich digitales Wintersemester aus. In einem am Mittwoch verbreiteten offenen Brief forderten sie das Präsidium der Uni auf, "die geplanten Präsenzveranstaltungen im vollen Umfang zu ermöglichen". Dies müsse "selbstverständlich auf Grundlage der entwickelten Schutzkonzepte" geschehen. In den letzten Monaten sei viel Arbeit in die Erstellung von Hygienekonzepten investiert worden, schreiben die Lehrenden, die ihrer Forderung auch mit einer Online-Petition Nachdruck verleihen wollen. Zudem seien Begegnungen das beste Mittel gegen Vereinsamung, Frustration und Stress.

HAW: Vorlesungen im Kino

Andere Hochschulen suchen nach kreativen Lösungen. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) zieht für einige Vorlesungen ins Kino, weil die Hörsäle zu klein sind, um genügend Abstand zu halten. In Absprache mit den Zeise Kinos nutzt die Hochschule den größten Saal des Hauses für Präsenzveranstaltungen des Bereichs Informations- und Elektrotechnik. "Ich finde es toll, dass es diese Möglichkeit gibt", sagte Professorin Ulrike Herster dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen. Sie sei froh über den Kontakt zu den Studierenden. Die HAW hat den Kinosaal, in dem etwa 50 Studierende mit dem nötigen Abstand Platz finden, für das gesamte Wintersemester angemietet.

VIDEO: Kreative Lösungen für die Präsenzlehre an Hochschulen (2 Min)

Umfrage: Studierende kommen mit digitalem Semester zurecht

Einer Umfrage zufolge kommen die Studierenden in Deutschland insgesamt gut mit der Umstellung auf ein digitales Corona-Semester zurecht. 86 Prozent der Befragten hätten keine oder kaum Probleme bei der Nutzung des digitalen Lehrangebots gehabt, berichtete die Wochenzeitung "Die Zeit" am Mittwoch über eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung. Zwei Drittel begrüßten die Flexibilität, die mit dem Digital-Semester einherging. Allerdings leiden viele Studenten unter fehlenden Sozialkontakten. Vier von fünf Befragten fehlte der Austausch mit Kommilitonen. Fast die Hälfte der Befragten geht zudem davon aus, dass sich ihr Studium durch die Pandemie verlängern wird. An der Umfrage nahmen zwischen Juni und August rund 28.600 Studierende von 23 Hochschulen teil. 

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 04.11.2020 | 19:30 Uhr

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