Eine KN95-Maske. © NDR Foto: Alexa Höber

Steuer-Betrug bei Schutzmasken-Deal: Mann verhaftet

Stand: 22.04.2021 12:53 Uhr

In Hamburg ist ein millionenschwerer Betrug mit Corona-Schutzmasken aufgeflogen. Die Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft haben mehr als zwei Millionen Euro sowie Luxus-Autos und Uhren sichergestellt, ein Mann wurde verhaftet.

"Das ist ein besonders dreister Fall", sagt Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Sein Appell: Gerade in der Pandemie müsse die ganze Härte des Gesetzes greifen.

Mehr als vier Euro pro Maske

Hauptbeschuldigt ist ein 30-Jähriger, der bereits mehrfach vorbestraft ist. Zusammen mit drei weiteren Männern im Alter von 22 bis 45 Jahren führt er eine Firma, die eigentlich mit Autos handelt. Über diese Firma sollen die Beschuldigten im vergangenen Mai mit dem Bundesgesundheitsministerium einen lukrativen Deal eingefädelt haben: 23 Millionen OP- und FFP2-Masken zum Preis von mehr als 100 Millionen Euro. Macht pro Maske weit mehr als vier Euro.

Umsatzsteuer nicht abgeführt

Die Summe hat das Gesundheitsministerium auch gezahlt, die Männer sollen die fällige Umsatzsteuer aber nicht ans Finanzamt abgeführt haben. Stattdessen kauften sie sich laut Finanzbehörde mehrere Bentleys, Lamborghinis und Rolls-Royce. Diese haben die Fahnder und Fahnderinnen bei einer Durchsuchung mehrerer Objekte Mitte April eingezogen. Dem Hauptverdächtigen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Um die Qualität der FFP2- und OP-Masken gehe es in diesem Verfahren nicht, sagte die Erste Staatsanwältin Liddy Oechtering.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.04.2021 | 13:00 Uhr

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