Stand: 06.08.2020 15:39 Uhr  - NDR 90,3

Schulstart in Hamburg: Corona-Regeln und Kritik

Schüler einer Stadtteilschule sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Klassenraum. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Nach Corona-Zwangspause und Sommerferien starten Hamburgs Schüler unter verschärften Bedingungen ins neue Schuljahr.

Für Hamburgs Schülerinnen und Schüler hat am Donnerstag das neue Schuljahr begonnen. Anders als zu Beginn der Corona-Pandemie findet der Unterricht jetzt wieder weitgehend in den Schulen statt. Wegen der Pandemie gibt es an allen 471 staatlichen und privaten Schulen der Hansestadt strenge Hygieneregeln und eine Maskenpflicht. Ausnahmen beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gelten nur am Arbeitsplatz im Klassen- und Lehrerzimmer sowie für Grundschüler bis zehn Jahre. Im Unterricht dürfen die Masken also abgenommen werden. Außerdem gilt das Kohorten-Prinzip. Es sollen also nur Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs miteinander Kontakt haben. Die Corona-Abstandsgebote gelten, werden allerdings für Mädchen und Jungen derselben Klassenstufe weitgehend aufgehoben.

Kritik von Elternverbänden und Opposition

Elternverbände und die politische Opposition der rot-grünen Regierung kritisieren, dass der Unterricht jetzt wieder weitgehend vor Ort stattfinden soll. In Hamburg werde Bildungsungerechtigkeit gegen den Infektionsschutz ausgespielt, sagte Sabine Boeddinghaus, die Fraktionsvorsitzende der Linken. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hatte zuvor betont, wie wichtig der Präsenzuntericht sei, eben auch um Familien zu entlasten und ungleiche Lernbedingungen auszugleichen. Die CDU moniert, dass die Behörde bisher keine fertigen Konzepte für Fernunterricht vorweisen könne. Die AfD kritisiert, sie habe die letzten Wochen nicht genutzt, um die digitalen Lernplattformen zu verbessern und zu erweitern.

Offener Brief von Elterninitiative

Den offenen Brief der Elterninitiative "Sichere Bildung für Hamburg" haben bis Donnerstagnachmittag rund 1.000 Menschen online unterzeichnet. Darin beklagen die Eltern unter anderem, dass die Corona-Prävention unterentwickelt sei und ein "Plan B" fehle. "Auf dieser Basis ist ein sicherer und geordneter Schulbeginn nicht möglich", erklärte die Initiative. Sie forderte unter anderem, dass in den Klassenzimmern ein Mindestabstand zwischen den Schülern garantiert werden müsse. Dies könne etwa durch geteilte Klassen, Unterricht in Kleingruppen, weniger Wochenstunden und digitalen Unterricht geschehen.

Schulsenator Rabe lehnte dies ab: "Wenn wir alle Schulklassen in Hamburg - es mögen 7.000 sein - halbieren in zwei Gruppen, dann sind es 14.000. Wir haben aber nicht 14.000 Räume." Gleiches gelte für die dann notwendigen Lehrkräfte. "Also wird dann wieder das passieren, was vor den Sommerferien alle als eine große Belastung empfunden haben, dass nämlich die Hälfte der Lerngruppen immer nur Unterricht hat und die andere Hälfte zuhause lernt."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.08.2020 | 14:00 Uhr

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