Das Logo von Real steht hinter Einkaufswagen. © picture alliance/dpa | Martin Gerten

Schläge im Supermarkt wegen Corona-Regeln: Prozess beginnt

Stand: 16.07.2021 17:47 Uhr

In Hamburg gibt es immer häufiger Prozesse gegen Menschen, die sich nicht an die Corona-Schutzmaßnahmen halten. Seit Freitag ist vor dem Amtsgericht St. Georg ein 31-Jähriger angeklagt. Er soll nach einem Streit um einen Einkaufswagen im Supermarkt einen Security-Mitarbeiter geschlagen haben.

Ein Tag vor Heiligabend, kurz vor Ladenschluss: In einem Real-Supermarkt am Berliner Tor kaufen Kundinnen und Kunden für die Feiertage ein, auch der Angeklagte und seine Ehefrau. Als sie bezahlt haben, will er den Einkaufswagen zurückbringen. Wegen der Corona-Pandemie gibt es ein Hygienekonzept. Die Wagen müssen einem Security-Mitarbeiter gegeben werden, damit der sie desinfiziert und dem nächsten Kunden oder der nächsten Kundin gibt.

Gewalt nach Hinweis auf Corona-Schutzmaßnahmen

Der Angeklagte aber hält sich laut Staatsanwaltschaft nicht daran. Er schiebt den Wagen einfach an der Warteschlange vor dem Security-Mitarbeiter vorbei. Als der ihn auf die Corona-Schutzmaßnahmen hinweist, schlägt der 31-Jährige laut Anklage einfach zu. Er muss von zwei Mitarbeitenden des Sicherheitsdienstes festgehalten werden, bis die Polizei eintrifft.

Zeugin bestätigt das Geschehen

Eine Kundin des Supermarkts bestätigte das zum Prozessauftakt genau so als Zeugin vor dem Amtsgericht. "Erst hat er sich vorgedrängelt und dann war er gleich aggressiv", sagte sie. Der Angeklagte hingegen stellte sich als unschuldig dar. Der Security-Mitarbeiter habe ihn beleidigt, behauptete er. Anfang August sollen nun weitere Zeugen vernommen werden.

Elke Spanner steht vor der Kamera, im Hintergrund ein Foto vom Amtsgericht St. Georg. © NDR - IMAGO / Lars Berg
AUDIO: Prozessauftakt zu Schlägen in Hamburger Supermarkt (1 Min)
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.07.2021 | 19:00 Uhr

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