Viren schweben vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia,photocase Foto: rclassen

Negativ-Rekord: 276 Corona-Neuinfektionen in Hamburg

Stand: 22.10.2020 19:38 Uhr

In Hamburg sind so viele Corona-Neuinfektionen registriert worden wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. Die Gesundheitsbehörde meldete am Donnerstag 276 neue Fälle.

Der bisherige Rekordwert war am 24. März mit 248 Corona-Infektionen gemeldet worden. Auch bundesweit wurde ein Rekordwert registriert. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden.

Inzidenz liegt jetzt bei 64,6

Die Zahl der Hamburger Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, die schon am Montag den kritischen Wert von 50 überstiegen hatte, liegt jetzt bei 64,6. Das RKI gab diesen in rechtlicher Hinsicht maßgeblichen Wert am Donnerstag für Hamburg mit 46,5 an. Laut Gesundheitsbehörde liegt die Abweichung vor allem in einer verzögerten Erfassung der Daten begründet.

Sondersitzung des Senats am Freitag

Angesichts der stark steigenden Corona-Fallzahlen plant der Senat nach Informationen von NDR 90,3 für Freitag eine Sondersitzung. Dabei soll es um weitere Einschränkungen gehen. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) kündigte am Donnerstagabend im Hamburg Journal des NDR Fernsehens an, dass der Senat eine Beschränkung der Zahl von Personen beschließen werde, die bei privaten Feiern im eigenen Wohnraum zusammenkommen dürfen. Jüngst hatten sich Bund und Länder für Regionen mit hohen Infektionszahlen darauf verständigt, dass sich im öffentlichen Raum nur noch zehn Personen treffen dürfen. Bei Feiern im privaten Raum sollen maximal zehn Menschen aus höchstens zwei Haushalten zusammenkommen dürfen. Derzeit sind es in Hamburg noch maximal 25 Personen im öffentlichen und 15 im privaten Raum. Dabei spielt es keine Rolle, aus wie vielen Haushalten sie stammen.

VIDEO: Zahlreiche Corona-Fälle in Hamburg bereiten Sorge (3 Min)

Entscheiden muss der Senat auch darüber, ob der Winterdom auf dem Heiligengeistfeld abgesagt wird, der eigentlich in gut zwei Wochen beginnen soll. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte bereits gesagt, er sehe kaum noch Chancen für das Volksfest. Mehrere CDU-Politiker machten sich dafür stark, dass der Dom nicht abgesagt wird.

Hamburg hatte erst in der Vorwoche seine Verordnung verschärft. Seit Sonnabend gilt in der Gastronomie eine Sperrstunde zwischen 23 und 5 Uhr. Berufs- und Oberstufenschüler müssen seit Montag auch im Unterricht Masken tragen.

Mehr Menschen im Krankenhaus

In Hamburger Krankenhäusern werden derzeit 79 Corona-Patientinnen und -Patienten behandelt - sieben mehr als am Vortag. Die Zahl der Infizierten auf Intensivstationen stieg seit Mittwoch um 2 auf 27. Bislang starben nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf 241 Menschen an einer Covid-19-Erkrankung. Diese Zahl ist seit dem 2. Oktober unverändert.

Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Hamburg 10.682 Menschen mit Sars-CoV-2. Nach RKI-Schätzungen können inzwischen etwa 8.000 davon als genesen angesehen werden.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.10.2020 | 14:00 Uhr

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