Ein Kundin zeigt bei einem Friseur auf ihrem Handy das Ergebnis eines Corona-Schnelltests. © dpa Foto: Bernd Weissbrod

Lockerungen für Geimpfte: Hamburg will noch abwarten

Stand: 28.04.2021 14:33 Uhr

Vor allem seit dem Impfgipfel am Montag gibt es viele Debatten über die Lockerung der Corona-Maßnahmen für Geimpfte und bereits Genesene. Für den Hamburger Senat gibt es diesbezüglich aber keinen Grund zur Eile.

Die Stadt will zunächst gucken, was die Bundesregierung plant. Für den Hamburger Senat gibt es mehrere Gründe für das Abwarten. Denn erst einmal geht es nur darum, vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen mit negativ Getesteten gleichzustellen. Das würde für Hamburg bedeuten, dass man auch ohne einen negativen Coronatest zum Haareschneiden oder in den Tierpark Hagenbeck gehen kann - viel mehr Möglichkeiten gibt es in der Stadt ja ohnehin gerade nicht.

Und vollständig geimpft, das sind in Hamburg gerade einmal gut sechs Prozent der Menschen, eine Reihe davon in den Pflegeheimen. Dort gibt es schon Lockerungen. Vollständig geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner dürfen sich beispielsweise untereinander wieder ohne Maske und Mindestabstand treffen. Und sie müssen sich nicht mehr routinemäßig testen lassen.

Senat für bundeseinheitliche Regeln

Außerdem hält der Senat einheitliche Regeln in ganz Deutschland für besser als unterschiedliche in den Bundesländern. Unstrittig aber ist, dass es diese Gleichstellung von Geimpften mit Getesteten bald geben wird. Schwieriger dagegen ist die Frage, wann Geimpfte beispielsweise keine Maske mehr tragen müssen. Bei Kontrollen müsste sich die Polizei also jeweils einen Nachweis vorlegen lassen. Auch wie der aussehen soll, ist noch nicht geklärt.

Bund will Lockerungen

Am Montag hatten die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Bundesländer und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drei Stunden lang zum Thema Impfen beraten. Merkel hatte im Anschluss gesagt, dass auf Corona-Geimpfte und Genesene in Deutschland Erleichterungen zukommen sollen. Sie sollten etwa beim Einkaufen oder bei einem Friseurbesuch keinen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Ihre Regierung wolle eine entsprechende Rechtsverordnung auf den Weg bringen, so Merkel. Tschentscher hatte verhalten darauf reagiert, die Regelung des Bundes müsse nach dem Bundestag auch im Bundesrat Zustimmung finden, sagte er in einer Pressekonferenz. Dieser Prozess werde wohl mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

 

Weitere Informationen
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. © NDR Foto: Screenshot

Peter Tschentscher bei Lockerungen für Geimpfte vorsichtig

Bund und Länder haben über das Impfen beraten. Hamburgs Bürgermeister warnt vor unvorsichtigen Aufhebungen von Corona-Regeln. (26.04.2021) mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.04.2021 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Ein Angeklagter sitzt in einem Prozess um Urkundenfälschung im Gerichtssaal. © NDR Foto: Elke Spanner

Dokumente für "Milliarden-Mike" gefälscht: Mann verurteilt

Ein 58-Jähriger lieferte dem bekannten Betrüger Ausweise und Mitgliedskarten - und ließ sich mit Potenz-Pillen bezahlen. mehr