Schülerinnen und Schüler eines geteilten Kurses der Oberstufe sitzen in einem Klassenraum der Graf-Anton-Günther-Schule und bearbeiten eine Aufgabe. © dpa/picture alliance Foto: Hauke-Christian Dittrich

Lernförderung für Schüler: Hamburg fordert Geld und Personal

Stand: 13.04.2021 11:31 Uhr

Pläne zur Lernförderung für Hamburgs Schülerinnen und Schüler bekommen jetzt zusätzliche politische Rückendeckung. Die Regierungsparteien SPD und Grüne fordern in einem Antrag an die Bürgerschaft zum Beispiel mehr Unterricht in den Kernfächern.

Umgerechnet 80 zusätzliche Schulstunden werden den Schulkindern angeboten, die durch Corona große Rückstände haben. Freiwillig sollen sie in der Nachmittagsbetreuung wöchentlich in kleinen Gruppen zwei Stunden Nachhilfe in Englisch, Deutsch oder Mathe bekommen.

Schulen waren monatelang geschlossen

Wegen der Corona-Pandemie waren Hamburgs Schulen mehrere Monate geschlossen. Mit dem umfassenden Förderprogramm wollen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen Schülerinnen und Schüler in Hamburg unterstützen. Damit sollen vor allem die durch die Corona-Pandemie entstandenen Lernrückstände individuell aufgeholt werden können, teilten SPD und Grüne am Montag in Hamburg mit.

Neben kognitiven sollen auch soziale und psychische Aspekte der Förderung berücksichtigt werden, hieß es. Zudem sollen die Lern- und Entwicklungsrückstände und ihre Auswirkungen auf unterschiedlichen Ebenen im Rahmen einer wissenschaftlichen Auswertung erhoben und evaluiert werden.

Mehr Geld und Personal gefordert

Die Schulen müssen dafür zusätzlich Geld und Personal bekommen, fordern SPD und Grüne. Wie Schulsenator Ties Rabe (SPD) bei NDR 90,3 angekündigt hat, erwartet er dafür Geld aus einem Programm, über das noch auf Bundesebene verhandelt wird. Eine Milliarde Euro sind im Gespräch - verteilt auf alle Bundesländer.

Förderung soll im Sommer beginnen

Starten soll die Förderung ab diesem Sommer. Von offizieller Seite der Schülerinnen und Schüler kommt Zustimmung. Henry Behrens, der Vorsitzende der Schüler:innenkammer wünscht sich, dass die Lehrkräfte jetzt gezielt diejenigen ansprechen, die die Förderung am meisten brauchen.

Skepsis bei Eltern und Schulen

Mehr Skepsis als Zustimmung kommt indes von den Eltern und aus den Schulen. Grundsätzlich sei die Lernförderung richtig, erklärte die Elternkammer. Aber nur zusätzlicher Unterricht für die Kinder sei nicht der richtige Weg, sagte die Kammervorsitzende Alexandra Fragopoulos zu NDR 90,3. Kinder und Lehrkräfte seien schon am Limit. Genau das sagen auch die Vereinigungen der Schulleiterinnen und Schulleiter der Stadtteilschulen und der Gymnasien. Sie fordern einen Runden Tisch mit allen Beteiligten. Nur so könnten Lösungen gefunden werden, die allen Schülerinnen und Schülern durch die schwere Zeit helfen, sagen sie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.04.2021 | 07:30 Uhr

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