Leonhard: "Risikopatienten sollten sich gegen Grippe impfen"

Stand: 14.10.2020 14:53 Uhr

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) appelliert an Personen der Risikogruppe, sich besonders in diesem Jahr gegen die Grippe impfen zu lassen.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hat Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) zur Grippeschutzimpfung aufgerufen. Diese sei besonders wichtig für Menschen, die über 60 Jahre alt sind oder wegen Vorerkrankungen zu einer Risikogruppe gehören, sagte die SPD-Politikerin auf der Landespressekonferenz am Dienstag - gerade in diesem Jahr. "Weil wir alle gemeinschaftlich darauf angewiesen sind, dass hohe Behandlungsbedarfe wegen einer Grippe, die einen schweren Verlauf nehmen kann, nicht zusammentreffen mit höheren Handlungsbedarfen aufgrund von Covid-19", sagte die Senatorin.

Es müsse verhindert werden, dass es wegen vermehrt auftretender Infektionskrankheiten zu Überlastungen im Gesundheitswesen komme. Für Senioren sei der Grippeimpfschutz auch wichtig, "da die Immunabwehr mit steigendem Alter nachlässt und die Ansteckungsgefahr steigt", so Leonhard.

Melanie Leonhard zu Gast bei NDR 90,3. © NDR Foto: Zeljko Todorovic

AUDIO: Sozialsenatorin Melanie Leonhard bei NDR 90,3 (11 Min)

"Nehmen Sie das Impfangebot in Anspruch"

Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg, spricht auf einer Landespressekonferenz.
Die Influenza nicht auf die leichte Schulter zu nehmen - das rät Ärztekammerpräsident Pedram Emami.

Hinzu komme, wer eine Grippe hinter sich hat, hätte im Anschluss ein angegriffenes Immunsystem und sei damit anfälliger für andere Viruserkrankungen - wie etwa das Coronavirus. Insofern sei es wichtig, dass diejenigen, die zur Risikogruppe gehören, das Impfangebot in Anspruch nehmen. Auch vorerkrankte Kinder sollten geimpft werden. Außerdem rät sie Beschäftigten in sozialen Berufen dazu. "Der Herbst ist eine gute Zeit zur Impfung, damit der Impfschutz dann vorhanden ist, wenn der Höhepunkt der Grippewelle erwartet wird", sagte Leonhard. Dieser komme in aller Regel zum Jahresende, möglicherweise auch erst im Frühjahr. Eine Influenzainfektion könne ernste Folgen haben, ergänzte der Ärztekammerpräsident Pedram Emami. "Nehmen sie die Grippe nicht auf die leichte Schulter - vor allem nicht in Corona-Zeiten", warnte er.

Genügend Impfstoff vorhanden

Leonhard zufolge liegt bei Medizinern sowie Apotheken in Hamburg ausreichend Impfstoff vor. Die Impfung ist - wie auch sonst - bei allen niedergelassenen Hausärztinnen und -ärzten möglich, bei Betriebsärzten und -ärztinnen, im Impfzentrum Hamburg, und - soweit das Corona-Infektionsgeschehen es zulasse - auch bei den Gesundheitsämtern. Kinder können darüber hinaus auch bei den Kinderärzten und -ärztinnen geimpft werden. Die Kosten für eine Grippeschutzimpfung werden von den Krankenkassen übernommen.

Erweiterte Maskenpflicht soll Risiko minimieren

Während der Pressekonferenz verteidigte Leonhard auch die neuen Regeln zur Maskenpflicht an öffentlichen Orten und Plätzen in der Stadt. Zwar müssten sich die Menschen erst daran gewöhnen, dass sie jetzt an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten einen Mund-Nase-Schutz tragen müssten. Es gehe aber darum, an Orten, die zeitweise stark bevölkert sind und Abstände darum nicht eingehalten werden können, das Risiko zu minimieren, sagte sie. Die Opposition hatte dem Senat vorgeworfen, mit den neuen Regeln für Chaos und Verwirrung gesorgt zu haben. Seit Montag muss an 14 Orten zu bestimmten Zeiten unter freiem Himmel eine Maske getragen werden. Leonhard schloss nicht aus, dass die Maskenpflicht noch einmal ausgeweitet wird. Denn eine Bilanz zur Wirksamkeit der neuen Regeln lasse sich erst in etwa zwei Wochen ziehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.10.2020 | 15:00 Uhr

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