Kunstspaziergang - die Alternative zum Museum

Stand: 13.02.2021 20:44 Uhr

Vieles hat man schon gesehen, nimmt es einfach so hin. Sie gehören eben zum Stadtbild Hamburgs: Rund 2.000 Werke dürfen sich offiziell zur "Kunst im öffentlichen Raum" zählen - einem einzigartigen Programm in Deutschland. Man kann sie auch während der Corona-Pandemie besichtigen.

Anne-Kathrin Reinberg von der Kulturbehörde kennt alle Kunstwerke und auch ihre Geschichten. "Es lohnt sich, auch gerade in der aktuellen Zeit, wo Spazieren zwangsweise das neue Ausgehen, einfach durch die Stadt zu laufen und aufmerksam zu gucken, weil man nicht sofort alles entdeckt", sagt sie.

Die Grünoase mit winterfesten Palmen, Schilf und Pappelstämmen am Deichtorplatz ist im Rahmen einer Kunstaktion entstanden. Sie sollte eigentlich nur temporär bleiben, aber das Konzept einer Düsseldorfer Künstlerin gehört mittlerweile seit rund 20 Jahren zur Hamburger Innenstadt. "Das ist ein Beispiel, dass beim Thema Kunst im öffentlichen Raum eben ganz unterschiedliche Ausdrucksformen und Umsetzungen gibt. Und das fällt dann beim zweiten Blick auf, dass das ja eigentlich nicht normal ist und dass mitten in der Stadt Palmen Schilf und Bambus wachsen", sagt Reinberg.

Geflecht aus Worten

Sprachzylinder auf dem Deichtorplatz. © NDR Foto: Screenshot
Skurrile Wortkreationen: Sprachzylinder auf dem Deichtorplatz.

Auch die sogenannten Sprachzylinder auf dem Deichtorparkplatz hat sich ein Hamburger Künstler ausgedacht. Der Auftrag hieß, die Luftschächte des Parkhauses zu gestalten - mit freier Hand. Ruprecht Matthies hat dann angefangen, Passanten zu befragen, wie sie diesen Platz hier finden, welche Assoziationen oder Beziehungen sie zu diesem Platz haben. Er hat eine große Wortsammlung zusammengestellt", erklärt Reinberg. Dise Zusammenstellung erkennt man nun im Geflecht des Kunstwerks wieder. Dabei sind skurrile Wortkreationen herausgekommen, die man suchen kann.

Hommage an Hamburg

Nur ein paar Schritte weiter hat ein Künstler zu einer Ausstellung in den südlichen Deichtorhallen so etwas wie eine Hommage an Hamburg verewigt. Auf der Oberhafenbrücke prangen in weißen Lettern Begriffe wie "Wind" und "Schiffe"."Das ist der Blick von der Ausstellung nach draußen. Es sind Worte, zu vor allem zum Hafen passen, zum Wasser überhaupt", sagt Reinberg.

Werke in der ganzen Stadt verteilt

Überall in der Stadt sind Werke verschiedener Art verteilt. Für einen Durchblick gibt es zwei Audioguides zum herunterladen. Für den Überblick hilft die App Kulturpunkte, die Werke in der Nähe des eigenen Standortes sucht. Ein bisschen Kunst im Vorbeigehen hat ja noch nie geschadet.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 13.02.2021 | 19:30 Uhr

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