Stand: 23.09.2020 15:53 Uhr

Kiez-Besucher: Nur 30 Prozent mit Kontaktlisten erreichbar?

Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg Mitte, ist in seinem Büro im Gespräch. © NDR Foto: NDR
Der Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte, Falko Droßmann, hatte nach einem Kiez-Rundgang am Wochenende rund 2.500 Kontaktdaten überprüfen lassen. (Archivfoto)

Ein Fernseh-Auftritt von Falko Droßmann, dem Chef des Bezirksamts Hamburg-Mitte, wirft Fragen auf. Droßmann hatte am Dienstagabend in der ZDF-Talkshow bei Markus Lanz erklärt, dass viele Bar- und Kneipenbesucher im Falle eines Corona-Ausbruchs nicht informiert werden könnten. Auf Nachfrage sagte Droßmann, dass 70 Prozent der Bar-Besucher nicht kontaktiert werden könnten, weil sie auf den Listen unvollständige oder fehlerhafte Angaben gemacht haben - das sei jedenfalls der Zwischenstand der bisherigen Auswertung.

Zu grob geschätzt?

Recherchen von NDR 90,3 ergaben am Mittwoch, dass diese 70 Prozent offenbar nur eine grobe Schätzung gewesen sein können. Denn sehr viele Bar-Besucher haben zumindest Telefonnummern angegeben. Zwar ist ein Teil von ihnen laut Droßmann offensichtlich falsch. Eine genaue Überprüfung aller Telefonnummern steht aber noch aus.

Der Bezirksamtschef will diese Überprüfung bis Ende der Woche abgeschlossen haben. Er hatte die Kontaktlisten von rund 2.500 Barbesuchern bei einer großangelegten Kiezkontrolle am vergangenen Wochenende einsammeln lassen. Auch beim Corona-Ausbruch in der Bar "Katze" im Schanzenviertel waren falsche Kontaktangaben ein Problem. Dort waren 100 von 600 Bar-Besucher wegen falscher oder unvollständiger Angaben nicht erreichbar gewesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.09.2020 | 16:00 Uhr

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