Eine Frau, Mitte 50, arbeitet mit einem Laptop von zu Hause aus und kommuniziert per Headset mit Kollegen - Homeoffice auf dem Sofa, © picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack Foto: Jochen Tack

Homeoffice: Gewerkschaften wollen Beschäftigte schützen

Stand: 30.01.2021 11:02 Uhr

Beim Thema Homeoffice wollen die Gewerkschaften Regeln durchsetzen, die Beschäftigte schützen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Hamburg fordert, dass Mitarbeiter ins Homeoffice dürfen, wenn sie wollen. Hamburgs ver.di-Chef Berthold Bose forderte die Arbeitgeber auf, Betriebsräte und Gewerkschaften bei der Gestaltung von digitaler Arbeit und alternativen Arbeitsorten zu beteiligen. Das gelte besonders dann, wenn diese Arbeitsform auch in Zukunft beibehalten werden soll. "Eine Homeofficepflicht lehnen wir ab", sagte Bose.

Gesprächsrunde zum Thema Homeoffice

Nach DGB-Angaben ist für Anfang Februar in Hamburg eine Gesprächsrunde mit Behörde, Kammern, Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Thema Homeoffice geplant. Die Vertreter der Einzelgewerkschaften schildern die Lage in ihren Branchen unterschiedlich. So sprach die Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (Region Hamburg-Elmshorn), Silke Kettner, mit Blick auf die wegen des Lockdowns geschlossene Gastronomie von einer "verzweifelten Lage" der Beschäftigten. Kaum Probleme, die mit Corona zusammenhängen, meldeten dagegen Vertreter der IG BCE, der IG BAU und der Eisenbahnergewerkschaft EVG. Bei der IG Metall wiederum zeigt sich ein unterschiedliches Bild. So gibt es beim Flugzeugbau große Probleme, während in der Medizintechnik gute Geschäfte gemacht werden. Die IG Metall verhandelt aktuell für einen Tarifabschluss in der Metall- und Elektrobranche.

Sicherung von Beschäftigung wichtigstes Thema

Angesichts der Corona-Pandemie haben Hamburgs Gewerkschaften die Sicherung von Beschäftigung nach oben auf die Tagesordnung gesetzt. "Wir müssen alles dafür tun, dass die Menschen in Arbeit bleiben, ihre Arbeit behalten und nicht in die Erwerbslosigkeit abrutschen", sagte Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger. Ein besonderes Augenmerk gelte dabei den unsicheren und prekären Beschäftigungsverhältnissen. Denn Minijobber, Teilzeitbeschäftigte oder Leiharbeiter seien in der Corona-Krise als erste entlassen worden oder müssten oft mit den schwierigsten Arbeitsbedingungen zurechtkommen.

Psychische Belastungen im Auge behalten

Ebenfalls ganz oben auf der Agenda stünden die Themen Qualifizierung und Gesundheitsschutz. "Wir brauchen Gesundheitsschutz für alle - und zwar unabhängig davon, wo sie arbeiten", sagte Karger. "Im Auge behalten müssen wir dabei die psychischen Belastungen, weil wir sehen und erleben im Moment in den Betrieben, dass die mentale Gesundheit durchaus sehr gefordert ist."

Mitbestimmung in Betrieben im Blick behalten

Auch die Themen Klimawandel, Digitalisierung und Sicherung der Demokratie seien wichtig. Demokratie dürfe nicht am Werkstor enden, sagte die DGB-Vorsitzende mit Blick auf die Mitbestimmung in den Betrieben. Karger forderte die Beschäftigten angesichts der Corona-Krise zu einem solidarischen Verhalten auf. In den Produktionshallen müsse wegen der Pandemie Abstand gehalten werden, "und andere sehen sich im Homeoffice dann nur noch digital und per Video", sagte sie - und betonte: "Wir müssen aufpassen, dass diese Arbeitsformen (...) nicht zur Entsolidarisierung führen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.01.2021 | 10:00 Uhr

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