Eine Lehrerin in einer Hamburger Grundschule trägt beim Unterricht einen Gesichtsschutz. © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

Hat Hamburg 30.000 Plastikvisiere umsonst gekauft?

Stand: 12.10.2020 15:39 Uhr

Hamburgs Schulbehörde hat Tausende Plastikvisiere für Lehrkräfte gekauft. Jetzt zeigt sich: Vor dem Coronavirus schützt so ein Visier nicht wirklich.

Vor einigen Monaten, im Mai oder Juni, hat die Hamburger Schulbehörde für ihre Lehrkräfte rund 30.000 Plastikvisiere besorgt - gegen die Ausbreitung des Coronavirus an Schulen. Der Nutzen zum Schutz vor dem Virus ist bei den Visieren allerdings zweifelhaft. Kritik am Kauf weist Schulsenator Ties Rabe (SPD) aber zurück und bleibt dabei: Im Unterricht sei es mit Visier sicherer als ohne. Die Gesichtsschutze hätten nie die Masken ersetzen sollen, sie hätten nicht dort eingesetzt werden sollen, wo Maskenpflicht herrscht. Für diese Bereiche hätte die Behörde jeder Lehrkraft vier Mund-Nasen-Schutze zur Verfügung gestellt, insgesamt etwa 100.000.

Die Plastikvisiere sollten nur im Unterricht zum Einsatz kommen - dort wo keine Maske vorgeschrieben ist - für einen zusätzlichen Schutz. Genau diesen bezweifelt das Robert Koch-Institut (RKI) inzwischen allerdings. Plastikvisiere seien nach jetzigem Stand keine Alternative zur Alltagsmaske, heißt es auf der Internetseite des RKI.

Maskenpflicht in Schulen außerhalb des Unterrichts

Hat die Schulbehörde also eine Menge Geld in den Sand gesetzt, als sie die Visiere bestellt hat? Auch das weist Rabe zurück. Zum Zeitpunkt der Bestellung, damals vor den Sommerferien, hätten die Visiere als sicher gegolten. In den Hamburger Schulen müssen Lehrkräfte - genau wie Schülerinnen und Schüler - im Unterricht keine Maske tragen. In den Fluren, Pausen, auf Wegen durch das Schulgelände und in der Kantine sind diese dagegen ab der fünften Klasse Pflicht.

Weitere Informationen
Ein Schild vor der Europa-Passage weist auf die zeitlich begrenzte Maskenpflicht. © NDR Foto: Anna Rüter

Hamburg verschärft Maskenpflicht: Höheres Bußgeld geplant

Statt bislang 80 soll künftig ein Bußgeld von 150 Euro bei Verstößen gegen die Maskenpflicht fällig werden. (12.10.2020) mehr

Zwei Schüler begrüßen sich mit einem Ellenbogen-Kick. © Colourbox Foto: Volurol

Corona: Schulstart in Hamburg mit Maskenpflicht

Nach der Corona-Zwangspause und sechs Wochen Sommerferien können Hamburgs Schüler seit dem 6. August wieder zur Schule gehen - allerdings unter verschärften Bedingungen. Ein Überblick. (06.08.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.10.2020 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Ein Fächer mit der Aufschrift "Wir sind es wert." liegt auf einem Tisch © picture alliance / dpa Foto: Arne Immanuel Bänsch

Positive Reaktionen nach Tarifeinigung im öffentlichen Dienst

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bekommen mehr Geld. In Hamburg wird die Einigung weitgehend begrüßt. mehr

Einsatzkräfte der Polizei kontrollen die Einhaltung der Maskenfplicht in einer U-Bahn. © TNN

Kontrolle in U- und S-Bahnen: 330 Verstöße gegen Maskenpflicht

In Hamburg sind am Samstagabend etwa 23.000 Fahrgäste von U- und S-Bahnen kontrolliert worden. Es ging um die Maskenpflicht. mehr

Ein Fußball liegt auf dem Rasen. © picture alliance Foto: Joaquim Ferreira

Hamburgs Fußball-Amateure unterbrechen wegen Corona die Saison

Ab kommenden Freitag ist erst einmal Schluss. Zuvor hatte bereits der Bremer Fußball-Verband seinen Spielbetrieb vorerst abgesagt. mehr

Passanten tragen an den Landungsbrücken Masken. Im Hintergrund ist die Elbphilharmonie zu sehen. © picture alliance/Georg Wendt/dpa

Schärfere Corona-Regeln in Hamburg treten Montag in Kraft

Im privaten Bereich und in der Gastronomie dürfen sich nur noch bis zu zehn Menschen aus maximal zwei Haushalten treffen. mehr